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Selbst-Emancipation · 1886-02-02 · Heft 3 (2.2.1886) · p. Seite 10

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1886
Issue
Heft 3 (2.2.1886)
Date
1886-02-02
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 3 frcf.TfVan*tT;ninnim.'in -rmrgfi mm -»rr-— Selbst - Emancipation! So kam in allen Landen Der eitle Spatz zu Schanden. Und die Moral von der Geschicht', Die schreibt Luch hinter'»« Mhre dicht: «Ls kann ein Spatz auf Lrden Durchaus kein Stieglitz werden." Regina. Me schön! wie wahr! Gabriel. Das wollt' ich eben sagen. Doch halt.! es fällt mie wieder etwas ein: Mir scheint, in meinem Schranke liegt ein Buch, Worin auch ernst mein Satz bewiesen wird. Ich will' es holen schnell und komm' sofort, (ab.) Zehnte Scene. Regina und Bernhard. Bernhard (in Gedanken vertieft.) — Regina (nähert sich ihin.) Mein Bernhard! Bernhard (auffahrend.) O, Rebecca! Regina. Theurer Bernhard! Bernhard (fällt vor ihr nieder.) Du Engel! Tröste mich im schweren Kampfe! Regina (hebt ihn zärtlich auf.) Vertraue stets der Wahrheit und du siegst! Bernhard (sie begeistert umarmend.) Ich sieg'. Rebecca! Göttliches Orakel! Regina (sich an ihn schmiegend.) Die Wahrheit siegt gewiß, mein lieber Bernhard! (Er küßt sie.) Liste Scene. E r n st und Vorige. Ernst (überrascht sie.) Du liebst Regina? Regina (beschämt die Augen senkend.) Lieber, trauter Vater! Ernst. Ich Hab' ja nichts dagegen, meine Tochter, Und liebet ihr euch treu, so bleibt's dabei. Ich will euch meinen Segen nicht entziehen. Regina (frohlockend.) Jst's möglich, gold'ner Herzpapa? (sie fällt ihm um den Hals.) Du willigst ein? Bernhard. O, wie beschämt mich Ihre große Güte! Bor Wonne weiß ich kaum ein Wort deS Danks. Ernst. Mit »ichten Freund! Den Dank bin ich D i r schuldig, Du hast mich ans den rechten Pfad gelenkt. Jetzt fielen von dem Aug' die Schuppen, Und deutlich seh' ich, was und wer ich bin; Denn eitel ist der Dünkel, daß ein Volksstamm, Der durch Jahrtausende der Zeit getrotzt, Auf einmal den Bestand beliebig ändre Und etwas and'res werde, als er war. Bernhard. O, drängen diese Laut' in alle Ohren! | Regina, i Nun siehst Du Bernhard, daß die Wahrheit siegt. Ernst. Was Deine Theorie so klar bewiesen, Es hat soeben praktisch sich bewährt. Biel Riesensummen- Hab' ich ausgegeben Und unterstützt die Bauern meines Gut's. War Hungersnoth im Dorf und Ueberschwemmung, So Hab' ich sie mit meinem Brot genährt Und meine Speicher standen Jedem offen. Nun meldet mir jetzund bestürzt eilt Bote, Daß ein gelegter Brand mein Schloß verzehrt, Die ganze Ernte ward ein Raub der Flammen, Doch keine Hand im ganze», lieben Orte Bracht' Rettung mir, und als mein Pächter bat. Da hatten achselzuckend sie erwidert: „Der Jude brennt; was ficht das uns denn an? Ihn straft ein Gott, den er einnul gekreuzigt." — Regina. 's ist unerhört! Bernhard. Ihr habt ja großen Schaden. Ernst. Zum Glück war dieses Schloß assecurirt. Bernhard. Wie wollt Ihr jenen Leuten jetzt begegnen? Ernst. Ich werde ihnen eine Schule bau'n, Ick werde ihre Kirche restaurire» Und freie Holzung dieses Jahr gestatten, Damit die falschen Tröpfe endlich lernen. Wie edel sich ein echter Jude rächt. : /■ : ,■ Zwölfte Scene. Gabriel und Vorige. Gabriel (mit einer vergilbten Handschrift). Da steht es eben deutlich ausgezeichnet, Daß schon zu jener Zeit der Hellenisten .... Ernst (ihn unterbrechend.) Laßt gut sein Vater; unser Streit tst aus. Ich gebe mich für gänzlich überwunden. Gabriel. DaL wollt' ich eben sagen ... Ernst. A propos! Der Bernhard wird verlobt mit der Regina. Du billigst doch, mein Vater, diese Wahl? Gabriel. Ich wollt' es eben sagen . . . Bernhard (ergreift Ernsi'S Hand). Vater mem! Des heut'gen Tages werde ich gedenken, So lang' ein Aederchen in mir sich regt! Regina (Den Vater küffend). O, Väterchen! Wie . soll, wie kann ich danken? Ernst. Mein liebes Kind! Ich kenn' Dein gutes Herz. — Nun kommt, wir muffen Vorbereitung treffen, Um den Verlobungsact nach altem Brauch Im Zirkel trauter Gäste abzuschließen! Gabriel. Das wollt' ich eben sagen; doch zuvor Leiht meinem Manuscript ein freundlich Ohr. (Alle ab.) Der Vorhang fällt.

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