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Selbst-Emancipation · 1886-02-02 · Heft 3 (2.2.1886) · p. Seite 9

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1886
Issue
Heft 3 (2.2.1886)
Date
1886-02-02
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Seite S S e l b st - E in a » c i p a t i o n! Wmtllk AiiHkilungk« jüdisch-nationaler Jereine. Verein jüdischer junger Damen ,,Mirjam“ in Wien. In der am 24. Jänner stnilacfundcneii zweiten ordentlichen Plenarversammlung erstatteten die Vicepräsiventin »nv die Cassierin ihre Rechenschaftsberichte; fodanu wurde ein Comiis zur Veranstaltung der in der Purimwoche staltznbabeiiden Gründui'gsfeier deS Vereines gewählt. Hierauf folgte eine gesellige Unterhaltung der Damen, die einen äußerst angenehmen Verlauf nahm und bis 7 Uhr Abends dauerte. Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags nm 3 Uhr, findet in der Wohnung der Schriftführerin (II., Circusgaffe 47. Parterre, Thür 13) eine Sitzung des Gründungsfeler-Comitss statt, zu welcher die gewählten Damen höflichst eingeladen werden. Für die V e re i n s l e i t n n g: Ernestine Bretholz, Amalie Oeiterrelckier, dz. Bicepräsident:». dz. Schriftführerin. Wien, den 22 Sohew.it 5646. 2b. Jänner 1836.^ Akademischer verein ,,LactimaK" in Vien. Die »Commission kür Palästiuakunde" bat ihre Arbeiten begonnen und die HeianSgabe hectographirter Publicationen über Palästina und ihre Verldeilung au die Vereinsmitglicder beschlossen. — Samstag, den 6. Felnnar, Abends »m 8 Uhr, findet in R o >> i ts ch e l's L o c a I i t ä i e n, I. W i p p l i n g e r st r a ß e Nr. 47, ein Wereinscröenb statt, zu welchem die Mitglieder höflichst eingeladen werden; Gäste find herzlichst willkommen. Der Verciusabcnd wird mit ein.m Vorträge des Mitgliedes, Herrn S. AuSLbel: „Ueber die Seelen im Judenthume" beginnen, worauf gemüihliche Unterhaltung folgt. Für den Ausschuß: otnä. zur. Nathan Birnbauu«, stuä. zur. Sigmund Bromberg, dz. Präses. dz. Schriftführer i» deutscher Sprache. Wien, den 23. Schewat 5646. 29. Jänner 1886. (DrnSfehler-Berichtiginlg.) In den officiellen Mittheilungen deS Vereines „Zukunft" in der vorigen Nummer unseres Blattes lautet der Vorname des Präses, Herrn Schwarz. Josef, während derselbe in Richtigkeit Samuel heiß'. Ebenso ist bei Aufzählung der Namen der Schiedsrichter Oskar statt Alexander Bretholz zu lesen. verein „Ahavass Zijon” in Hamburg, Awekgveriin »tt Montefiore-Aeröandes. Für den von seinem Amte als Schriftführer mrückgelretenen Herrn H. Wolfsberg wurde in der letzten Plenarversammlung Herr S. G o t d s ch m i d t provisorisch gewählt. Es wurde ferner beschlossen, einen Lehrer zu engaqiren, der an den Montag-Abenden Unterricht in hebräischer Sprache ertheilen soll. Die officiellen Versammlungen, die durch Debatten, Vorträge und gesellige Unterhaltungen aurgefüllt werden sollen, werden zweiwöchentlich am Sonnabend stattfinden. Schluß der Persammlung halb 12 Uhr. Im Aufträge deS Vorstandes: S. «oldschmidt, derzeit Schriftführer. - , . 21. Schewat 5646 Hamburg, den ■ - - v 27. Jänner laa6. Ernst. Ich komme gleich. (zu Gabriel.) Wir wollen bald das Ding zu Ende führen, In wenig Augenblicken bin ich da. (im Äbgehen für sich.) Der Bernhard wirkt auf mich gar wunderbar. — (ab mit dem Diener ) Neunte Szene. Gabriel. Regina und Bernhard. Gabriel. Du Teufelsjnnge mit dem Schwefelmanl, Du schmetterst ja wie. eine Kriegstroiupete Und machest meinen Graukopf ganz confus.^ Doch was ich sagen wollte ... ja, ich hab's: Ich kenne eine Fabel auS der Jugend, Vom Spatzen, der rin Stieglitz werden wollt'! Und diese Fabel hat, so viel ich.merke, Mit unsrer Sache große Aehnlichkeit. Nun wollt ihr spitzen fein das Ohr? Regina (bittend) Erzähle! Gabriel (faßt Beide bei den Händen und deklamirt:) Es lebt ein graues Spätzchen Auf einem grünen Plätzchen, wo schon der Ahnen große Zahl Gezwitschert haben allzumal. Da kam ein schlimmes Kätzchen Und jagt: fort das Spätzchen. Das vöglein mußte wandern von einem Grt zum andern. Es siog durch heiß, es flog durch kalt Und kam in einen dichten Wald, wo Stiegelitze waren In bnntgeschinnckten Schaaren. Hier ließ der Spatz sich nieder, Sein Herz war fromm und bieder, von wegen seinem grauen Kleid Ertrug er aber sehr viel Leid Und war das Ziel der Witze Der groben Stiegelitze. Das that den Sperling kränken; Er mußt' auf Hilfe denken. Da fiel's ihm ein, dem dummen Tropf: Er griff nach einem Farbentopf Ünd malte bunte Flecken Auf allen Leibesecken. Dann eilt er auf der Stelle Zur klaren Waldesquelle Und schaut darin sei» buntes Bild Und räuspert sich und lächelt mild Und dünkt sich selbst, o wunder, Lin Stiegelitz jetzunder. Dramatisirte Anekdote in einem Aufzuge von F—d. (Schluß.) TWe Szene. Ein Diener und Vorige. Diener (öffnet die Thüre rasch.) Herr Strömling, eilig kam em Bote eben Er wünscht zu sprechen Sie. Allein die Waldgenossen, Sie merkten halt die Possen Und fügten ihm seit dieser Zeit Hinzu noch doppelt schweres Leid. Der Spatz ward nicht gescheidter Und blieb im Wahne weiter. Doch einige Regentröpfchen, Sie wuschen seinem Köpfchen Hinweg ganz sauber, ringsherum. Das übertünchte Stieglitzthum Nebst allen feinen Flecke», Und machten grau den Gecken.

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