Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 3 (2.2.1886)
- Date
- 1886-02-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Selbst - Emancipation! Nr 3 1‘; firm, um durch ihr Beispiel --'das -Volk vom nationalen! I „Gefühl" zum nationalen „Bewußtsein": zu bringen?- — I Dieser-„nationalen Antinationalen". wenn man ihnen schon - einen Namen-gebensoll.- scheinen überhaupt '-nichts anderes! j i sein, als Krakehler Natiiren, die das Widersprechen li ben. Wenigstens - erhellt- -dies schon aus dem ee t üicuen Kämpfenden sielgegen -dashebräische Wort-1'rumiva (Nationale) de- - gönnen haben. Dieses -Wort, vom heb, ätschen Worte 1'om (Volk- Nation) durch ttnhängung der hedr. Adjective-ldung gebildet, - wurde' zwar ^anfangs lznäsi-convemionell für da: Bezeichnung des modernen Begriffes - „national" gewählt, La^elbe hataber dadurch,- daß-Ps von den bedeutendsten Schriftstellern,- wie z. B. Perez Smo'en-ky, angewenvec wurde und wird, das Bürgerrecht der hebräischen- Sprachee> worben, deren Wortschatz es ja entnommen 'tft. - Tieies Wort ist auch den - von den „nationalen Antinationalen" vertheidigten alten hebräischeren c-Bezeichnun^e», wie «ba-v ssainsin(Fieunde ihres Volkes) ui dgl. vo znz-ehen, weil alle jene Bezeichnungensdank dem Mißbrauch, den die verschiedenen Assimilantenparteien und die religiösen Zelo» lew damit Nriei ennicht prägnantgenug sind,- 'um die-Gesinnung' der ihrein-Bolke-miit B edv n ß l s e in Ängehöien''eii zu kennzeichnen. Bei Parieibenennnngen ist es nicht möglich, phUologische Betrachtungen' anzustellen; genug, daß 1'nmi einv bündige, feststehende B-deutung hat und -Jeder, der es .lieft, weiß, daßes -dieselbe Bedeutung wie das romanische „national" nund-das slavische„narüchnzr" habe. (Rümauifch.) In' den rumänischen-Dörfern - ist die AustrrlbllNgnder rJuden - bei"-der - strengste» Kälte auf dcr- Tagrsordiillng;i eine >Früu genas-auf freiem Felde eines Knädleius. Tie benachbarten Städte - wollen die -flüchtigen Jude»-nicht aufnehnien. — Von -de» dem Senate vorge-- >egtru sieben- Naturalisatiousgesucheu von fünf Christen und zwei-Juden wurden die der Christen genehmigt und bieder Iudknmit allen gegen zwei Stimmen verweigert. (Die ,/i-mränische Negierung hat bekanntlich den Berliner Vertragt-urch die. Einlichtung umgangen, -daß jedes-Gesuch um-Naturalisation-wie-eine -Gesetzesvorlage vor die Kammer gedrachl wenden muß. Da werden nun die christliche» Gesuchstlrllerr e>hört, -! Pie-.jüdische» - abgewiesen und die Jud.ll Neiben'-Fiemde.:-Geschickt!)- (Die' - Mendelssvhn-Feier) des jüdisch-nationalen' - Vereines. -^A r-i r t" nn Bvttuschan nahm - einenäußerst er» hebkiirrntVerlaus. ' Es' avurden ausgezeichnete-Reden in hebräischer^-rumänischer, - deutscher-- und deutsch jüdischer - Sprache'gehalten,«-welche-'die Bedeutung Mendelssolm'» für - die Bildung - und den Fortschritt' der'- Juden --rühmend hervo'hohen. (Dir ibukgarischeit Juden iw lrtztcu Feldzug ) Wir-haben tj bereits, ^vie Nachricht-von der> Tapferkeit der bulgarischen Juden im-tetzlen /Feldzüge und von der Auszeichnung derselben durch den Fürsten' Alexander gebracht. - Nun: hatsich 'die antisemitisch'angehauchte „-Kölnische Zettiing" bemüffigt gesehen, diese-Nachricht-zu dementire», und dre uganzer antisemitischelKriegsschäär Deutschlands' - und Oestevreichslauf diese Weise zu „guten" Witzen veranläßt- So - boti'-z- B.'-im „Oesterreicyiichen Volksfreund" der Hambuiger Literat W. Marr seinen ganzen Vorrath all Ironie aus,m umdie „ueüesteJüdische Flunkeret" in's ' rechtei-Lichl zu setzen. Dabei erzähl! er etwas von dem. sögenauntein: jüdischen i,Gebeisriemnich"i der sich. r -,;öa' bir Schlacht ^.a n - e mem S a b b a t h staltfand- (Welche Be-' gründUM-!.' -Die2i-NedJ ' den „Gebetiiemen" - um'die Stirn fchnalüe '-und ganze Bataillone ^über den'Haufen rin". Der'.-witzige Man» -schließt! mit den Worten: ,)Jch begreife nicht,? IvarMn juoenfrenn'olichi Regierungen, - wie z: Bdle' ungarische,-nicht lanhst ein« jüdische Brigade iu drr "Armee gegründet-, haben.^ Wahlhastig^electrisirend aus das Ästuze - müßte!doch-das Uebermaßjüdischer°'Tapserkeit"mirkeu/' Es-'!.'chird militärischer Neid sein, der eS-nichtzuläßt." „Und - alles-- Wind" rufe» wir ihm mit seinen^eig-neii Worte»-! zu, denn in der a in t l i ch e n Z ifiimiueufteUuiig über die <!! Nationalität und Confession der Soldaten, welche im letzten Kriege auf Seite der -Bulgaren - kämpften, -finden - wir folgenden Passus: „D r e i hm n d e r t I u d e-n, welche in-Bulgarien''-'ansäßig sind, haben b e s o n d e r-s tapfer gekämpft und-Fürst A lex a n der nannte sie in seiner Änsprache::-„J h r t ap fett e n M a k ku b ä er!" ' (Batonkt Montefiore.)- Die Köi>igm von England hat die durchde»! Tod Mos s -Mviitrfioies erloschene - Baronetsmürde" ans dessen Großneffet Francis Abraham -Montefiore nbertra ien. (Druckfehler-Berichtignngeu.) In der vorige» Nummer ' ist im Leitartikel, Seile 2, 15. Z i'e von. oven „im achtzehnten Jahrhunderte"-.stattA u fa » a e d i e s e s Jahrhunderts" zu lese». — Ebenso ist daselbst in rer Rn'-rik „Chronik" in der Notiz „AntiseinitiSmus in der Schule" üan .Der Beschuldigte Paw» lomicz" '»Der B e s ch ä-d k g t e P-iivlowicz"-zu lesen.! Jetzt oder>.,üe!^) „Schlickt »ur die Augen und versteckt,, d » Kopf, wie der StrauS — ein dauern- . d e r F ri e-de iil Euch nicht belchieden, inen» ,ihr den flüchiige» Moment der Ruhe nicht benützt und r a d i c a l c r e Heilmittel crstnnei, -als ,jene Pallialive waren,-mit Venen. an uitf-ri m unglücklichen Balte seit Jahria»iend-n herumgeplulchr wird." Tas uralte Probte-» der Jude,-fragesetzt wie var Zeiten so; auch heute noch die Gemüther i» Erregung. Nach uiiscrer Auffassung besteht sein Kernpunkt i» Folgende»!: Die Juden bilden im Schoße der Völker, unter denen sie leben, thatkächlich ein heterogenes Element, welches von keiner Nation aisiiniliri zu werde» vermag, dem- - geinäst -auch von-keiner Nativ» gutvertragen werden-kan». -Die Llufgabc besteht-»un, darin, ein Mittel zu finden, durch welches jenes exclusive El-ment dem Bölkcrverbnnde derart angrpaßt werde, daß der Judensrage der Boden für immer entzogen sei. In den Beziehungen der Völker zu den Inden ist eine Tbe-i -- -bürtigkeit! der Stellung nicht zu erkenne». JDUh vermißt hier die ,, Grundlage jener gegen'eitigen Achnuig, welch - durch Völk.-rrecht oder Verträge regulirt und gesichert zu werden vste,t.. .ErstLwenn diese Grundlage hergcst-llt sein wird, w.-nn die E>--»vnctigkest der Inden mit den übrigen Nationen eine Tdatsache geworden .ist, kann das Problem der Judensrage als gelöst vetcachtel werden. J.idem sich die-Juden iilil aiioeren Völkern zu amilgimi eu mchien, Habel sie sich.-geiviffer-naßeil muthwillig ih-e-: eigenen Nationalität begeben. . Nirgends aber haben sie eS durchgesetzr, daß sie von ihren Mitbürgern als ebenbürtige.Emgevorene anerkannr warden wärei.. Unter den lebenden Nationen der Erde stehen die Jaden als eine schon seit Langem abgeitorb'ne Nirion da. Mit dem Verluste - ihres-Baterlandes sind sie einer Z:rsetzunz anhelmgefallen, die .sich mit dem Wesen eines einheiillchen. tebendigen Orgauisinus.- nicht j. verträgt. Aber nachdem das jüdische Bolk .seine staatlich-leibliche Existenz-aufgegeben, börte eS dennoch-nichr aur. geistig äts Niliö.l fortmbestehen.^Die W:lt erblickte -in diejem Volke 'die nnheiinliche Gestalt,eines Todlend r uater den Levenden wandelt. Die gelsterhafie Eischeinung . e i u e s w a n d e l n d e n T och r e n. eines Volkes ohne Einheit und Gliederung, ohn- Land n>o Ü lao, das nicht mehr lcvt und dennoch »ntec de» L benve i umaergeht, kannte nicht Verfehlen, in der Einbildnilg oec Völker auch einen eigenthü»lichea, fremdartigen Eindruck: herooczn-,ringen. Uio w nn die Gespenst-r- . furcht enuas Angeborenes ist, und .eine gemiffe Berechtigung findet ..im psychischen L den der v-cnschheit — was Wnnoer, daß sie sich ' auch angesichts dieser tollten lind dennoch lebenden Nation in hohe n Grave gellend machte? . ,r ' ‘ So g eh e n Indent hum unch In de »haß seit Jahrhunderten n n ze r t r.e » n lich vereint durch die Geschichte. Die, Völker mögen/ noch so auSeiiia-ioerg-y-n - in ivcem Widerwillen-gegen die Invest sisto sie Alle mit einander einverstanden. In welche » Grade „na unrer welcher G.-stalt sich diese Abneignilg kund glbt.^hängk freilich von dec.Cnl-nrstuse jenes einzelnen Volkes ab. Jist^Wesen aber besteht sie üb-rall uno imner, .gleichviel, ob.sie'sich/tunögiv? ia Fora, von G.-walttgätigkelte». -'in neidischer Scheelsstchr öder ililter der Mäske von-Loterail; u io Schutz. .*) Wirhaben hier die markantesten und markigsten Stellest ' auS'der Broschüre „Aukoemantipation!" (Ein Mahnruf an seine i Stammesgeiioffell von einem-rufflschen Jude». Berlin 1832),- vie .,fnr die.jüdijch-uationale Beweg»,ig rpocheulacheiid wu,de, zujammengeskellt -77M»V. zwar in solcher Astoroninig, daß sie ein Ganzes ergebeiu/ 7 Die Redaction.