Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1886
- Issue
- Heft 2 (15.1.1886)
- Date
- 1886-01-15
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Selbst-Emancipation! Nr. 2 Seite 9 Literarisches. Henesseth J Israel. Ein lieurS literarisches Werk steht in Aussicht, von dem viel zu erwarten ist. Der bekannte hebräische Literat und Zionsfreund, Herr S. P. Rabinowiez in Warschau, kündigt die Herausgabe eines Jahrbuches in hebräischer Sprache an, welches vor Neujahr 5647 unter dem Titel „Henesseth Jisrael“ erscheinen und, theologische, philosophische, geschichtliche sowie belletristische Arbeiten der namhaftesten Schriftsteller enthaltend, vom national-jüdischen Geiste durchweht sein wird. In dem Werke wird ein eigenes Capitel, das die Ueberschrift „Doresch le-Zijon." führen wird, der Sache der Palästina-Colonisatioi: gewidmet sein. Die Redactiou des theologischen sowie literarhistorischen Theiles des Jahrbuches hat der bekannte Gelehrte und Schriftsteller» R. S. I. Fin in Wilna, übernommen. Der billige Preis des Buches, das nicht weniger als 50 Bogen stark, um 1V2 Rubel käuflich sein wird, wird es den meisten national- und palästina-freundlich gesinnten Kennern des Hebräischen ermöglichen, sich das Buch anzuschaffen. GKitirllk Kjiihkilungkn jüdisch-nationaler Dereine. verein jüdischer junger Damen „Mirjam“ in Wien. Die Vcreinsleitung beschloß., daß einmal in jedem Monate eine gesellige Zusammenkunft der Mitglieder staltzufiildeii habe, bei welcher Gelegenheit auch von dazu aufzuforderndcn Personen je ein Bortrag aus dem Gebiete der jüdische» Geschichte zu halten sei. Sonntag, den 24. Icinnerr 1886 findet um -3 U h r N a ch m i t t a g s in der Wohnung der Frau Bauer, II., S t ep h anie straß e Nr. 2, 3. Stiege, l. Stock, Thür 18, die zweite ordentliche Plenarversammlung mit der Tagesordnung: Rechenschaftsbericht und Eventulia, statt, zu der die Mitglieder dringendst eiiigeladen werden. — Der Plenarversammlung folgt eine gesellige nnterhaltung sammt GeschichlSvortrag. Die VereinSüiwng beschloß, am kommenden Purim die erste Gründungsfeier abzuhallen und verspricht sich moralischen und pccuniären Nutzen von diesem Unternehmen. Für die Vereiusleitung: Ernestine Bretholz, Amalie Desterreicher, dz. Bicepräfidentin. dz. Schriftführerin. Wien, den 8. 8odsveat 5648. 12. Jänner 1886. Akademischer verein „Kadimah” in Wien. Die außerordentliche Plenarversammlung am 2. Jänner beschloß die Ernennung deS Herrn Dr. Rüben Vierer, kgl. Stadtarztes in Belgrad, zum Ehrenmitglied des BereineS. Jeden Samstag Abend finden jüdisch-wissenschaftliche Vorträge statt. Am 9. sprach Herr Birnbaum über ^Pharisäismus, SadducäiSmuS einerseits und das moderne Nationaljudenlhum andererseits.- In Folge der letzten Makkabäer-Feier sind neue Mitglieder dem Vereine beigetreten. Der Ausschuß beschloß die AuSlheilung von Gastkarten an Nichtmitglieder auf Ansuchen behufs Benützung des LesezimimrS. Drd. med. Philipp Fischter, stad. jar. SigmnuS Bromberg, dz. Äicepräjes. dz. Schriftführer in deutscher Sprache. . 7. Scbewst 5646. W'k». den —«5- 13. Jänner 1886. verein jüdischer junger Männer „Zukunft" in Wien. In der am 27. December v. I. stattgehabten Plenarversammlung wurden auf die Dauer eines Jahres gewählt: In die BereinSleitung die Herren: Josef Schwarz (Präses), Abraham Salz (Vice- Prüfe-), Mo, es Heilpern (Schriftführer), Simon Grünbaum' (Caffier), Chaskel Ehrlich (Bibliothekar), Max Roscnberg (Obmann des Aufsichts-ComliS's). S-ndor Bojlos (Vice-Obmaiin desselben), Samuel Wertheim (Secretär), Adolf Bergkraut und Ferd. Bermann (Hansadministratoren), Leopold Hecht und Leopold Feldbaum (Eassarevisoren); in das Schiedsgericht die Herren: Rudolf Feldbaum (Obman»), Abraham Fischler, Lazar Rathhans, Alexander Bretholz, Theodor Maler. F ü r d i e Vereiusleitung: Josef Schwarz, Mose» Hetlpern. Präses. Schriftführer. . 6. Schewat 5646. Wien, den - ■ _ „- 12. Jänner 1886. „Admath Jeschurun”, verein zur (Eolonijtrung Paläjiina’s. Sonntag, den 17. Jänner, 3 Uhr Nachmittags, findet in Hernfeld'S Localitäten, I., Schottenring, Börsegaffe 5, eine außerorröenlkiche Kene^atVerfarnrnLung (Rechenschaftsbericht des provisorischen ComitS'S. Wahl de» Verwaltungsrath e S, Eventualia) statt, zu der die Mitglieder dringendst eiugeladen werden. Aas provisorische ßomits. Wien, den 1. Schewat 5646. 7. Jänner 1886. Dranratisirte Anekdote in einem Aufzuge von F—d. (Fortsetzung.) Bernhard. Die geb' ich Euch. — Wohl hat uns Polen einst In uns'rer Noth ein freundlich Dach geboten, Das ist bekannt; — doch war dies Evelmuth? Und wenn ich auch auf das Gered' nicht achte. Daß blos der Eigennutz des Kastinir Die Pforten dieses Reiches uns geöffnet, Zumal es ihm darum gegangen wär', Daß er der Juden Handelsgeist verpflanze In das gewerbetodte Polenvolk, Und daß er eben aus demselben Grunde Der Deutschen viele in das Land bezog, Um Industrie zur Geltung da zu bringen; Wenn ich in diese Meinung auch nicht stimme, Wenn ich ganz zu vergesse» mich bestrebe, Was einst Chmielnicki und dergleichen And're Den Hilssentblößten an dein Fell geflickt, So kann ich dennoch keinesfalls behaupten. Daß dieses welgerühmte, edle Pole» Auch edel gegen Inden je gehanvelt. Gabriel. Nun freilich war's noch edel nicht, nur Pflicht, Die jeder Erdensohn dem Nächsten schuldet. Nur Pflicht war es! Das wollt' ich eben sagen. Bernhard. Jawohl! Es war nur eitel Pflicht, daß man Den Flüchtigen ein wenig Rast gewährte; — Und wer das nicht getha», de» wird mit Recht Die Weltgeschichte an den Pranger schlagen. Ernst. Und schließt das unsere Dankbarkeit schon aus? Und ist es unsere Sache denn zu wägen. Mit welcher Miene man die Wohlthat bot? Jst's nicht genug, daß Polen unentweget Die Menschlichkeit an uns geübt, indeß Uns jedes and're Volk mit Füßen trat?