Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 18 (16.10.1885)
- Date
- 1885-10-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 S e l b st - E m a n c ip a t i o n! respectables Sümmchen sammelten und als Dank hiefür kein einziges j ü d i s ch e s K i n d auf daS Land beförderte»; ferner durch Einberufung des christlichen Kaufmanns-Meetings, das dieser Tage stattfand, ..noch 'immer nicht grwitzigr zu sein. Zwei Ohrfeigen sind ihnen noch zu wenig, und sie di äugen sich immerfort mir einer cynischen Unverfrorrnbcit a» die sie aus tiefster Seele veraltenden christlich.» Mulmiger heran und katzenbuckeln!!! Ein Mann wie Dr. Bierer fehlt uns fetzt! Seitdem dieser unerschrockene Jüdisch-Nationale Lembergs unsere Stadt verlassen hat, beginnen die jüdischen Polrnknechte neuerdings ihr eckelerregendes T-eiben. , („Admath Jescliurun.“) Gerade hatten wir die vorige Nummer expedirt, als der die unterbreiteten Statuten genehmigende Bescheid der hohen k. k. Statthalterei uns eingehändigt wurde. — Sofort nach der Genehmigung veröffentlichte das Gründungs-Comite, das bis zur Vornahme der Wahlen provisorisch die Vereinsgeschäfte führt, einen prägnant stylisirten und hoffentlich wirkungsvollen Aufruf, der in die Provinz versandt und in Wie» zur Vertheilnng gebracht wird. — Montag, am 2. November d. I., wird die erste ordentliche (constituirende) Generalversammlung des neuen Vereines stattfinde». Tagesordnung und Ort der Versammlung werden den M'tgliedein schriftlich bekannt gegeben werden. — Die wichtigsten Statutenparagraphen sind§ 2. Der Verein bezweckt, de Colonisation Palästinas durch .arme und beschäftigungslose Juden mit finanziellen Mitteln zu fördern. § 3. O> deutliches Mitglied kann jede Person werden, die einen monatlichen Beitrag von mindestens 20 Ir. leistet. § 18. -Das Vereinsvermögen tvird nach Abzug aller zur Administration nöthigen Ausgaben in folgender Weise verwendet: a) 26 P. rcent der eingelaufene» Gelder werden zum Schlüsse jedes Monats als besonderes Capital zur Unterstützung, eventuell Vergrößerung bereits bestehender Colonie» abgesondert und vom Verwaltungsrathe gegebene» Falles verwendet. b) Der Rest von 75 Percent wird zu einem Capital angelegt, welches zur Gründung von Colonicn, eventuell als Beitrag zu den v o n and eren Gr sell s ch a fte n zu gründenden Colonie» unter der Bedinguug zu verwende» ist, daß eine solche einen vom Vereine „Admath Jeschuron“ vorgeschlagenen Namen führe» soll. — Beitrittserklärungen werde» in der R r d a ct io n der „Se l d st-Em an cipat i o n!" entgegeng e n o m m e n. — Folgende Spenden sind dem Gründungs- Comite zugegangen: Von den Herren Leo Feuchter, Julius Weiß und Aron Salzmann je 20 kr., von Frau Vera Lifschitz .26 kr., von Herrn Oser Kokesch 30 kr., von de» Herren Marcus Spiegel und Josef Kopelowitz je 40 kr., von den Herren Abr. Fischler und Salomon Alkalay (Verein jüdischer junger Samen,„Mirjam“.) Von Seiten der Gründerinnen wird lebhaft agirirt. Bon Nah' und Fern laufen Zuschriften. ein, die sich äußerst zustimmend über das schöne nationale Unternehmen aussprechen. Und wen» die „Magdeburger Israelitische Wochenschrift",' ein eingefleischtes Assimilantenblatt, von dem übrigens nichts Besseres zu erwarten ist, auch diesen neuen Verein, wie seinerzeit Me ^Kadimah“ mit seinen anwidernden Auslassungen begeifert, so wird das die Gründerinnen sicherlich nicht in ihrem edlen Streben irre machen und es wird trotzdem das Ziel erreicht werden, daß die Colonisatioussache eine bedeutende Förderung. auch durch.die Frauen > und Mädchen Israels erfahren wird. — Die-nächste Vor- - besprechung findet Sonntag, den 18. b. M., um 3 Uhr Nachmittags in der Wohnung des Fräuleins Rosa Donath (III., . Custozzagasse 8, Thür 12) statt, zu welcher alle Gründerinnen höflichst eingeladrn werden. (Neue Colonie.) Wir entnehmen dem „Hamagid“ die frohe Kunde von der Gründung einer neuen Colonie., und zwar sind es diesmal Eingeborene Palästina's, welche zum Ackerbau greifen. Es wurden 10.000 Dunam Grund und Boden im östlichen Jordanlande angekauit (der Kauf. wurde in Damascns perficirt) und werden 25 Familien . zur Zeit des Säens von dem erworbenen Erdreich Besitz > nehmen. Der Häuserbau in der neuen Colonie ist bereits von der Regierung bewilligt. Dir Anstedlung wird hoffent-. lich bald durch Zuzug aus Jerusalem und Europa in hohem Maße vergrößert werden. (AuS de» Colonie».) Der „Hazewi“ brachte unlängst Nachrichten, die keineswegs geeignet wären, die „Zionsfreunde" mit Freude zu erfüllen: Die Colon isten in Osdorab (die „Bilu") seien iii Heller Verzweiflung nild' die jüngeren unter ihnen würden nach jahrelanger Arbeit unverrichteter Dinge das heilige Land wieder verlassen müsse». Ferner hätten die Colonisteu von Rischon l’Zijon. einen Streit mit den arabischen Nachbarn gehabt. In beiden Dingen war der „Hazewi“ falsch berichtet worden: Herr M. L. L i l i e u v l um" theilt im „Haurelibz“ allen „Zionsfreunden" ans unanzweifelbarer Quelle mir,, daß durch die Hilfe des Montefiore-Verdaildes die Lage der Colonisten von 6sdsrab schon längst sich zum Guten gewendet habe und von Verzweiflung keine Spur mehr vorhanden sei; was aber die zweite Nachricht betreffe, so sei sie nach der Aussage des. Herrn.Muyal, Obmannes des Executiv-Comites in Jaffa, völlig aus der Luft gegriffen es hat in Liscrbon rZijon nicht den g e r i n g st e n S t r e.i t zivischeir den jüdlschen Bauern und den Arabern gegeben. ' (In Manchester) in England besteht seit etwa einem halben Jahre ein Paläsliua-Colonisatioüs-Vereln, der 400 Mitglieder zählt. Obwohl diese zumeist den armen Massen angehören, so haben sie dennoch bereits 30 Pfund Sterling' gleich 380 fl. für den Vereinszweck gesammelt. Der Obmann, Herr D a n i g e r, thut >ein Möglichstes, um den Verein auszubreiten. (Herr Wissotzky) hat Rechnung über die ihm gelegentltch seines Aufenthaltes in Palästina überlieferten Gelder, sowie über die gemachten Ausgaben gelegt. Jur Ganze» verfügte Herr Wissotzkh über 54.660 Francs. Davon hat er 23.826 Francs für die Colonie» verausgabt, 30.-000 Francs übergab er .vor seiner Abreise dem Obmanne des Executiv-Comites in Jaffa, Herrn A. Muhal, während 734 FrcS. in seinen Händen verblieben. (Druckfehler-Berichtigung). In der vorigen Nummer unseres Blattes soll es in der unter der Rubrik „Erez Israel“ stehenden Notiz „Ezah we-tuschiah“ statt „im Werthe von 1000 fl." — „im Werthe von 10.000 fl." (Lingesendet. Memel, den 5. October 1885. Line zeitgemäße Ermahnung! Bekanntlich werden jetzt fast alle unsere russischen Stammesgenoffen aus dem Königreiche Preußen verwiesen. Viele dieser Ausgewiesenen sind auch, Gott sei Dank, wohlhabend. Unter solchen Umständen, ist eS Pflicht eines jeden wahrhaften ZionsfreundeS, diese Wohlhabende» zu ermahnen, beiihrer Auswanderung ihr Augenmerk auf unser heiliges Land zu richten. Wie tröstend wäre eS nach-dem harten Schlage,, der unsere russischen, Brüder in Preußen betroffen, wenn wenigstens die Bemittelteren sich in Palä-