Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 16 (17.9.1885)
- Date
- 1885-09-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 S e l ß'st <Em a n c i p a t i v n! XBaukett zu Ehren Wiffotzky's) Der Bote des Monte- fioreverbaiides, Herr K. S. Wrssotzky ist nach mehrmonatlichem Aufenthalt im hl. Lande in sein Geburtsland zurückgekehrt und ist bei seiner Durchreise durch Warschau in dieser Stadt Gegenstand der lebhaftesten Ovationen seitens, der Ziönsfreunde geworden. Am 23 Ellul wurde im Hause des Herrn Israel , Günzburg zu Ehren des Gastes ein Bankett gegeben, an welchem dreißig hervorragende Ziönsfreunde theilnahmen. Daselbst wurden die eingelaufenen Adressen, Briefe, und Telegramme zur Verlesung., gebracht. Begrüßuugs-Telegi amme liefen unter anderen. ein von den Zionsfreunde» in Minsk, Wilna, .Pultawa, Lodz, Lublin, Riga, vom Vereine „Abavass Zijon“ in Hamburg, vom Vereine ,,Acbnatb Jescbnrun“ in Wien, von der Redactiön des „Hamagid“; Glück- :wunschschreiben von den Zionsfrennden in Meseritsch, von Iden Colonisten in Js88ock Klsrnaalsb Adressen wurden überreicht von den Zionsfreunden in Koivno und von, C e.ntialc o m it s des. SBtoii tefrore - V erb a nd e s. Letztere Adresse hat folgenden Wortlaut*) : Kcrtonyrnos Sew Wissc>HLy, den wahren ZionSfrcuud! . Die Ziönsfreunde trenn vor Sie hin, hochgeehrter Herr, um Ihnen den tiefgefühltesten Dank auszusprechen für die Mühe, die. Sie sich im Interesse Ihres Volkes, zur Hebung seines Ahne,ilandcS und zum. Heile nuferer ackerbauenden Brüder gegeben haben. — Lange Zeit zögerten die ZionSsreundc und fragen raihloS: Wen sollen, wir schicken und wer wird uns gehen, ui» Ordnung in die Sache der Cölouifation zu bringen? Lange Zeit harrten unsere den Baden des heiligen Landes bebauenden Brüder auf dir Hilfe non unserer Seite — bis Sie ihnen, hochgeehrter Herr, erstanden. Sie boren sich an, ein treuer Bote der Ziönsfreunde und ein helfender Engel den Bebauern des heiligen Bodens zu fei». Sie verließen Ihr Haus und Ihre Bequemlichkeir, waren fünf Monate lange stets ans der Wanderung und gönnten sich keine Ruhe. Sie befuhren die Pfade des Meeres, .Sie besuchten die Großen Israels, Sie kamen ins heilige Land; kein Berg war Ihne» zu hoch, kein Thal zu lief, da, es galt, über die Lage, der Bauern im heiligen Lande und über Erfordernisse der Colonijation sich genau zu injormiren. Sie achteten nicht aus die Größe Ihrer Ausgaben und Ihrer Anstrengung und so begleitete Sie auch der Segen Gottes. Sie Haben auf Alles Acht, Sie sahen die Arbeiter auf de» Bergen Israels und Gott gab Ihne» die Einsicht, Jedem. derselben das ihm Nothwendige-zu geben und Ordnung in die Verhältnisse dieser Männer auch für die Zukunft zu bringen. Sie haben den Zionsfreunden den Weg in die Colonien nuferer Brüder im heiligen Lande gebahnr, von denen man bis jetzt nur gehört, deren Schicksale man aber nicht gekannt hatte. Sie haben Ihre Erlebnisse unse»em Volke mitgetheilt, um Licht über alles, was im Zion geschieht, zu verbreiten und Ihre Worte werden den Zionsfreunden eine Leuchte sein, die ihnen den rechten Weg weisen soll. — Darum 'bringen, wir Ihne» nebst den rechten Weg weisen soll. — Darum bringen wir Ihnen nebst den Segenswünschen der Arbeiter im heiligen Lande auch unsere im Namen aller Ziönsfreunde dar Mögen alle diese Wünsche sich erfüllen, möge es Ihnen gegönnnr fein, die Tröstung ZionS und Jerusalems und die Erlösung unseres Volkes zu sehen! . Dies der Wunsch des Central-Cvmitös des Monte. fiorc-Berbandes." / (Verein jüdischer junger Damen „Mirjam“ in ( Wie«.) — Schon, aus der Einreihung dieser Notiz in die Rubrik „Erez Israel" werden die geehrten Leser und Leserinnen die freudige Kunde entnommen haben, daß der seiner Genehmigupg entgegensehende Verein, welcher den Name» der Liebe zu ihrem Volke begeisterten Schwester Mosis tragen wird, die Unterstützung der Colonisation Palästinas zu s.inrm Zwecke gemacht hat. — Die Sonntag, den 6 d. M. stattgehabte Vorbesprechung des GründungS.ComitsS wurde durch die Einberufrrin, Frl. S a b i n e K a r m e l, mit riner Ansprache eröffnet, in welcherdieselbe mit wenigen aber trefflichen Worten auf die Bedeutung des neuzugründende» *) Aus-dem Hebräischen übersetzt. j. An den hochgeehrten Herni .. . .. . . ' ... . Vereineshinwies, worauf.- sie die eingelailfenen Beglückwünschüngsschreiben des akademischen Vereines „Kadimali“, des Vereknisi jüdischer junger Männer „Zukunft" und der Redäctio» der^Selbst-Emancipation!" zur Vorlesung brachte. Bei dieser Vvrbesp'. echiing, sowie der zweiten^ Sonntag den 13.- d. M. stättgevabt'eii,- einigte.sich das Grüiidnngscoinils über die Fassung der-der ' höhen k. k. Statthalterei zu unterbreitenden Statüteii mib betrage , einige Damen in seiner Mitte mit der provisonschen Führüng-der umumgänglich nothwendigen Geschäfte - bis zur HerabgelanHung - der genehmigten Statuten, undzwar sind es die' Fräulein: Sabine Karmel (Leiterin). Ernefliiie Bretholz, Bertha-Karniel,Amalie Oesterreicher und Regine- Spiegel. —- Die' wichtigsten, der Statutenparagraphe sind: § 2. Der Bdrein bezweckt' die Colonisation Palästinas durch Juden, § 3^-Der Zweck wird erreicht a) durch Ueberfendung des nach Abzug aller- Admi» iiistralionskvstenl sowie nach Abrechnung des Betrages I-Der auf die unter b) erwähnten Zeitschrift entfällt, in-der Ver« eins-Cassa zurückbleibenden Capitales an die Cassa deS ,,M o n t c f i o re - Berbandes zur Colonistrung Palästinas"; b) durch. Unterstützung einer-durch die Vernns- Leitung zubestimmenden jüdischen Zeitschrift, die in Wien erscheint, den Tendenzen des Vereines entspricht und feine Verlautbarungen anfnimmt, in der Weise, daß ein Drittel der Monatsbeträge diesem Veremsorgan zugewcndel wird. (Das Gründungscomiis hat sich einstimmig für die Wahl der „Selbst-Emaiicipation!" als Vereinsorgan ausgesprochen); o) durch gesellige Unterhaltungen. —§-7s Jedes ordentliche und außerordentliche Mitglied (v>dentliche Mitglieder sind Wiener, außerordentliche Mitglieder sind außerhalb Wiens wohnende Dame») leistet einen Monatsbeitrag von 30 Krenzern. (Keine Eintrittsgebühr!) — Die nächste Vorbesprechung findet Sonntag, den' 27. September- Nachmittags 3 Uhr in der Wohnung der Fräulein Karmel (II., Rembrandtstraße 21) statt, woselbst auch Beitrittserklärungen entgegeugcnominen werden. Auch bei der Redaction unseres Blattes kan» der Beitritt angemeldet werden. (Proeetz Ritter.) Die Verhandlung beginnt Donnerstag, den 17. d. M. — Samstag (Jom Kippur) und Sonntag dürfte eine Pause eintreten. (Aus Constantinopel) wird dem „Hajoetz“ vow vertrauenswürdiger ©fite gemeldet, daß die Pforte eingewilligt hat, den rumänisch-jüdischen Flüchtlingen Boden int h.iligen Lande um sonst anzuweisen. (Aus Odessa) sind, nach einer Mittheilung des „Odessky Listok“, einige jüdische junge Leute, darunter auch solche mit allgemeiner Bildung und mit volkswirchichaftlichen Kenntnisse», nach Palästina, und zwar nach' Sicbron Jacob gefahren. (Der Antisemitismus der Deutschen.) Der Antisemitismus scheint ein charakteristisches Merkmal dies-s^ großen Denkervolkes zu sein. So schreibt der „Hazewi“, daß die in Palästina zahlreich lebenden Deutschin den Ju)eu- und — den Araber ungemein hassen. Welche Conseqnenz diesem Hasseinüewohut, - sieht man daraus, daß auch der. semitische Bruderstamm der Juden, die Araber, ihn zu er-- tragen haben. Literarisches. (Die Gesetzessammlung des Judenspiegels) zusammengestellt und gefälscht von Aron Br im an, Pseudo-' Doctor Justus. Beleuchtet und berichtigt von Med.-Dr. K. Lippe. — Jassy 1885. — Der Verfasser hat sich bereits ourch frühere Werke einen verdienten Namen ver- -schasst und - hat auch diesmal Treffliches geleistet. Seine Widerlegung der Briman-schen Lügen ist im Ganzen.- und Großen eine vollkommene und'-'verräth auf-jeder Seite seink glühende -Begeisterung -für , seineU Stamm Und seine Rrli- -