Mannheim
Compact Memory

Selbst-Emancipation · 1885-09-17 · Heft 16 (17.9.1885) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 16 (17.9.1885)
Date
1885-09-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3092672-3092673-3092689--0208-3093143
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

M-16 S e. £;& st-Em ancipati oit! gion. Eine Eigenthümlichkeit des Buches ist die rücksichtslose Offenheit des Autors bei Aufdeckung des Vorgehens der Kirche die, er — mit Recht — als eine von .dem ^Christenthüm" verschiedene Religion ansieht. Die ■ ungeweiü scharfe. kraftvolle Sprache macht dar Buch inter- ' essant und Jedem empfehlenswerth. den die handschuhleder-. glatten Broschürchen unser Affimilanten aiiwidern; freilich! wird sich derNätioiialjüde mit den unaufhörlichen Angriffen auf die Kirche, die nns im Grunde genommen nichts , angeht und die doch nicht so ganz ausschließlich die Mnlter: des Antisemitismus ist,, wie der Verfasser glaubt, niemals einverstanden erklärenkönnen. — Den nationaljüdischen Leser wird es dagegen angenehm berühren, an verschiedenen; Stellen des Buches in dem Verfasser, einen heftigen u»vcr-i söhnlichen Gegner' ’ der Ässimikation ju' erkennen, freilich; einen solchen, dein die doch' so scharfe Grenze zwischen , National-Judenthum und Bermischüngstheorie noch nicht > deutlich^genug-'ist'; denn sonst würde der verdienstvolles Verfasse?,' der Mit seinem glühenden Eifer--'und seiner zünidenden Sprache gegen die Assimilation aüftritt, der so oft von der „jüdischen Nation" spricht, der ferner als Freund der Coloiiisationsbewegung bekannt ist, nicht an so vielen .Stellen auf seine- Zugehörigkeit zur polnischen Nation; zurückkommen und nicht so oft die Zugehörigkeit der Juden' zurNation" -(die er mit „Vaterland"zu verwechseln \ scheint) .betone». , . jr Gmgesendet. .; Löbliche-Redaction! -Inder letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes wurde als .einer, der Hauptfactoren zur Hebung des Na« lional-Bewnßtseins -unter den Juden,' die Gründung von solchen Schulen angeregt, wo die hebräische Sprache gepflegt werden soll. Ich theile'ganz diese Ansicht, bin aber der Meinung, daß nicht blos Curse" für Erwachsenereröffnet werden mögen, sondern gleich bei den Kleinen der Keim zur Kenntniß unj jerer geliebten Natiönalsprache gelegt werde. Nur dann wird Liebe und Begeisterung für das echte Jüdenthum, wahres Interesse für unsere heilige Sache tiefe Wurzel fassen können. Halten wir Rundschau, wie das Hebräische bisher in chen jüdischen Volksschulen gehandhabt 'wird. , . Der Bibel-Unterricht ist das „enfant terrible“ der jüdischen Volksschulen. So weit ist es gekommen, daß die Kinder zittern, wenn .es heißt, die Bibel aufschlagen, die Lehrer aber — unterrichten die Bibel, nur um die Zeit auszufüllen. Was Wunder dann, wenn die größeren Kinder später von unserem Volke und seinen Ideen gar nichts wissen wollen? ' Sind ja bei den Kindern die ersten Eindrücke die bleibendsten. Es handelt sich eben darum, dem Kinde in der Schule den Bibelbericht m £ gl ich st in teressant undangenehm zu machen, damit die Kinder mit Lust und Liebe.; die heilige' Sprache lernen. Auf welche Weise das aber; möglich ist, werde ich Mit gütiger Erlaubniß der Redaction in einem folgenden Artikel besprechen. (Wir sind gerne zup Aufnahme von solchen Besprechungen bereit. Antw. d. R.) Wien, den 14. September 1885. Fillipp Kun.; Offieielle Mittheilnngen . . . des . , . Vereinesjüdischer jungerMänner „Zukunft" inwien. Der Ausschuß hat in den Sitzungen vom 31. August, 7. und 14. September folgende Herren in Anbetracht ihrer großen Verdienste um die. jüdische Nation einstimmig , zu Ehrenmitgliedern ernannt: Seiner Ehrwürden Rabbiner L. Mohiltzver in Bialystock (Rußland),' Alterspräsident des Montefiore-Verbandes, Seine Ehrwürde» Rabbiner vr. I. Rülf in Memel (Preußen) ..und Or. msä. K. Lippe in Jassy (Rumänien). Ferner ernannte er zü correspondkrenden Mitgliedern die Schriftsteller: 'Herxn vr. rasck. Rabbinowicz in Paris und Herrn M.. Dornbusch, .Mitarbeiter'' des „Wiener Israelit". Den Spendern' von Werken' wurde protocollarisch der Dankausgedrückt.' - - ' - ' Das G e s ch i ch t s c anri t e veranstaltete Samstag' den 5. September eine» Geschichtsvortrag, den..in Verhinderung des Herrn Arnold Frachter Herr :Moses Katz über „die Zeitvon David bis zur Zerstörung des ersten Tempels" hielt. Samstag den 12..September fand ein Discuffionsabend unter Leitung des Herrn :A. .S a l z.statt. Thema war di^ Frage: „Sind die. Inden eine. Nation?" Herr Salz gliederte das^Thema in 4 Theile.:. 1. Merkmale einer NationBesitzt.solche das Judenthum? 3. Welche mangeln ihm? 4. Was ersetzt sie? Herr Birnbaum behandelte das Thema.,vom naturphilosophffchen und Herr Salz vom historischen Standpunkte. Wegen der zahlreich zü'in Porte gemeldeten Redner' mußte di« Fortsetzung der Discusion für Samstag, den. 26.' l. Mts..' bestimmt werden. — Den nächsten- Geschichtsvortrag über. „die Zeit von der Zerstörung des ersten. Tempels'bis zur Zeit der Makkabäer" wird Herr N. Birnb aum wegen der Feiertage erst Samstag den . 10: October halten. Der hebräische Sptach- und Sprechalub -macht bekannt,, daß die Einschreibungen in die drei.hebräischen Curse, sowie den Talmubcurs allabendlich mit Ausnahme Freitags, Samstags und Sonntags von */,8—'/»9 Uhr Abends im Vereinslocale erfolgen und daß der Unterricht Mitte Oktober beginnen werde- - ■ Das -Agitatio n s c o m i t s entwickelte in letzter Zeit eine rege Thätigkeit, 'indem es am Neujahrsfeste die Vertheililng von 1500 Montefiore-Trauerfe'ierberichten in sämmtlichen Wiener Synagogen veranlaßt«, von welcher Maßregel viel zu erwarten ist. Das Somit e zur Beranstaltung einer 3ivao b.o.tli-l'Iiorg.lr- Anterhaltung, bestehend aus den Herrn A. Salz undsph. F ru ch t e r hat die nothwendigen Schritte zum Arrangement« dieses Abends .Unterkommen. - Diese Unterhaltung wird Samstag den 3. October l. I. Abends um 8 Uhr in Kuhners Localitäten (I., Börsegasse 8) stattfinden und werden hiemit zu derselben - die Mitglieder und deren Angehörige eingeladen. Das G r ü n d u n g S f e i e r - C o m i t s .hat. in acht Punkten bereits die Programmordnung bestimmt und die Entrcepreise (Familienkarte für.. 4 Personen st. 2.50, Einzelkarte 80 kr:, an der Cassa 1 fl.^nnd für Mitglieder der Vereine mit jüdisch-natioualer Tendenz 50 kr.), sestgestellt. Für den oratorisch-musikalisch-declamatorischeu Theil wurde die Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte und für das Tanzkränzchen Musik einer Militärkapelle sichergestellt. Die Eintrittskarteil werden vom 20. September an..znm Verkaufe gelangen. Die löblt Redaktionen derjenigen Zeitungen,' welche dis Interessen des Judenthums vertreten, werden böflichst ersucht, den Verein durch Gewährung eines F r e i-E x e inst l a r e s zu unterstützen. Vereinskanzlei: II., Große Schiffgasse Nr. 30.' . Auf schriftliches Verlangen von 28 Vereinsmitgliedern findet Sonntag den 4. October, um 2 Uhr Nachmittags, eine außerordentliche Menarversammkung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Geschäftliche Mittheilungen. 2. Statut en-Aenderungen. 3. Auträge und Interpellationen. Das Locale wird später bekannt gegeben werden. >W- Die hohe Wichtigkeit der zu verhandelnden Gegenstände erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. "MM I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.