Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1885
- Issue
- Heft 14 (18.8.1885)
- Date
- 1885-08-18
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 14 Selbst - Em ancipatio n! Seid getrost! Horch, die Iordanwogen jammern. Durch die Palmenkronen Klage klingt, Und aus Karinels Felsenkammern Leise säuselnd ein Geseufze dringt. „Weshalb klagt Ihr, Heimathwogen, Und was weinst Du, prächt'ger Palmenwald, Und was ist's, daß langgezogen Karmelberg, ein Seufze» Dich durchhallt?" „Um den Löser uns'res Bannes Weinen wir, Gebirg und Strom und Wald, Um den Tod bes Zionmannes Zitternd unser Schmerzensschrei erschallt. All' sein Ringen, all' sein Streben Galt, allein Jerusalems Geschick; Ja, sein hundertjähr'ges Leben war ein Kampf für Zions Zukunftsglück. Nun er starb, der milde Moses, Schwindet uns're schöne Hoffnung ganz Nimmermehr wird uns'res Looses Fluch geändert sein in Pracht und Glanz. Möchte doch, ach Gott, versiegen — Ruft der Jordan — nun mein Wafferschwall! Möchte doch in Stücke stiegen — Schreit der Karmel — nun mein Felsenwall I Möchte doch der Blitzstrahl klettern An den schlanken Stämmen mein hinab - Ruft der Palmenwald — und schmettern Weit sie in des Meeres Waffergrabl" .Haltet ein, mit Euren Flüchen, Sollet ein und hemmt auch Eure Klag', Denn — bei ihm, der nun verblichen! — Folgen wird der Nacht ein neuer Tag. Ist auch Montefior' gestorben, Steht nun Judas größtes Herz auch still; D i e sein Beispiel angeworben Steuern hin gen Zions Zukunftsziel. Montesiore wirket weiter — Seid getrost, Gebirg und Strom und Wald, Und durch ihn, den Zionsstreiter Einstens noch der Freiheit Schofar schallt l" Nimmer mag der Jordan weinen, Nimmer tönt der Palmen bitt're Klag, Nimmer seufzt's aus Karmel» Steinen — Moses Geist, er bringt den neuen Tag! N. B-m. Ifeiiwis k Humoristische Skizze ans dem Hebräischen deS övez SrnoLensLy (Schluß.) ihm, „Ich habe sie und habe sie auch nicht", antwortete ich „ich denke, Ihr übertreibet zu stark; mag auch ein Körnlein Wahrheit sein in dem, was Ihr saget, Alles kann ich nicht glauben." .—. »Das ist ja die Sache", rief er triumphirend ^nicht) Sie eben nicht gläubig sind und darum kennen ©i-’./'TfalP' die Wege der Welt; ich aber bleibe bei meiner Meiiurng/" daß nur die Gläubigen glücklich sind, und zwar nicht blos diejenigen, die an Gott glauben, sondern auch jene, welche an- Menschenworte glauben. Der Gläubige glaubt an die Worte seiner Freunde und glaubt, daß sie seinen Worten Glauben schenke», deswegen unternimmt er Alles und hat Erfolg. Der Mann aber, der an die Worte seines Mitmenschen nicht glaubt und nicht glaubt, daß man an seine Worte glaube, erreicht nichts. Haben Sie nicht mit eigenen .~i xl