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Selbst-Emancipation · 1885-07-02 · Heft 11 (2.7.1885) · p. Seite 8

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 11 (2.7.1885)
Date
1885-07-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. ii S e l b st - E m a n c i p a t i o n! sämmtliche jüdischen Bürger der Stadt erlassen, worin sie Alle ohne Ausnahme, selbst die Aermsten der Armen, auffordern soll, an diesem heiligen Werke sich zu betheiligen. Für die Armen soll natürlich ein möglichst niedriges wöchentliches Minimum sestgesetzt werden. Die Reicheren aber sollen über dieses Minimum hinaus entweder nach eigenem Willen oder nach getroffenen Bestimmnngen der Vereinsleitung beitragen. Ich glaube auf das Bestimmteste behaupten zu können, daß keiner unserer Brüder von diesem, für das gesammte Jndenthnm heilbringenden Werke sich fernhalten werde, mit Ausnahme derer nur, die principiell gegen das Judenthum sind und anftreten, deren es, beiläufig gesagt, Gott sei Dank, nur sehr wenige gibt, viel weniger, als man auf den ersten Blick meinen möchte, da die Massen des Volkes die Assimilationsidee nicht einmal begreifen. Elias W. Lewin. (Wird fortgesetzt.) Gingesendet. An den Redacteur'unseres Blattes gelangte folgender Brief: W i e n, am 19. Juni 1885. Euer Wohlgeborrn! Für die anläßlich meiner Wiederwahl zum Abgeordneten im Städtc-Wahlbezirk Kolomea-Buczacz-Sniatyn von Ew. Wohlgeboren für mich an den Tag gelegte Theilnahme und freundschaftliche Gesinnung sage ich Ihnen hierdurch meinen verbindlichsten Dank. Die zahlreichen sympathischen Kundgebungen für meine Pelson anläßlich des letzten Wahlkampfes legen mir hohe Verpflichtungen auf und eingedenk derselben werde ich bestrebt sein, diese allgemeinen Sympathien durch meine Wirksamkeit zu verdienen. Bewahren Sie mir diese freundschaftliche Gesinnung, die ich von ganzem Herzen erwiedere. Genehmigen Sie die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung, in welcher ich verharre Euer Wohlgeboren Ganz ergebenst - Dr. Bloch Bezirks-Rabbiner von Floridsdorf und Reichsraths-Abgeordneter. * Der Verein „Jüdischer junger Männer „Zukunft" in. Wien' ladet hiemit seine sämmtlichen ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder zu der Sonntag den 5. Juli 1885 um 3 Uhr Nachmiitags in Bliy's Restauration (I., Ruprechtsplatz 1) stattfindenden Wahl der definitive» Vereinsfunclionäre höflichst iin. v ' . Jüdische Gäste auf's herzlichste willkommen. . I. Seidel, siuä. jur. A. Salz, dz. Schriftführer. dz. Präses-Stellvertreter. Briefkasten der Redaktion. (Berichtigung.) Herr Dr. Hermann (nicht M.) Schapira, Privatdoccnt für Mathematik an der Universiiät z» Heidelberg ersuchk uns, den in Nr. 8 an.,dicier Stelle vorkommenden Jrrthum zu corrigiren, nach welchem er Präses des Heidelberger Vereines „Zion“ äst; wohl gehört er demselben, aber als Mitglied an. Herrn MH. in Krakau. Die Bewohner von Saffcd (Zefath) feiern seit alten Zeiten am Lag b’Omer,' das Andenken des Simon i>en Jochai, dessen Grab sich dort befindet. Es ist dies ein Nationalsest geworden, zu dem jeder spagnolische Jude wenigstens einmal in seinem Lebe» zu wallfahrten pflegt.— Die Bewohner von Jerusalem beneideten die Saffeder um dieses Nationalfest und feiern den Lag b’Omer als Erinnerungstag au.Simon den Gerechten, der in der Nähe der palästinensischen Hauptstadt begraben ist. Dieses Jerusalemer Fest bält, was Bedeutung und Frequenz betrifft, mir dem Saffeder keinen Vergleich aus, kommt ihm'aber in nationaler Erhabenheit fast gleich. . Herrn Marcus K. in Bor. Ihr Diagonal-Räthsel in nächster Nummer. - ’ . -; Herr I. M. T. in M—a. Die Herren 8. 8. und J. H. 8. haben nicht abonnirt. — Besten Gruß! Herrn C. St. in L. Entscheidung bezüglich der Brochüren nächstens. — Gestniiungsbrüderlichen Gruß! Herrn A.- «. in T. Herzlichsten Dank. — Jüdischen Brudergnißl Herrn Jaspis in Lemberg. Smolensky's Romane sind freilich die schönste Frucht seines Talentes; aber leider ist es uns, so lange unser Blatt nur zweimal im Monate erscheint, nicht möglich, einen solchen zu wählen,' denn er würde viel zu viel Fortsetzungen beanspruchen. Wir müssen uns daher vorläufig darauf beschränken, kleinere Arbeite» des unvergeßlichen Todten in deutscher Sprache wiederzugeben, sind aber überzeugt, daß auch in ihnen das Talent des Schrifstellers, sein Gedankenu»d Gemüthreichthnm zum Ausdruck kommt. — Gesinuungsbrüderliche» Gruß! Herrn H. G. ln B. Ihre Darstell» ugsart ist übersichtlich^ Ihre Sprache nicht unrichtig, aber holprig; der Gedankengang Ihrer Arbeiten logisch-correct, der Inhalt leidet an zu geringer Ausführlichkeit. Bei einiger Lectüre würden Sie sich wesentlich verbessern. Herrn W. D. in B. Wir müssen Ihne» gestehen, daß Ihr unS übermitteltes Gedicht „Rohling's Traum" uns ausnehmenb gefallen hat. Die Jionie am Anfänge des Poems ist köstlich. Dessenungeachtet ist es für uns unverwendbar, weil es unserer Tendenz zwar nicht gerade wiederspricht, aber ihr doch zu wenig entspricht. Aus Wunsch erhalten Sie das Manuskript zurück. Herrn S. M. W. m Kraka». Den Artikel abzudrucken sind wir wegen Raummangel nicht in der Lage, die Idee Ethrogim aus Palästina zu exportireu, wird schon seit Jahren ventilirt. Nicht nur daß dann durch den neuen Handelszweig vielen Stammesgcnoffen gehols-n und dem heiligen Lande eine neue Absatzquelle sür seine Producte geschaffen werden könnte, auch für die Verbreitung der K e l! »kniff der Colonisationsbewegung, von der die Juden in einzelnen Landstrichen noch gar nicht wissen, wäre es von unermeßlichem Vortheil. Wenn es wahr ist, wie in dem Artikel erzählt wird, daß der Herr Rabbi Ch. E. Wachs in Kalisch und noch 120 Rabbinen Polens einen Verein gegründet haben, um de» erwähnten Gedanken zu realisiren, so würde uns das sehr freuen, wiewohl . wir noch lieber sehen würden, daß der Moutefiore-Verband die Sache in die Hand nehmen würde. Korrespondenz der Administration. Diejenigen P. T. Abonnenten, welche den Pränumerationsbetrag «och nicht geleistet haben, werden höflichst ersucht, denselben vor Erscheinen der nächsten Nummer * gütigst einsenden zu wolle». Die Herren A. A. K. und W. M. in BorySlaw, I. L. K. in Bot'uschan, M. H. in Bnearcst, Moses St. in Dombrowa, Dav. H. », Jos. K. und Sal. M. in Stanislan, A. N., D. Eib. und N. R. in Wien werden aufgefordert, baldmöglichst den Abvnncmeiitsrückstandwom ersten Quartal zu begleichen. Herrn Saninel ESra in Belgrad herzlichen Dank und gesiunnngs-' brüderlichen Gruß! Wir bevollmächtigen den Freund unseres Blattes Herrn Abraham Konstantmowskh, Ehrenbürger der Stadt Ddrssa, zur Agentur unseres Blattes für Rußland, die er unentgeltlich zu übernehmen die Güte hatte, wofiir wir ihm zugleich herzlichst danken. Wir bitten also unsere Stammesgenoffen in Rußland, welchen das jüdische Nationalinteresse am Herzen liegt und die unser Blatt abonniren wollen, sich gefälligst an diesen Herrn zuwenden. Seine Adreffe lautet einfach : Alralai KoiisMlEiiisij, Odessa. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: N. Birnbaum. Druck von Carl Burkert, Wien, Moximiliauplatz 14^ j.

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