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Selbst-Emancipation · 1885-04-03 · Heft 5 (3.4.1885) · p. Seite 2

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 5 (3.4.1885)
Date
1885-04-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. Selbst - Euiancipationt Nr. 5. mehren die Entschlossenheit der Schaar von Getreuen, eifern sie an, die schöne Zeit näher zu rücken, wo in der Sedernacht dem jüngsten Kinde aus seine Frage auch von' unserer endlichen, bereits geschehenen Befreiung wird erzählt werden, von der großen Einigung nach zwei-, tausendjähriger Zersplitterung. Antisemiten, Assimilanten, Nationaljuden. In einem mit „F. J. F." gezeichneten und mit „Peter Smolensky" Lberschriebenen Artikel bringen die „U n v e r f ä l s ch t e n D e u t s ch e n W o r t e", das Organ des Herrn von Schönerer, in Nr. 7 vom 1. April d. I., in der Uebriiswürdigen Sprache dieses Blattes ganz merkwürdige Dinge än's Tageslicht. Sieht man von den allgemein antisemischen Beleidigungen ab, die einen jeden Juden erregen könnten, wenn man. in unserer traurigen Zeit nicht schon zu sehr an sie gewöhnt wäre, so dürfte die „Wi en er Al lgem ei n e Z ei t un g" am wenigsten von diesem Aufsätze erbaut sein. Ihr — der in der That fast nur von Juden redigierten, aber im höchste» Grade assimilatorischen Zeitung, die einmal über den ganz Md "gär nicht jüdisch-nätiönalen Dr. Gersön Wolf -her-- gefallen ist, weil er in einem ethnographischen Merkchen die Juden in Oesterreich als einen Bolksstämm gegenüber den änderen Volksstämmen des Käiserstäates auffaßte — ihr, der „Wiener Allgemeinen Zeitung", soll es passiere», daß man sie für „jüdisch-national" erklärt, daß man ihr Ueberemstimmüng mit den Ansichten Peter Smolensky's äufdispütirt! Man kann über die Berechtigung der Vorwürfe, die von den Antisemiten gegen die Wiener Tagespresse erhöbe» werden, denken wie man will, in diesem Falle wenigstens muß jeder Unbefangene zugestehen, der „Wiener Allgemeinen Zeitung" geschehe von Seiten der „Unverfälschten Deutschen Worte" bitteres Unrecht. Das Organ des Herrn von Schönerer citirt zwar viele Sätze aus einem mit „Peter Smolensky" betitelten, in der „W.. A. Z." veröffentlichten literarischen Aufsätze, der eben den Anlaß zu dem Artikel gleichen Titels in den „Ü. D. W." 'gegeben hat, aber gerade jene Stellen vergißt es zu citiren,' in welchen der Verfasser der Smolenskh'schen Ansicht eines nationalen Judenthums die Richtigkeit aberkennt und es als „verhängnißvöllen Jrrthum" Smolensky's bezeichnt, daß er seine Individualität,generalisirt habe. Freilich, die . „U. D. W." dürfen diese Sätze nicht ansühren, denn es Lilt«ihnen ja, den Beweis zu'erbringen, ’daß die Existenz einer belanderen jüdischen Nationalität, nicht nur „logische Nöthwendigkeit" fei, sondern von den Juden selbst gefordert werde. Wir würden viel darum geben, wenn die Sachen wirklich so stünden, wie sie. nach, dem'leichtfertigen Beweise der; ^u. D. W." stehen sollen, d. h. wenn wirklich der Wille des gesammten jüdische» Volkes der logischen Nöthwendigkeit einer eigenen nationalen Exisixüz. entsprechen würde.. Leider ist dies^ noch isicht/cher ,Fall, leider ist noch die .Majorität vom Irrwahn der'Assimilation 'ümfangey. , ...... , .Die ganze merkwürdige Confusion' in! den Äortvürfeilder „U> D.^W/'.-die einerseits' eine. „jüdische-Natiön" als > ^4ogische.:Äüthwendigkeit". (usid djes mit,Recht) ansihen, aMrerseits^aberjeder Äenßerüyg - des - jüdischen Näüöpälgrfühlts auflauern, um sogleich mit Spott ustd Möhn härsiber : herzufallen, gibt u»L Gelegenheit/die Stellung der Rat i o n a l ju d e n AU,.' den M n t i s esirr t rit . zu be-' trachten, ine Verschiedenheit des Standpunktes zu belcuchten, dm einerseits die Assimilanten, andererseits die I ü d i f ch - N a t i o » a l e n der judenfeindlichen Bewegung gegenüber einnehmen. In Folge der sich aufdrängenden Erkenntniß unauslöschlicher Rassenunterschikde zwischen den Juden und den arischen Völkern, in Folge der Ausbildung des nationalen Standpunktes überhaupt, dämmerte vor einem Jahrzehnt ungefähr in christlichen Kreisen der Gedanke auf Lder besser er mußte aufdämmern, daß die Juden denn doch nicht zu den Deutschen, Släven u. s. w. zählen. Wäre diese Erkenntniß vorurtheilslosen Männern gekommen, sie hätte ganz andere Früchte getragen, als es thatsächlich der Fall war; wer weiß, ob sie dann nicht eine dem Antisemitismus ganz entgegengesetzte Bewegung geschaffen hätte, einen P h i l o s e m i t .i s m u s, und zwar in einem viel e rhäbeneren Sinne, als in welchem man diese Richtung heute versteht, einen Philo.se m i t i s m n s, d e r i i ch für d i e. W.iederg e b u r t I s r a e l s i n l e r e s s i r t hätte. Doch was geschehen hätte können, geschah nicht: Die Erkenntiuß des ,rationalen Unterschiedes zwischen Inden und Nicht-Juden fand kein vorurteilsloses Geschlecht, sondern ein vorurtheilsvolles.und so entstand jene jä in in er l ich e. e r bä r m l i ch e Verzerrung des Nationalgefühles, jene unsaubere, fanatisch b lin de Port ei, die d.n Unsinn ausgeheckt hat, es gebe ein, ganzes Volk, also eine große Gemeinschaft von Mensche», "v ön E b'e n b'il d er u Gorte~S, 'die keine Spur von Ehre, von Würde, von Rechts sin» besitzen. Dieser in ihrer fanätischen Verblendung doppelt gefährlichen Bewegung. gegenüber, mußte man natürlich jüdischerseits an Vertheidigung denken. Man suchte nach einem festen Punkte, den man zum Ausgaugsorte aller defensiven Operationen machen könnte und man glaubte ihn gefunden zu haben in dem starren Entgegensetzen der Behauptung, die Juden seien keine eigene Nation, sie seien mit den Antisemiten selbst conn arional. Es wurde zwar auch hie und da versucht, die den Juden vorgeworfenen Mängel zurückzuweisen — zu oft leider nur zu beschönigen — der größte Kraftaufwand aber concentrirte sich in der Vertheidigung 'des „assimilatorischenPrincips". -Man - fah nicht ein, daß man , gerade den aussichtsloseste» Weg ein* geschlagen, daß "man gerade'd i e Position'vertheidigte, aus welche diss . Feinde zumeist erpicht waren, welcherwegen sie eigentlich rdeii; Kampf begonnen hatten. . Darin liegt nun der Fortschritt, den der jüdischnationale Gedanke gegenüber! dem jüdisch-assimilatorischen bezeichnet, dag sich eben der erste von dieser verkehrten Bertheidigungsweise 'abwendet: Die Nationaljud e» geben wie schön ihr Name zeigt den Ä nt'rs emit cit zu, daß sie (die Juden) eine e i'geneNation b i l d en. Sie befördern aber nicht dadurch den Äntrsemitismns, wie sich zuweilen die, „Mischlinge" vetlauten'lassen; denn nicht, 'daß wir ^Nation 'sind, 'ätgert chie'Airtisemsien, -sondern 'daß w ir es 'sin d und'es'nicht/eingtstehen, wollen (trotz der /Uno. d.W.", die in^ihreM Artikel nur einen politischen .Schachzüg' nrächeii.) War' die Taktik der Ässiinilanten nur darauf gerichtet, dein 'Bolle zu. beweisen, daß : es eZgentljch keine „Juden" mehr gebe, sondernblös mosaische Deutsche "u. ’ f. ro.f /so /leugnen im Äegentheile>dazu dieMüdischMätionalensir iM t-'W^Sönber« exißenz einer? jüdischen' Nativn, sondern suchen /blos -'däs Volk davon,-zu 'überzeugen,. baßoie/Äüwürfe' der Äntiserniie» bezüglich' iti jSdifch^/WrMrS'urid,'Mste.S''Wh!r Anderes-feien, als-eitel Lug'sind Trug. . Die Mnv.D.^W." sinsirfängen?sich,mörr/ddn^dahin» Mchsidenesi/Peter ^SmöWöky'^veräWH ^zu' sprechen, rWer ihn -Mannt,Hät, /diesk/n;edlM, atößen Wann, kann?nsir /wW^hlg^WhetzEMLnMMiMMfttMurLMenfchaftl'Nttd '"Müh" 'entstetzenMMWMAefiHer, '^d«HxWn»Mn8G» schneiden. Der'G lvsiPe'an usi fe-r ^nMoralischen -Md geistigenW e i t h^bei äsien ansrrenMängsiln, 'Ler>Ei l a nb e

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