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Selbst-Emancipation · 1885-04-03 · Heft 5 (3.4.1885) · page 1

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1885
Issue
Heft 5 (3.4.1885)
Date
1885-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Abonnements - Preise: tPoflzusendunj inbegriffen.)!! Für Oefterr.-Ungarn: Ganzjährig fl. S. Halbjädrig „ I lentschland: . . GänziSdrig MI. S. Halbjährig ... 3. - Bierieiiähr. l-_ ,, iußland: ... Ganzjährig Rbl. 4.- Halbiädrig „ " Brerlellähc. „ ie übr. Länder: Eanzjähr. FrcS. Haldjähr. „ Inserate öiliglt. m Zeitschrift nntioimltn, socialen und politischen Interrffrn des jüdischen Stammes. Krfcheiut zu Anfang und Wille jedes Wonats II ^slich wenn ich selbst mir nicht helfe, wer denn? Und wenn nicht heute, wann denn? gtbattinn aub Jbrainifttntina: | Wien, II, Kastellezgaffe 8. Sprechstunde: >on 4—2 Uhr Nachmittags Unfrankirte Briefe werden nicht i angenommen und Manuscripte j nicht retournirt. O .— Wien, 3 April. Jahrgang 1885. Inhalt: Pränuiiieralions-Eniladiing — Frühling und Freiheit. — 'ilmtieiniteii, Affiinilani-n, Natioualjnden. — Offener Brief. — Chronik. — Corrispondeiizen. — Erez Israel. — Liierarisches. — Eingesendet. - Brieskasten oer Redaerion. — Correspoiideiiä der Adiiiinistration. — Inserate. — „Simsoil Rasaelorviisch", Roman von Nehemia Berner. — „Ein Emancipirter", Skizze von Mardochai. Miseellen. — Diainant-Rätbsel. - Räthscl (Hebr.) — Arithmogriph (Hebr.) — Auslösung des Silben-Näthscls. — Auflösung der Charade. — Auflös,in» des Näihsels. Nr. 5. Wir ersuchen diejenigen P. T. Abonnenten, vre den Pränumcrationßdetrag noch nicht erlegt haben, * dies so bald als mögl'ch tbun zu wollen. Auch ersuchen wir höfllchst, uns nicht m ausländischen (nicht österreichische») Biiesuiarken Zahlung zu leisten. Die Administration ,■ der Zeitschrift „S e l b st - Em a n c i p a t i o n." Wie», II., Castellezgaffe Nr. 8. Frühling und Freiheit. Frühling und Freiheit! — zwei Worte, deren bloßes Neunen schon eine Welt voll Entzücken unsere Seele ahne» läßt; die. wenn wir gebeugt find, wenn Kumnler unser Herz bedrückt, Schmerz unser Denken zu lähmen droht, ein. Gefühl der Erleichterung in uns Hervorrufe» — zwei Worte vou belebender Zaubermacht! Frühling, Freiheit der Natur! Freiheit, Frühling der Völker! Ein sonniger Lenz knach heran für das jüdische Volk, als es, das Land der Knechtung verlassend, einer herrlichen Zukunft entgegeuzog — ein somiiges Frühlings- und Freiheitsfest ist unser Peßach. Jst's dies auch wirklich? — i Draußen lacht zwar die Frühlingssoime; die Natur löst sich I arbs den Banden des Winterschlafes — doch, wie-winterlich rauh sind im grellen Gegeasätz zu diesem Lenzesei wachen die Stürme des Hasses, die an allen vier Ecken des Gebäudes des Jüdenthums rütteln, auf daß es krachend Zusammenstürze. Und die Stürme, sie . habenleichte Arbeit, denn innen ist Alles morsch und mürbe und brüchig. —• Das Gebäude waickt. — Unschwer ist's, dem zukunftsyergessenen Stamme die Zukunft zu nehmen. ' So sieht das Volk aus, das alljährlich ein Freiheits- ,fest feiert, dessen Männer nur noch mit den Lippen, nicht /fiaba mit-, den Herzen, die Worte sprechen: '„Heute Knechte, lj im kommenden Jahre Söhne der Freiheit". Der erstarrende Hauch des Selbstvergess,-ns ist. scbon in. sein. innerstes Mark, bis nahe au den Sitz seines Lebens, gedrungen. Dieie Erkemitniß wäre geeignet, den Wenig ii, die sich »och Herzenswänne geiulg beivahrt haben/ um dem eisigen Wehen von innen und außen zu widerstehen, die mit Wehgefühl das langsame Absterben des jüdischen Volksthums wahrnehmen, die Feiertagsstimuinng zu verderben, die Festesfreude zu verbittern. Und doch, gerade diese Wenigen, sie werden sich durch diese Betrachtungen nicht eiuschüchtern lassen. Das Beispiel jener großartigen Mationalbesreiung ans Egypten wi,d ihnen die Zuversicht ein-, flößen, daß cs der Wärme, die ihrem Herzen entstiömt, endlich doch getingen werde, den Eiswall, welcher sich um die Herzen der Nebligen geschichtet hat, aufzuthanen. Das Peßachiest ist ein solches, das uns wie keines die Eigenart der jüdischen Geschichte, ihre Verschiedenheit von der Geschichte anderer Völker vor Augen führt; es erinnert uns au eine dem jüdischen Volke innewohnende, eigenthümlichc Fähigkeit, a > seine L e r j ü n g u » g s k r a s t; es gemahnt uns. daß bereits zweimal im Laufe :er Jahrtauiende unserem Stamme eine nationale Wiedergeburt gegönnt war und daß demnach Aussicht vorhanden sei, es werde noch ein drittes Mal eine Zeit der Jugend, ein neuer Frühling für ihn anbrechen. Der Hinblick au« diese geschichtliche Bedeutung des Peßachsestes ist cs, welcher alle Jene, die der Stäidkrampf der Assimilation noch lycht befallen hat, deren moralische Constitution stark genug gegen diese moderne jüdische Krankheit war, ist und hoffentlich auch sein wird, bei gutem Tröste erhält. Der ans den Blätter» der Geschichte hergeholte. Glaube au den „Pessach. leatlacl“, an den Zuknnfts Peßach wird alle, nie ihn hegen, zu ausdauernden, geduldigen Aerzten - gegenüber den schwächlicheren Naturen der Assimilätionskranken machen. Dieser Glaube wird seine Bekenner auch für den Kampf mit jenen Leide r-Jnden stählen, welche den Tobeshauch, der das schwache Judenthum streift, nicht blos gleichgiltig über dasselbe hingleiten lassen, sondern seine Wirkung noch zu beschteunigen trachten. Dieser- Glaube wird die nationalen Söhne Israels mit der Zuversicht in den Kampf gehen lassen, daß im Streite des Frühlings mit-'-dem Winter ersterer den eirdlichen Sieg davontragen müsse. . ®ie wechselvollen Bilder der jüdischen Vergangenheit, die am Peßachfeste vor -unseren Augen vorüber ziehen, ver^ «k" Dieniiaifte Nummer erscheint am17. April. "W

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