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Jahresbericht · 1915-01-01 · 1914/15 (1915) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1914/15 (1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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— 15 — zur Verwendung an einer an Lehrkräften notleidenden höheren Lehranstalt zur Verfügung zu stellen, Gebrauch machte und den Oberlehrer Prof. Dr. Kunz der Oberrealschule i. E. zu Oberursel überwies; ebenso wurde die Schwierigkeit, die durch die Erkrankung des Oberlehrers Prof. Dr. Michel kurz vor den Michaelisferien entstanden war, bald durch Heranziehung der Kandidatin des höheren Schulamts, Fräulein Else Vogelstein, behoben; mit ihr übernahmen, wenigstens für die erste Zeit, der ehemalige Oberlehrer Prof. Josef Herz und die gleichfalls im Ruhestand lebende Lehrerin Fräulein Frances Cahn die Vertretung des erkrankten Kollegen. All den treuen Helfern und Helferinnen bleibt die Schule für die Anhänglichkeit, die sie durch die Uebernahrae der Vertretungen und die mit ihnen verbundene oft nicht geringe Arbeitsleistung bekundet haben, zu herzlichem Danke verpflichtet. Die Mahnungen an unsere Zöglinge, sich des Ernstes der Zeit bewusst zu sein, fielen auf fruchtbaren Boden. Zu unserer Freude wurde nicht bloss ein erhöhtes Pflichtgefühl zunächst in der Erfüllung der Arbeiten, die sie für die Schule zu leisten hatten, bei ihnen wahrgenommen — es entwickelte sich auch bald ein reger und anhaltender Eifer zur Uebung der verschiedenen Liebes tätigkeit, auf die sie hingewiesen wurden. 7 Schüler der oberen Klassen wurden auf Antrag von Angehörigen eine Zeitlang vom Unterricht befreit, um bei der Bergung der Ernte behülflich zu sein; für Radfahrdienste wurden für bestimmte Zeiten 15 Schüler den verschiedenen Zweigen der Kriegsfürsorge zur Verfügung gestellt, mehrere Pfadfindergruppen der Schule beteiligten sich an der Gartenarbeit der hiesigen Pfadfinder- und Pfadfinderinnenvereine. Vor allem aber zeigte sich die Liebestätigkeit der Schüler und Schülerinnen bei den Sammlungen, die in der Anstalt zu Zwecken der Kriegsfürsorge wie der im Felde stehenden Krieger veranstaltet wurden, in erhebender Weise: Gar viele Kinder lieferten uns hierbei Beweise, dass auch sie den hohen sittlichen Wert des Entsagens und die Notwendigkeit des Verzichtes in dieser ernsten" Zeit empfanden. Knaben und Mädchen brachten aus ihren Ersparnissen in der Zeit vom Ausbruch des Krieges bis Mitte Februar den Betrag von 525.89 M. zusammen: eine Fülle von Liebesgaben aller Art wurde der Abteilung des Lehrerkollegiums, die sich mit der' Absendung an die einzelnen Krieger und Truppenteile oder an die hiesige Abnahmestelle freiwilliger Gaben befasste, eingeliefert. Ausser in den Handarbeitsstunden fertigten 60—70 Schülerinnen noch an drei Nachmittagen unter Leitung der Handarbeitslehrerin und mehrerer anderer Kolleginnen Wollsachen mannigfachster Art an. Alle Gaben legten von der. Gebefreudigkeit der Zöglinge und dem Bestreben, den Empfänger so recht zu erfreuen,. rühmlich Zeugnis ab. Welche Sorgfalt hatten nicht die kleinen Hände bei der Zubereitung und Ausschmückung ihrer Gaben verwandt! Manch' artige, den Gaben beigefügte Verslein haben gewiss unseren Braven mitten im rauhen Kriegerleben Augenblicke der Rührung und dankbaren Heimatgefühls bereitet! Da auch der Schulrat aus den Mitteln des Jubiläumsfonds den Betrag von 1200 Mark zur freien Verwendung dem Lehrerkollegium zur Verfügung stellte und das Kollegium sich gleichfalls mit Spenden in Höhe von 2029 M. beteiligte, konnten in den ersten

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