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Jahresbericht · 1914-01-01 · 1913/14 (1914) · page 72

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Journal
Jahresbericht
Volume
1913/14 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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— 24 — erst durch diese wurde er in sie einbezogen. Höfe und Gärten grenzten an ihn, so der Kustodiengarten des Bartholomäusstiftes1). Wie aus einigen Stellen der Gerichtsbücher2) hervorgeht, war ein Teil des Friedhofes, der viel zu groß für die Gemeinde war, als Garten angebaut. Schon frühzeitig war er wohl mit Mauern umgeben und stellte in Kriegszeiten eine Art von detachiertem Fort dar, später, nach der Stadterweiterung, war er eine Festung innerhalb der Stadt. Als diese 1349 einen Angriff von Karl IV. zu besorgen hatte, da sie sich für seinen Gegenkönig Günther von Schwarzburg erklärt hatte, traf sie besondere Verteidigungsmaßregeln und ließ 11 Erker um die Altstadt und den Judenkirchhof anbringen3). 1377 berichtet das Rechenbuch von großen Bauten, „die man den Juden um ihren Judenkirchhof getan hat", doch erfahren wir nicht, von welcher Art diese waren. Als 1388 der große Städtekrieg tobte, in den Frankfurt als Mitglied des Rheinischen Städtebundes mitverwickelt war, rüstete sich der Rat für eine etwaige Belagerung durch die vereinte Adels¬ und Fürstenmacht. Auch der Friedhof ward in Verteidigungszustand gesetzt, der Rat ließ deshalb Holz in ihn hineinfahren4). Auch späterhin, zur Zeit des Schmalkaldischen und Dreißigjährigen Krieges (1635), diente er zu Verteidigungszwecken und ward damals mit städtischen Söldnern besetzt. Ursprünglich war er volles, ausschließliches Eigentum der jüdischen Gemeinde6), die ihn vom Kaiser erworben hatte. Ebenso gehörten ihr die zwei darin stehenden Häuser, von denen das eine zur Waschung der Leichen bestimmt war. Das andere diente wohl als Aufenthalt für die zwei Wächter, die wir dort finden6). Als sich 1316 die Gemeinde in großer Geldnot befand, entschloß sie sich, „da diese Not und diese Schuld die Judengemeinde anging, sich auch mit ihrem Besitz daraus zu befreien". Deshalb versetzte sie den Friedhof nebst den dazu gehörenden Häusern und andere Gemeindeliegenschaften an Wigand von Kolnhausen und seine Frau Kuntzela gegen ein Darlehen von ca. 330 Köln. Mark7). *) Siehe Battonn V, S. 317. *) Siehe Gerichtsbuch 1394, Fol. 41: Hans Bumpenheimer hat erfolgt uff hern Gipel zum Ebir... von des gartten wegin uff dem judden kirchofe. *) Rechenbuch 1349 vom 21. Juni (FoL 33 a). (Urkundenbuch S. 216.) *) Bechenbuch 1388, foL 59 (unter Ausgaben) (Urkundenbuch S. 268): 4 U h. von holtze in dem buchwalde in der juden kirchhoff zu füren. «) Siehe Baerwald, L c, S. 7. •) Siehe Bechenbuch 1366 (Urkundenbuch S. 227). Ausgaben: Die nuwen wechter: Hennen Flörsheim vnd Henne von Geilnhusen in dem judin kirchoffe 2 mark. Der Posten kehrt oft wieder. ') Die näheren Einzelheiten der Schuldurkunde, die Bestimmung über die Zinsenzahlung und den Bückkauf der Rente siehe Baerwald, L c, S. 8. Politische Geschichte der Juden S. 21 und 22.

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