Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1913/14 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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— 23 — Zinsverpflichtungen ruhten von früheren Zeiten darauf, wie gegen Wigel Frosch und die Nonnen des Weißfrauenklosters. Das, was Thomas unter den von ihm bloßgelegten Fundamenten als das Judenbad vermutet (Situationsplan Je), mag viel eher das Kitualbad der Frauen gewesen sein. Es ist ein 5,61 qm fassender Kaum mit unregelmäßig zu einander angelegten Hausfundamenten von außerordentlicher Tiefe (bis 4,60 m unter dem heutigen Niveau). Thomas meint, daß dieser Bau, bei dem eine 1896 noch vorhandene Schwellenrostfundierung festgestellt wurde, bis ins Grundwasser geführt haben muß, was für meine Ansicht spricht. Für Tänze, Hochzeiten, Spiele diente das Tanzhaus (domus choreorum judeorum) an der Judenschule. Das deutsche Ordenshaus war der Grundherr. Als es 1349 in Flammen aufging, überließ der Komtur des deutschen Ordenshauses die Hofstätte dem Domkapitel gegen eine jährliche Kente von 3 Mark Silber1). Battonn erwähnt noch das „Judenheckhaus"2) als „Wein- und Wirtshaus der Juden", das anscheinend früher ein Backhaus gewesen war. Es befand sich der Synagoge gegenüber an der Schmidtstube, der deutsche Orden war auch hier der Grundherr3). Ob die Gemeinde schon damals, wie Dietz4) behauptet, ein Spital (Hekdesch) gehabt habe, lasse ich dahingestellt. Unsere Quellen schweigen hierüber. Als Gemeindehaus wurde vor 1288 ein von dem Juden Gottschalk erworbenes Gebäude benutzt. Es stieß an die Synagoge an. Im Jahre 1288 verkaufte sie es an den Priester Heinrich von Rödelheim5). Wo das spätere Gemeindehaus lag, ist nicht bekannt. Die größte Gemeindeliegenschaft war der Friedhof6). Erwähnt wird er zuerst in einer Kaufurkunde vom 3. September 13007). Vor der zweiten Stadterweiterung lag er außerhalb der Stadt8), *) Siehe Urkundenbuch Nr. 187, S. 77. In Köln spei(y)l hus genannt; siehe Stern- Hoeniger L c., S. 228. 2) Battonn IV, S. 28. Hin und wieder wird Heckhaus mit Hekdesch (Spital) verwechselt, so von Dietz, Stammbuch der Frankfurter Juden, S. 435. 3) L. c, nach dem Saalbuch der deutschen Ordenskommende. *) Stammbuch usw., L c; siehe auchKriegk, Frankfurter Bürgerzwiste und Zustände, S. 445. Nach Battonn IV, S. 28, war das Judenheckhaus die spätere Stadt Nürnberg Life M., Nr. 72, an der Schmidtstube. Dietz gibt für das Spital Lit. M. Nr. 50 an, jetzt Kleine Fischergasse 20 an. B) Urkundenbuch Nr. 15, S. 6. 6) Über ihn Baerwald im Osterprogramm der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a: M.. 1883. ') Siehe Urkundenbuch Nr. 24, S. 8. 8) Darum bezeichnet 1306 in einer Verkaufsurkunde der Frankfurter Bürger Ludwig von Löwenberg seinen Hof am Begräbnisplatz der Juden als vor der Stadt gelegen. Urkundenbuch Nr. 29, S. 9.