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Jahresbericht · 1914-01-01 · 1913/14 (1914) · page 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1913/14 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
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— 25 — Zwanzig Jahre später ist Heinrich Schrenk von Gerlachsheim im Besitz einer ewigen Kente von 50 Pfund Heller auf den erwähnten Grundstücken. Die Gemeinde muß demnach innerhalb der festgesetzten Zeit die Eente zurückgekauft haben gegen eine ewige, bei der naturgemäß der Zinsfuß ein geringerer, nämlich nur 5%, war. Schrenk verkaufte die Kente wieder für 1000 Pfund Heller an den Aschaffenburger Schöffen Johann Schwabe und an den Frankfurter Heinrich von Holzhausen1). In späterer Zeit findet sich die Kente in verschiedene Teile geteilt. Wir hören, daß 16 Mark der Rente im Besitz einer Ganerbschaft ist, zu der der Knappe Herdan von Alpach gehörte. Getreu ihrer Politik, möglichst alle Grundrechte auf ihrem Territorium abzulösen, suchte die Stadt auch diese Renten an sich zu bringen. Im Jahre 1363 hatte sie davon schon 12 Mark erworben2). Vom September 1374 bis April 1375 war sie besonders erfolgreich mit ihren Bemühungen. Zuerst entsagt Herdan von Alpach seinen Ansprüchen auf die Judenschule und den Judenkirchhof. Der Burggraf Eberhard Weise von Friedberg als Schiedsrichter setzte die Entschädigung auf 20 Gulden fest3). Im Januar 1375 tritt ihr Werner von Echzell und im Februar Agnes Weise je ein Sechstel und ein Achtzehntel ihres Anteils an der Judenschule und dem Judenfriedhof gegen 26 Gulden 16 Schill, ab, im April Herdan von Buches ein Sechstel der erwähnten Grundstücke gegen 20 Gulden, und so wird die Stadt sich allmählich in den Besitz des Friedhofes gesetzt haben4). Auf dem Friedhof wurden nicht nur die eingesessenen Juden, sondern auch die der Umgebung Frankfurts und fremde Juden gegen Entrichtung einer Summe ans Ärar bestattet. Der älteste Grabstein ist vom Monat Äw 5032 der jüdischen Zeitrechnung, also vom Juli 1272 datiert. Einige Forscher, so Baerwald5), bezweifeln, ob es überhaupt der älteste jüdische Grabstein in Frankfurt sei, da es immerhin möglich, ja wahrscheinlich sei, daß es in den ältesten Zeiten der jüdischen Ansiedlung in Frankfurt innerhalb des Judenquartiers auch einen jüdischen Friedhof gegeben habe. Er stützt sich dabei auf Schudt6), der den Friedhof auf dem Garküchenplatz annimmt, und auf Kirchner7), der ihn auf die Stelle der heutigen *) Urkundenbuch Nr. 58, S. 17. *) Baerwald, L c, S. 9. 8) Siehe Urkundenbuch Nr. 192, S. 79, und Nr. 193. *) Bechenbuch 1374, fol. 57 b, 58 a und 60b, in Urkundenbuch S. 243. Von den Kaufbriefen, auf die das Bechenbuch Bezug nimmt, ist nur noch der letzte erhalten (Frankfurter Stadtarchiv, Bachtungen 778 vom öten April 1375). *) Baerwald, L c.,S. 4. •) Jüdische Merkwürdigkeiten II, Buch VT, Kap. 38, S. 362. T) Jüdische Merkwürdigkeiten I, S. 199, Anm. 8.

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