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Jahresbericht · 1914-01-01 · 1913/14 (1914) · page 70

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Journal
Jahresbericht
Volume
1913/14 (1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 70)
Language
German
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— 22 — zweiten Judenschlacht (1349) völlig niedergebrannt1). Die dritte Synagoge ward wohl nach der Rückkehr der Juden auf derselben Stelle errichtet, wie die früheren. Über sie wissen wir gar nichts. Die Synagoge diente nicht nur zum Gottesdienst, hier wurden auch die vom Gericht den prozeßführenden Juden auferlegten Eide geleistet, hier verhängte der Rabbiner den Bann über straffällige Gemeindemitgheder, hier wurden wohl schon damals die Erlasse des Kaisers oder des Rates der Gemeinde bekannt gemacht. Hier wurden auch noch andere, mit dem religiösen Kultus in keinerlei Beziehung stehende Geschäfte erledigt2). So wurden die mit den Steuern Rückständigen nach beendigtem Gottesdienst vom Rabbiner zur Zahlung aufgefordert usw.3). Um die Synagoge zog sich ein allseitig abgeschlossener oder vielleicht ummauerter Schulhof4) (scolhob). Vom Jahre 1316 ab war er wie die Synagoge längere Zeit von der jüdischen Gemeinde für ein Darlehen versetzt; der Schulhof war 1364 noch nicht ausgelöst5). In dem Bedebuch von 1390 wird das schalanthus erwähnt. Dieses war das Backhaus, in dem die Sabbatspeisen gewärmt wurden6). Solche Sabbatöfen befanden sich zweifellos in jeder Gemeinde7). Die Gemeinde besaß auch ein besonderes Badehäuschen, gewöhnlich Badestube genannt, da „die juden sunderlichen unde mit keime cristen baden sollten"8). Es lag gegenüber der Judenschule, „vermutlich war der östliche Teil der heutigen Schmidtstube das Judenbad"9). Ein christlicher Wärter saß darin. Nach der Rückkehr der Juden (1360) ward es von neuem erbaut und entrichtete dem Domkapitel einen Zins von 2 4- Noch andere!) L. c, S. 40. «) Gengler S. 117. 8) L. c. *) Urkundenbuch Nr. 43, S. 13, Nr. 141, S. 51, Nr. 191, S. 79 usw. 5) Urkundenbuch Nr. 191, S. 79. Baerwald, Der alte Friedhof der israelitischen Gemeinde, S. 8ff. und S. 21. 6) Urkundenbuch S. 294. Schalant stammt vom französischen chalant (Partiz. von chaloir). Or Sarua gibt es einfach als Übersetzung des hebräischen Chamim (gewannte Speisen). Bas Wort Schalant ist dem R. Isak Or Sarua, dem Lehrer des R. Meier von Rothenburg, in dieser Bedeutung ganz geläufig. Später wurde es zu Schalet verdorben. VgL Zunz, Gottesdienstliche Vorträge, S. 456, Anm. 1. Ich verdanke diese Notiz wie nooh manche andere meinem lieben Freunde, Herrn Dr. Brann in Breslau, auch Herrn Bibliothekar Dr. Freimann bin ich für manche Anregung zu Dank verpflichtet. (Bothe, Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte usw., führt auf S. 165 und 172 für die Jahre 1694 und 1703 einen Schaolsetzer an, also einen Aufseher der Öfen für die Sabbatspeisen.) 7) Über das Kölner Backhaus siehe unter domus pistorea bei Stern-Höniger, Das Judenschreinsbuch usw., S. 237. . 8) Gengler S. 101, Anm. 28. * 9) Battonn IV, S. 30*. Im Bedebüch 1346 (Urkundenbuch1 S. 290) kommt Meekele als Wärterin in der juden badestobin vor. Bothe, L c, S. 74, hält sie mit Unrecht für einen Juden.

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