Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3089693-3089776--1479-3092402- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 26 In reichem Masse hat uns das Berichtsjahr des Lebens wechselreichen Gang vor Augen geführt. Sein Beginn brachte dem Lehrerkollegium einen seltenen Freudentag : Die Feier des goldenen Doktor jubiläums unseres früheren Amtsgenossen, des Herrn Prof. Dr. Theobald Epstein. Die Universität Breslau, die ihn vor 50 Jahren zur Würde eines Doktors der Philosophie promoviert hatte, liess durch den Direktor ein reich ausgestattetes Jubiläumsdiplom überreichen, das die pädagogischen und Avissenschaftlichen Verdienste des Jubilars würdigte; der Dezernent unserer Anstalt, Herr Königlicher Provinzial-Schulrat Dr. Borbein, übermittelte schriftlich die Glückwünsche des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums; im Auftrag des Schulrats überreichte eine Deputation unter Führung des Herrn Vorsitzenden Stadtrat a. D. Horkheimer dem hochverdienten früheren Lehrer die silberne Jubiläumsmedaille des Philanthropins. Möge der allverehrte Kollege, der sich noch gegenwärtig mit jugendlicher Kraft seiner Lieblingsbeschäftigung an unserer Schule, der Verwaltung der Bibliothek, widmet, noch viele Jahre den Seinen und uns erhalten bleiben! An dem gleichen Tage, dem 24. März, verschied im 79. Lebensjahre Herr Prof. Dr. Ludwig Oelsner, der 1858 von Berlin, wo er an der Knabenschule der isr. Gemeinde wirkte, an das Philanthropin berufen worden war und hier 10 Jahre mit hervorragendem Erfolge tätig gewesen ist. Mit seinem Ubergang an die Schulen der polytechnischen Gesellschaft im Jahre 1868 hat seine Teilnahme für unsere Anstalt nicht aufgehört; er hat sie namentlich in den letzten Lebensjahren oft und gern bekundet. Wir werden dem liebenswürdigen Kollegen, dem bedeutsamen Forscher auf dem Gebiet der Geschichte des deutschen Mittelalters ein dankbares Andenken bewahren. In Treue werden wir auch das Andenken an die langjährige Zeichenlehrerin des Philanthropins, Frl. Caroline Schi er holz, die am 19. April im Alter von 79 Jahren heimgegangen ist, festhalten. Von 1870—1902 hat Frl. Schierholz in gewissenhafter Pflichterfüllung an unserer Schule gewirkt; als sie vor nun acht Jahren von uns schied, um ihren Lebensabend in dem von ihr gewählten Ruhesitz in Hohemark zu verbringen, folgten ihr die aufrichtige Zuneigung und dankbare Verehrung von Generationen unserer Zöglinge, die in ihr nicht nur die Lehrerin, sondern auch die teilnahmsvolle Freundin ^gefunden hatten. Mit den Mitgliedern unseres Kollegiums war sie bis zu ihrem Hinscheiden in fortdauerndem Verkehr geblieben und hat an allem, was das Schulleben betraf, innigen Anteil genommen. Am 24. November war ein Jahrhundert verflossen, seitdem einer der hervorragendsten Lehrer unserer Anstalt, Dr. Jakob Auerbach, in Emmendingen geboren wurde. Durch 36 Jahre war, wie wir in der Geschichte der Schule, die gelegentlich der Jahrhundertfeier erschienen ist, näher erwähnten, Herr Dr. Auerbach zu reichem Segen am Philanthropin tätig und hat namentlich auf dem Gebiet des Religionsunterrichts bahnbrechend gewirkt. Wie er in der Vereinigung der religiösen Erkenntnis mit den herrlichsten Blüten deutschen Geisteslebens die eigentliche Aufgabe dieser Schule sah und diese Aufgabe in seinem Unterricht wie in den Büchern, die er als Grundlage für seine Unterweisung verfasste, zu erfüllen suchte, so bestimmt noch