Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 72)
- Language
- German
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— 27 — heute dieser Geist unser, seiner Nachfolger, Tun und bleibt unauflöslich mit dem Bestand der Schule verbunden. Wir erachteten es deshalb als Ehrenpflicht, an dem Gedenktage den Schülern und Schülerinnen den Lebensgang und die Lebensarbeit des bedeutenden Mannes, sein Wirken in der Schule, seine massgebende Stellung in den isr. Synoden und in der hiesigen Gemeinde wie in den anderen Ehrenämtern, zu denen er berufen war, zu schildern. Der Nachfolger Jakob Auerbachs in der Leitung der Julius und Amalie Flersheimschen Stiftung, Herr Oberlehrer Prof. Dr. Kracauer, beging am 16. Oktober den 25 jährigen Gedenktag seines Eintritts in dieses Amt. Der Direktor überbrachte dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche des Lehrerkollegiums und durfte dabei aus eigener Anschauung rühmend den Segen hervorheben, der für so viele Zöglinge aus der sorgfältigen und planmässigen Erziehung, die sie in der Stiftung erhalten, erwächst. Mit dem Ablauf des Schuljahrs gedenkt der Senior unseres Kollegiums, Herr Jakob Scherer, in den Ruhestand zu treten. Wohl selten ist es einem Lehrer, wie unserem scheidenden Amtsgenossen, vergönnt gewesen, 54 Jahre in angestrengter Schultätigkeit zu verbringen und sich dabei eine fast jugendliche Kraft und geistige Frische zu bewahren. Das lebhafte Interesse, das der scheidende Lehrer der Schule und den zahlreichen Schülern, die er herangebildet, entgegengebracht hat, sein grosses Lehrgeschick, seine stets gleiche Pflichttreue hätten Schulrat und Zöglinge gern schon bei früheren Gelegenheiten auch nach aussen hin anerkannt, wenn nicht der treffliche Mann bei seinem bescheidenen Wesen jede Huldigung ängstlich von sich fern gehalten hätte. So mussten sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum vor nun vier Jahren, sein 70. Geburtstag am 7. Mai 1908 auf seinen Wunsch unbeachtet bleiben; leider zwingt uns das schmerzliche Leid, das den verehrten Kollegen vor wenigen Monaten durch den Heimgang der gleichgestimmten Gefährtin seines Lebens getroffen hat, auch auf die geplante Abschiedsfeier-, die Zeugnis von der dankbaren Gesinnung und herzlichen Verehrung unserer Schulgemeinde für ihn ablegen sollte, zu verzichten: wir müssen uns mit dem innigen Herzenswunsch begnügen, class unserem lieben Freund und Kollegen als Lohn für sein selbstloses Schaffen im Dienst der Jugenderziehung ein reich gesegneter Lebensabend beschieden sein möge. In unserem Kreise wird ihm die alte, treue Anhänglichkeit bewahrt bleiben. Die an der Schule bestehenden Stiftungen wie die von der Unterrichtsverwaltung eingerichteten Fortbildungskurse haben auch in diesem Jahre mehreren Lehrern Gelegenheit zu weiterer wissenschaftlicher Ausbildung geboten. Herr Kollege Gut konnte im Sommer einen mehrwöchentliehen Aufenthalt in Frankreich nehmen, Herr Turnlehrer Döbert beteiligte sich im August an den in der Grossh. Turnlehrerbildungsanstalt zu Karlsruhe abgehaltenen Unterrichtskursen für Knabenturnen und Herr Prof. Dr. Levy im Oktober an dem naturwissenschaftlichen Ferienkursus im Institut des hiesigen physikalischen Vereins. Die Einrichtung besonderer Klassenbüchereien, über die im vorigen Programm näher berichtet worden ist, wurde im gegenwärtigen Jahre zum Abschluss