Mannheim
Compact Memory

Programm · 1911-01-01 · 1911 · p. Seite 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Programm
Volume
1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 25 (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3089693-3089776--1478-3092401
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 25 — Unterricht wiederum ermöglichte. Diese Freilassung war bereits Oktober 1906 auf den dringenden Wunsch der Eltern und des Schulrats an der Mädchenschule wie an der Vorschule der Realschule eingerichtet worden, konnte aber an der ersteren nach der Neuordnung vom 18. August 1908 nicht aufrecht erhalten werden. Es wird nunmehr möglich, den Unterricht am Philanthropin in der Weise zu verteilen, dass am Sonntag nur die vier oberen Klassen der Realschule Unterricht erhalten, der sich vom nächsten Schuljahr ab auf die Unterweisung in Religion und Hebräisch sowie in den wahlfreien Fächern beschränken wird. Damit wird auch endlich die Frage des Sonntagsunterrichts, die länger als ein Vierteljahrhundert die Gemüter der Schulgemeinde bisweilen mit grosser Lebhaftigkeit bewegt hat, der Lösung näher geführt. Der regelmässige Gang des Unterrichts wurde leider durch mehrfache Erkrankungen im Lehrerkollegium empfindlich gestört. Herr Prof. Dr. Michel musste während des Sommerhalbjahrs, Herr LehrerHeineman n'während des ersten, Herr Prof. Dr. Schwarz während des zweiten Vierteljahrs, Herr Zeichenlehrer Galliner von Mitte Mai bis zu den grossen Ferien, die ordentliche Lehrerin Frl. Falk während des Monats September, die Oberlehrerin Frl. Stern im Dezember und Januar krankheitshalber beurlaubt werden. Ausserdem waren auf kürzere Zeit zahlreiche Vertretungen durch Erkrankungen von Mitgliedern des Kollegiums notwendig, und zeitweise liess sich nur mit grosser Mühe der Unterrichtsbetrieb aufrecht erhalten. Zu längeren Vertretungen wurden mit Genehmigung der Schulbehörden die Hilfslehrerin Frl. AStruck, die Schulamtsbewerberinnen Frl. Hannah Meyersohn, Frl. Martha Neu und Frl. Hedwig Röthler sowie die Herren Rabbiner Dr. Salzberger, Kandidat des höheren Schulamts Paul Scheibe und Lehrer Scheuermann herangezogen; wir bleiben den genannten Kolleginnen und Kollegen für das uns gezeigte freundwillige Entgegenkommen zu herzlichstem Dank verpflichtet. Anstelle des frühvollendeten Kollegen Prof. Dr. Alfred Löhren wurde mit Beginn des Schuljahrs der bisherige Oberlehrer an der Tahnud-Töra-Realschule zu Hamburg, Dr. Hermann Freudenberger, zunächst kommissarisch berufen;*) nach seiner durch die Patronatsbehörde erfolgten Wahl ist Herr Dr. Freudenberger mit Beginn des nächsten Schuljahrs definitiv angestellt; die Schule darf von dem gewissenhaften und gründlich vorgebildeten Lehrer eine segensvolle Wirksamkeit erhoffen. Als Hilfslehrer war ferner im Sommerhalbjahr der Lehrer Hermann Schacher aus Berlin beschäftigt. *) Hermann Freudenberger, geboren den 29. Dezember 1875 zu Heidingsfeld in Unterfranken (Bayern), besuchte das alte Gymnasium zu Würzburg und widmete sich auf den Universitäten zu Würzburg und München dem Studium der deutschen Sprache, Geschichte und Erdkunde. Im Oktober 1898 legte er die bayrische Staatsprüfung, Oktober 1907 die bayrische Spezialprüfnng ab, am 27. Juli 1906 in Kiel auch die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an preussischen höheren Lohranstalten. 1899—1900 war er als Lehrer an der Real- und Handelslehranstalt in Neustadt a. A. (Bayern), von 1900 bis zu seinem Eintritt in das Philanthropin als Oberlehrer an der Talmud-Tora-Realschule zu Hamburg tätig, zugleich war er Ostern 1909—1910 Mitglied des staatlichen Seminars an der Oberrealschule vor dem Hohtentore in Hamburg. Im August 1902 promovierte er in Rostock auf Grund seiner Dissertation: Hamburgs Streit mit Christian IV. von Dänemark über den Glüekstädter Zoll,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.