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Programm · 1911-01-01 · 1911 · p. Seite 24

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Journal
Programm
Volume
1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 24 (sequence 69)
Language
German
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— 24 — Eine zweite, gleichfalls schon längere Zeit behandelte Frage galt der bürgerkundlichen Belehrung unserer Jugend. Eine systematische Unterweisung in der Bürgerkunde auf Grund eines besonderen Lehrbuchs erschien uns nach sorgfältiger Erwägung nicht geboten; dagegen wurde die staatsbürgerliche Unterweisung namentlich im Anschluss an den Geschichtsunterricht und zwar in der Art zwangloser Besprechung als für sechsstüfige Anstalten besonders geeignet gehalten, und sie ist in dieser Form auch schon geübt worden. In den letzten Monaten des Schuljahrs bot die am 12. Dezember erlassene neue Dienstanweisung für die Direktoren und Lehrer Gelegenheit, manche an unserer Anstalt bestehende Einrichtung einer Neuordnung zu unterziehen. Namentlich musste die Strafordnung, die sich noch manche Eigenarten der philanthropinistischen Richtung bewahrt hatte, umgestaltet werden. Vor diesen neuen Aufgaben traten die früheren Bestrebungen nicht in Hintergrund. Die Einführung der sog. Kurzstunde mit Beginn des gegenwärtigen Schuljahrs ermöglichte endlich, den Anforderungen der Behörden wie den Wünschen der Eltern unserer Zöglinge gerecht zu werden und die Zahl der schulfreien Nachmittage zu erhöhen, zugleich auch den Sonntagsunterricht einzuschränken. Die durch die neue Einrichtung. gewonnene freie Zeit ist in erster Reihe der körperlichen Erholung zu gute gekommen und hat zur Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse der uns anvertrauten Jugend — neben den allen Anforderungen der Schulhygiene entsprechenden Einrichtungen unseres neuen Schulgebäudes — wesentlich beigetragen: der Gesundheitszustand der Knaben sowohl wie der Mädchen unserer Anstalt war in diesem Jahre ungewöhnlich günstig, von Infektionskrankheiten blieben wir ganz verschont. Die freien Schulnaehmittage Hessen ferner in der Knabenschule die Einr ichtu n gbeson der er Spiel n ach mittagewieder aufleben; auf dem geräumigen Turnhof unserer Anstalt wurden von den Schülern in 3 Abteilungen volkstümliche Übungen vorgenommen. Auch dem Schwimmen wurde erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet, sodass sich die Zahl der am Schwimmunterricht teilnehmenden Zöglinge gegen die Vorjahre erheblich steigerte; den Schülern der Klasse I, die des Schwimmens mächtig waren, wurde gestattet, der Schülerabteilung der Frankfurter Rudergesellschaft „Germania 1869*' beizutreten und dort unter tüchtiger Leitung an den für die Gesundheit so wertvollen Ruderübungen teilzunehmen. Dem ver* ehrlichen Vorstand der Rudergesellschaft sei für die freundliche Aufnahme und die besondere Förderung, die unseren Schülern zuteil geworden ist, der aufrichtige Dank an dieser Stelle ausgesprochen. Für die Mädchenschule war eine Vermehrung der schulfreien Nachmittage nicht zu erreichen, da die staatliche Aufsichtsbehörde es nicht als zulässig erachtete, hier den Vormittagsunterricht auf mein' als fünf aufeinanderfolgende Lektionen auszudehnen; immerhin aber brachte die Einführung der sog. Kurzstunde auch der Mädchenschule eine wesentliche Erleichterung, indem sie die Freilassung des Sonntags vom

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