Programm
- Journal
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- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 20)
- Language
- German
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— tt - \ " Schriftsteller und Schulmänner zu dieser Frage Stellung genommen und in eingehender Verhandlung eine Fülle von Anregungen gegeben. Wie verschieden auch die Ansichten im einzelnen, etwa über. Auswahl und Behandlung des Wandschmuckes, waren, darüber aber herrschte völlige Emstimmigkeit, daß die Schule die Aufgabe habe, auch den Grund zu einer künstlerischen Kultur unseres Volkes zu legen durch Betrachtung von Werken der Kunst aus vergangenen und gegenwärtigen Tagen. Ein ständiger, mit Sorgfalt ausgewählter Wandschmuck sollte, allmählich den Kindern zu innerem Eigentum werden. Freilich — darüber war man sich klar, daß alle Reproduktionen, und wären sie noch so gut, immer nur ein Notbehelf, ein Surrogat bleiben mussten, und schon taucht der Gedanke auf, für Schulzwecke eigens neuen Wandschmuck zu schaffen. Es ergeht ein lebhafter Appell an die deutsche Künstlerschaft, ihre Kräfte in den Dienst dieser segenverheißenden Bestrebungen zu stellen, und er verhallt nicht ungehört: Männer wie Thoma, Kampf, Kallmorgen, Volkmann, Georgi, Jank u. v. a. werden Mitarbeiter an dem großen Werke, und ihre farbigen Steinzeichnungen, die bei aller Naturwahrheit eine große dekorative Wirkung zeigen, schmücken heute schon zahlreiche Schulen. Doch selbst die Ausschmückung mit diesen Bildern, die ja in gewissem Sinne Originale sind, kann nicht das höchste Ideal für die künstlerische Ausstattung moderner Schulräume sein. Das Ideal bleibt immer ein Wandschmuck, der für jede Schule unter völliger Berücksichtigung ihres besonderen Charakters eigens hergestellt werden müßte. Die Repräsentationsräume, Aula und Conferenzzimmer, die Korridore und Fachsäle müßten Bilder mit Darstellungen aus der Geschichte der Schule, des Heimatsortes und des Vaterlandes erhalten, insbesondere sollten im Festraum durch Wandgemälde die großen Ideen verkörpert werden, deren Pflege der Schule ein besonderes Gepräge verleiht. In Stockholm und Göteborg (Schweden) hat man diesen Gedanken bereits zur Tat gemacht: Künstler wie Larsson, Liliefors und Prinz Eugen von Schweden haben für mehrere Schulen große Freskengemälde geschaffen, und auch in Deutschland sind einige ähnliche Schöpfungen zustande gekommen. Gerade die monumentalen Aufgaben für öffentliche Gebäude sind ja geeignet, die Kräfte der Künstler zur Entfaltung zu bringen, und immer ist — das lehrt die Geschichte — die Kunst zur hohen Blüte gelangt, wenn den Künstlern Gelegenheit geboten ward, aus dem Reichtum und der Fülle der eigenen Zeit zu schöpfen, doch schaffend aus ihr das ewig Geltende für alle Zeiten zu retten. Dies sollte der leitende Gedanke für die Ausschmückung unserer Bildungsstätten sein. Es hat uns auch als Ideal vorgeschwebt, als es . galt, unsern Neubau zu schmücken, aber er hat — aus äußeren Gründen — nicht verwirklicht werden können. Bescheidene Ansätze freilich wurden gemacht; die Aula erhielt vier Oelgemälde (das Bildnis des Begründers und die Porträts der 3 früheren Direktoren der Schule) und eine Korridorwand wurde mit einem großen Bilde von Alt-Frankfurt geschmückt. In der Hauptsache aber blieben für die künstlerische Ausschmückimg unserer Schule folgende Grundsätze maßgebend: