Programm
- Journal
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- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 21)
- Language
- German
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- 22 - Nur Bilder von künstlerischem Wert dürfen als Wändschmuck dienen richtliche oder fachwissenschaftliche Nebenzwecke sind ausgeschaltet. Denn der Wandschmuck soll nicht belehren, sondern erfreuen, erheben; er soll die Klassen und Korridore zu gefälligen, heiteren, zu stimmungsvollen ßäumen gestalten. Er dient nur dem idealen Zweck, die Kinder empfänglich zu machen für die Schöpfungen der Kunst, ihnen die Augen zu öffnen für die Schönheiten der Natur, damit ihr Geschmack sich läutere und das Bedürfnis nach einer gefälligen, vielleicht auch künstlerischen Gestaltung ihrer eigenen häuslichen Umgebung sich entwickele. Sollte die Ausschmückung diesen Erfolg zeitigen, so mußte sie stark und doch maßvoll sein; auf eine einheitliche dekorative Wirkung wurde darum das Hauptaugenmerk gerichtet, Bilder großen Formats und kräftiger Farbengebung wurden besonders berücksichtigt. Bei der Auswahl hinsichtlich des Inhalts wurde der allgemeinbildende Charakter der Schule in erster Linie, in zweiter erst die besondere Geartung unserer Schule in Betracht gezogen. Die Hauptgebiete künstlerischen Schaffens (Malerei, Plastik und Architektur) sind ebenso vertreten, wie alle großen Epochen hoher Kunstblüte. Die Masse des Materials gliedert sich in zwei große Gruppen: Die eine umfaßt Reproduktionen nach Werken alter und moderner Meister; Kohledrucke und Photographien, Farbendrucke und Gravüren, Radierungen und Holzschnitte; 'die andere Gruppe umfaßt die Schöpfungen, die eigens als Schulwandschmuck gedacht sind, besonders die farbigen Lithographien, die von Teubner, Voigtländer u. a. herausgegeben sind Es besteht weiterhin die Absicht, auch Originalgemälde zu erwerben, denn erst das Original vermag einen vollen künstlerischen Genuß zu vermitteln. Bei der Verteilung und Anordnung der Bilder wurde darauf Bedacht genommen, daß jeder Korridor, jeder Fachsaal und jede Klasse ein möglichst einheitliches -Gepräge erhalte. Bei den Korridoren wurden die angrenzenden Räume, bei den Fachsälen deren Bestimmung, bei den Klassen die Altersstufe der Kinder berücksichtigt; die unteren Klassen erhielten mehr farbige Bilder als die oberen, die Klassen und Räume der Mädchenschule im allgemeinen eine zarter gestimmte Ausschmückung als die der Realschule. Es wurde, .wie schon angedeutet, der Versuch gemacht, Bilder mit einheitlicher Grundstimmung auf je einen Korridor zusammenzubringen: So erzählt der eine „das Menschenleben vom Morgen bis zum Abend", der andere zeigt Bilder aus „Wald und Feld", ein dritter „deutsche Dörfer und Städte", ein vierter „Burgen und Schlösser". Auch in den Blassen wurde möglichst ein einheitlicher Grundzug festgehalten. Die unteren Blassen berichten von „Kinderspiel und Kinderfreud'", aus der „Märchenwelt", von den „Jahreszeiten", von „Menschenarbeit", die mittleren vereinigen Bilder aus „Sage und Geschichte", die oberen Bilder von „deutscher Art und Kunst". Außer der ständigen Ausschmückung werden noch in jeder Klasse wechselnde Ausstellungen von Bildern veranstaltet, die als künstlerische Begleitung des Unterrichts aufzufassen sind. Es sind Bilder zur Sage und Geschichte, zur Geographie und