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Programm · 1905-01-01 · 1905 · p. Seite 26

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Journal
Programm
Volume
1905
Date
1905-01-01
Page
Seite 26 (sequence 115)
Language
German
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— 26 — In steter Treue werden wir auch unseres bisherigen Vorgesetzten des Königlichen Pro vinzialschulrats Herrn Dr. Kaiser gedenken, der am 1. Januar sein Dezernat über unsere Schule niedergelegt hat. In den vier Jahren, in denen das Philanthropin seiner Obhut anvertraut war, hat Herr Povinzialschulrat Dr. Kaiser den Unterrichtsbetrieb unserer Anstalt durch mannigfache wertvolle Anregungen gehoben und bei seinem warmen Herzen die Interessen der am Philanthropin wirkenden Lehrer bei jeder Gelegenheit gefördert. Die lebhafte Teilnahme die er unserer. Schule noch zuletzt bei der Jubelfeier in so herzlicher Weise bewiesen hat, lässt uns auf ein gleich freundliches Interesse an ihrem Gedeihen auch für die Zukunft hoffen. — An Stelle des Herrn Provinzialschulrat Dr. Kaiser ist Herr Provinzialschulrat Dr. Baier zum Dezernenten für das Philanthropin ernannt worden. In erfreulicher geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit beging der frühere Leiter des Philanthropins, Herr Direktor Dr. Hermann Baerwald am 27. Februar die Feier seines 50 jährigen Doctorjubiläums. Auf den ausdrücklichen Wunsch des Jubilars unterblieb jede äussere Festlichkeit, doch ward dem Collegium die Freude zuteil, seinem Senior durch eine Deputation mit den innigsten Glückwünschen die aufrichtige Verehrung und die herzliche, dankbare Gesinnung kundzugeben, die wir alle für den um unsere Anstalt so hochverdienten Mann hegen. Mögen wir das hohe Glück haben, noch lange, lange Jahre die tiefe Einsicht und die reiche Erfahrung des allverehrten Mannes, der auch nach seinem Rücktritt der Stätte seiner Lebensarbeit ungeschwächte Teilnahme zuwendet, zum Segen für die Schule verwerten zu können. Zwei ehemalige, verdienstvolle Lehrkräfte sind leider im letzten Abschnitt des Berichtsjahres durch den Tod abberufen worden. Am 12. Februar starb Frau Rosalie Essinger, geb. Stie'bel, die 11 Jahre, 1862 bis 1873, als tüchtige Lehrerin an unserer 1 Mädchenschule wirkte, bis sie infolge ihrer Verheiratung den Lehrberuf aufgab; am 2. März geleiteten wir Herrn Professor August Schlimbach zu Grabe. 27 Jahre, von 1864 bis 1891, war August Schiimbach nebenamtlich am Philanthropin als Lehrer für das kaufmännische Rechnen und die Buchführung tätig und hat bei seiner vorzüglichen Lehrbefähigimg die Zöglinge in den von ihm erteilten wichtigen Unterrichtsgegenständen trefflich gefördert, durch seine schlichte, grade Art und sein freundliches Wesen die Liebe der Schüler und die Hochachtung und Verehrung der Gollegen erworben. Auch nach seinem Scheiden von der Anstalt blieb er mit Amtsgenossen und ehemaligen Schülern in freundschaftlichem Verkehr und bewahrte unserer Schule herzliches Interesse, Den Dahingeschiedenen hat die Schule als Zeichen der Dankbarkeit Kränze auf das Grab gelegt; ihr Andenken wird in unserem Kreise fortdauern! Der Unterricht hat mit dem Beginn des Winterhalbjahres eine bedeutungsvolle Ausgestaltung durch Einführung wahlfreier Kurse im kaufmännischen Rechnen und in der Buchführung für die Zöglinge der drei oberen Realschulklassen und der zwei oberen Mädchenklassen erfahren. Wie in dem Jahres-

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