Programm
- Journal
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- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 114)
- Language
- German
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— 25 — unsere Schülerinnen erhoffen. Bis zum Eintritt des Frl. Stern führte die Lehrerin Frl. Bohrmann in allen Unterrichtsfächern die Vertretung. Frl. Bohrmann gebührt für ihre Bereitwilligkeit und die Treue, mit der sie ihre Amtspflichten versah7 auch an dieser Stelle aufrichtiger Dank. Grössere Veränderungen wird das Lehrercollegium. mit Abschluss dieses Schuljahres erfahren: Zwei langjährige und um das Philanthropin hochverdiente Lehrer, die Professoren Joseph Herz und Dr. Joseph Ferwer haben in Rücksicht auf ihr Alter und ihre schwankende Gesundheit um ihre Pensionierung nachgesucht. Über den Lebensgang beider Lehrer seien an dieser Stelle folgende Daten mitgeteilt. Joseph Herz ist am 8. Dezember 1835 in Langenberg in der Rheinprovinz geboren; er besuchte das Gymnasium in Recklinghausen, studierte drei Semester in Bonn und Berlin Medizin, bildete sich privatim zum Lehrer aus und bestand am 10. Juli 1862 in Moers zunächst die Prüfung pro schola. Nachdem er in den Jahren 1862 bis 1865 an einem Privatinstitut in Cöln als Lehrer tätig war, bezog er die Universität Berlin und widmete sich hier vorzugsweise dem Studium der germanischen und romanischen Philologie, setzte diese Studien 1868 bis 1870 in Paris fort und erwarb sich 1872 in Bonn die facultas docendi. Ostern 1872 trat er zur Ableistung des Probejahres in das Philanthropin ein, wurde am 10. Januar 1875 als ordentlicher Lehrer angestellt und am 21. Juli 1888 zum etatsmässigen Oberlehrer befördert; im Dezember 1901 wurde ihm der Professortitel und im März 1902 der Rang der Räte vierter Klasse verliehen. Von seinen zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen seien, besonders die Abhandlungen in den Jahresberichten unserer Schule von 1874 und 1879 „Französische Synonyma" und „Saint Alexis", eine altfranzösische Alexislegende aus dem 13. Jahrhundert, sowie sein Beitrag in unserer Jubelschrift „Adverbien und Adverbiale Redensarten im Neufranzösischen" hervorgehoben. Hubert Joseph Ferwer ist am 17. Dezember 1844 in Kaiserswerth geboren, besuchte das Gymnasium in Kempen und studierte auf den Universitäten zu Löwen, Bonn und Marburg neuere Philologie Geschichte und Geographie; 1869 legte er iii Bonn die Prüfung pro facultate docendi ab und promovierte in demselben Jahre in Freiburg i. B. Nachdem er am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Cöln, an der Realschule in Magdeburg und an der Gewerbeschule zu Gleiwitz tätig gewesen war, wurde er im April 1875 an das Philanthropin berufen, hier im November 1880 definitiv angestellt und am 27. März 1893 zum Professor ernannt; am 1. Mai desselben Jahres wurde ihm der Rang der Räte 4. Klasse verliehen. In den drei Jahrzehnten, in denen die trefflichen Männer am Philanthropin amtlich tätig waren, haben sie mit gleicher, andauernder Pflichttreue, mit der gleichen ernsten Auffassung von der Bedeutung eines Jugenderziehers zu reichem Segen auf Generationen unserer Schule gewirkt und sich den Anspruch auf unsere innigste Dankbarkeit erworben; Möge es ihnen vergönnt sein, sich noch viele Jahre der verdienten Ruhe zu erfreuen, mögen sie sich versichert halten, dass aRe Kreise der Schule ihnen eine liebevolle Erinnerung bewahren werden.