Programm
- Journal
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- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 78)
- Language
- German
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— 21 — haben,' Union allen, die Sie zu demselben sieh mit uns vereinigt haben, zu warmem Danke verpflichtet sind. . Wenn die Otiten Wünsche, die hier in so beredten Worten ausgesprochen worden sind, .sieh erfüllen, dann, wird das .Philanthropin einer Zukunft euigegeugehon, die sieh seiner ruhmreichen Vergangenheit würdig anreiht. Weilen auch von den Männern, welehe der Sehlde ihren v-Jlanz verliehen halien, viele nichtmehr unter den Lobenden, .so wirken in der Gegenwart andere in ihrem (»eiste, und wennwir beim Beginn.dieser Feier im Rückblick auf vergangene Zeiten klagend es aussprechen mussten: „Was vergangen, kehrtnicht wieder", so berechtigt uns zum hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft die Fortsetzung des Dichterwortes: „Aber ging es leuchtend nieder. Leuchtet's lange noch zurück." Es leuchtet und wird, will's Gott, 'weiter leuchten und wirdkünftige Geschlechter befruchten zum Guten. Glück auf denn, .Philant-hronin. auf dem Wege ins neue Jahrhundert! Freilich, die Zeiten haben sich gewandelt, und nach hundertjähriger Kutwicklung steht die Anstalt anderen Verhältnissen gegenüber, anderen Verhältnissen auf religiösem, auf socialem, auf politischem Gebiete. Und diese Schule, die unter der Devise des-Foitsehritts gegründet worden ist, sie wird auch in ihrer weitereu Entwicklung den Zeitverhältnissen Kcehnung tragen müssen'. Sie wird, das Alte ehrend, aber dem Neuen sich nicht versehliessend, fortschreiten müssen mit der fortschreitenden Zeit. Unter allen Verhältnissen aber und zu allen Zeiten, solange sie berufen sein wird, ihre hohe Aufgabe zu erfüllen, wird sie die Jugend beseelen mit dem Geiste: echter, nicht am Aeivsserlichen haftender Religiosität, '/u allen Zeiten wird sie ihre Schüler heranbilden zu treuen Bürgern und Bürgerinnen des Staates, sie wird auch fernerhin den Sinn für das gemeine Wohl in ihnen erwecken, und sie wird sie erziehen in Liebe und Treue zu in deutschen Vaterland. Ja. die Zeiten haben sich gewandelt! Was vor hundert Jahren ein Traum war, ist heute Wirklichkeit, geworden. Ein Deutsches Reich, stark, und achtunggebietend, vereinigt die deutschen Lande. Unter seinem Schutze kann der Bürger in .Frieden sich den Kuituranfgaben widmen, die die neue Zeit ihm stellt. Unter seinem Schutze können die Bildungsstätten blühen und gedeihen, welche das künftige Geschlecht befähigen' sollen, diesen KulturaufgaWen gerecht zu werden. Wir freuen uns des Errungenen im hoffnungsvollen• Vertrauen, dass in der Zukunft zur vollen Wahrheit werden möge, was den Gründern dieser Anstalt als hohes Ziel vorschwebte, ein Ziel, von dem wir, trotz treuoster Mitarbeit im Dienste der Allgemeinheit, noch weit entfernt zu sein seheinen. Gross sind die Anforderungen der neuen Zeit an den Bürger- und -Gemeinsam. Es genügt nicht, dem Vaterlande in treuer Anhänglichkeit ergeben zu sein, es zu lieben. wie man eine Mutter liebt; was die Gegenwart verlangt und die Zukunft vielleicht in noch höherem Masse verlangen wird, es ist die Betätigung der Vaterlandsliebe in der höchsten Ausbildung dos Pfliehtbewusstseius. In solcher Erkenntnis richten wir in dieser Feierstunde den Blick auf das Vaterland, und es steigt vor uns auf das Bild des erhabenen Fürsten, der, an der Spitze des Deutschen Reiches stehend, seines hohen Amtes-mit Kraft und Einsicht waltet. In der Ausbildung des \Bewusstseius der Pflieht wie in der Pflichterfüllung, die aus diesem Bewusstsein erwächst, ist uns Kaiser Wilhelm ein leuchtendes Beispiel. So wirkt, er für die Wohlfahrt des. Staates, so wirkt er ' für die Erhaltung des Friedens, dessen Segnungen wir uns erfreuen, des Friedens, der auch dieser Anstalt gestatten möge, von Jahr zu Jahr neue Bildungssaat zu senken in die Herzen unserer Jugend. - Wir wollen diese Festesstunde nicht beschliessen, ohne uns zu vereinigen in dem freudigen Rufe: „Seine Majestät unser Kaiser-und König — er lebe hoch»* Nach Absingung der Kaiserhymne war die .Feier beendet. •— Der Nachmittag des Ilaupti'esttages Avar seelischen und musikalischen Dari>) Die Festbictungen gewidmet;' bei welchen jetzige und frühere Zöglinge wetteifernd ihre auffahrungen. Talente zur Verherrlichung der ■Jahrhundertfeier darboren. Um Uhr begannen die Festaufführungen in. den• gleichen, tou einer erwartungsvollen Zuschauer-