Programm
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- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 72)
- Language
- German
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Urteile über tlio ersten Ergebnis«*4 des neuen IJnterriehts g-efäur. und alle diY Direktoren der zahl reichen Schulen, die nach dem in dieser Stadt erstanden, sin(i den Bahnen jener i«r.»tea Direktoren gefolgt. So ist .es die Pflege einer aiten Tradition, wenn k<>liegialiseh«' und freundschaftliche Be- '/iohun^en Sie mit uns verlmulen, wenn, in den 'Zusammenkünften, die wir -monatlich halten, wir uns mit Ihnen vereinigen. Wenn wir da als* unsern Senior Ihren früheren Direktor in unserer Mitte erblicken, so ist das für uns immer eine besondere Freude, und wir freuen uns auch der Anregungen, die uns von seinem Nachfolger zuteil werden. Und wenn der letzte Direktor des alten Frankfurter Grymnjisinms die besondere Freude hatte, mit diesen beiden Männern au einer ganzen Reihe von wohltätigen Anstalten mitwirken zu dürfen, die durch jüdische Mitbürger gegründet worden sind, so ist das nicht, nur' ein äusseres Zeichen der Verbindung, die jetzt alle höheren Schulen hier mnschUesst. '.. Aber ich' glaube, in jenen Urteilen meiner Amtsvorgänger Moscho und Marthia'e lag noch etwas Tieferes. Auch über das Gymnasium, die alte .Lateinschule, kam damals ein neuer Geist, und dieser Geist ging aus von der Stätte, die damals den Mittelpunkt des geistigen Leben.» in Deutschland bildete, von Weimar. Wir müssen hier des Mannes gedenken, den Goethe als den Hamanns feiert. Der neuere Humanismus geht im wesentlichen zurück auf Herder, und von Herder geht die Neuschöpfung des Gymnasiums aus. Die alte Lateinschule war nur eine Fachschule: durch Herder ist das humanistische Gymnasium geschaffen worden, hier sollte nicht ein einzelnes Fach gepflegt werden, »ondevn das edelste Menschentum eine Pflegestätte finden. Dieses edelste Menschentum glaubte mau damals insbesondere in den Griechen und Kölnern zusehen. Es ist merkwürdig, 'das.* man die luunamsti.-H-hen Anstalten so lauge in Gegensatz zu den Reaianstalten gestellt hat. Erst unsere Zeit hat das Neue gebracht, dass alle Schulen, die gleiches Ziel verfolgen, gleichberechtigt und gleichwertig sein, sollen. Denn sie alle pflegen, was das Edelste ist im Menschen. Und wenn Mosche und Matth iae so freundlich die Anfänge des Philanthropins begleitet haben, so ist es auch bei ihnen die Erkenntnis, das.» die neue Schule gleichen Geistes mit der alten sei. Wo solcher Geist sich zeigt, ist. was edel menschlich ist,.zugleich das Göttliche. Und den göttlichen Funken zu wecken, zu pflegen, ist das wahre Werk jedes Pädagogen, jedes Erziehers. Wenn er es ausführen will, muss er den Glauben haben an das Gute im Menschen und die Liebe, jene Liebe, die sich des armen Buben in Marburg annahm, und die Hoffnung, da>s es ein heiliges Amt ist, an dem wir arbeiten. Diesen edlen Optimismus müssen wir Lehrer hal>en, sonst sind wir trübe Gäste und Fremdlinge in den Räumen unserer Schulen. Solcher Geist hat stets in dieser Anstalt geherrscht,- das zeigt die Dankbarkeit der Schüler. Nicht Prüfungen und Examina allein, obschon sie notwendig sind, zeigen, was eine Schule leistet, sondern das, \va.» au.» den Schülern wird, wie sich ihr Wesen im Leben bewährt; denn der Saat entspricht die Ernte. Und da können wir unsere beiden Kollegen nur aufs herzlichste beglückwünschen zu der reichen Dankbarkeit, die sich an diesem Fest der'Schule offenbart und schliessen uns von Herzen der Freude an. die sie selbst empfinden müssen. Diesen herzlichen'-"Worten schlössen sich die Herren Direktoren Walter und'.Keller:' als "Vertreterder MusterschiTle und Elisa bethensehule. ebenfalls mit einer warm empfundenen Ansprache, an und überreichten, zugleich als Zeichen des Dankes für die zu der vorjährigen Jahrhundertfeier ihrer Schulen dargebrachten Glückwüusche, ein künstlerisch ausgeführtes Gedenkblatt als .lubilaumsgabe. Sodann" sprach Herr Direktor Dörr von der Liebig-Realschule im Namen der städtischen. Reaianstalten der ältesten Schwesteranstalt deren Wünsche aus, die darin gipfelten, dass in ihr auch weiterhin der Geist wahrer Wissenschaftlichkeit im Verein mit echt deutscher. Gesinnung herrschend sein möge. Weitere Glückwünsche überbrachten Herr Wilhelmy für die Frankfurter Handelskammer, Herr Rektor Hinkel für die Rektoren Vereinigung, Herr E. Eies für den Lehrer verein, Herr Rektor a.*D. Glum für die Allgemeine Lehrervcrsainiulung. Fräulein Raiisen berger für den Verein der Lehrerinnen und Erzieherinnen. Herr Direktor Dr. E. Fhilippson, der. zwölf Jahre lang am Philanthropin gewirkt hat und jetzt die Jakobsousehuie