Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3089693-3089762--1076-3091993- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 1-7 - Die Schul«' h;it eine ungeheure Anzahl junger Leute, und nichtnur dieser Staut, Knaben und Miidchen, mit nützlichen Kenntnissen und Bürgvrtugenden ausgerüstet. Sic hat sie in den ersten .]nhrzehnte:i ihres* Bestehens - in deutsche Art und vaterländischen Sinn sieh' einzuleben gelehrt .und später, nach der Wiederauf richtung des deutschen Reichs,- die 'Herzen* der Zöglinge mit Begeisterungfür das neuorstandene Bei eh und seine Kaiser zu erfüllen Verstanden. "-Sie hat sie aber auch zii /begeisterten, gvsinnungstüchtigen .luden erzogen, die in sich die Uebertzeugung aufg^nomme-n,; das» das Judentum -noch eine Zn'knnft hat und da:ss es die Pflicht seiner Bekenner sei, es dieser seiner Zukunft entgegenzufahren. Und sie hat endlieh den Beweis erbrächt, dass das Judentum, nach seinem Geiste erfasst und fortgebildet, mit der modernen Bildung und-den Anforderungen des bürgerlichen Lehens durchaus-in Einklang steht. Aber mit welcher Liebe hat sich auch die Gemeinde ihrer Schule angenommen! Schon zu der Zeit, wo eine rechtliche Verpflichtung zur Fürsorge für die Schule noch nicht bestand, hat sie diese Bildungsanstalt in jeder "Weise zu fördern sich bemüht, und gar bald ist sie dazu ü1 »er^epmgeh, die Schule ganz auf ihre Kosten zu führen und zu erhalten, was zeitweise den Aufwand von mehr als der Hälfte des Steuereinkommens in sich schloss und heute noch (hui Aufwand von fast der Hälfte desselben bedeutet. Brst kürzlich sind dank dieser Fürsorge 'die Gehairs- und Relikter.vei*hält.nisse der Lehrer im Sinne einer vollständigen Gleichstellung derselben mit ihren au den anderen Öffentlichen höheren Lohr-Anstalten der Monarchie wirkenden Collegen geordnet worden Indessen hat die Schule den Dank, den sie der Gemeinde, für ihr»4 ununterbrochene Teilnahme und Unterstützung schuldet, abgetragen: sie hat den "Ruhm der Gemeinde in alle Länder hinausgetragen; mit von ihr-ist zum Segen der Gemeinde nicht nur, sondern der ganzen Geineinschaft eine Hebung und Belebung des neuzeitlichen -Judentums"ausgegangen. Als ein Zeichen »ler Anerkennung der. Dienste. * die die. Schule der Gemeinde geleistet, und der Verdienste, die sie sich insbesondere um die Vereinigung der religiösen Krkenntnis mit den herrlichsten Blüten deutschen Geisteslebens erworben, hat die Gemeinde der Schule zu diesem ihrem Jubeltage ein Bildnis Sr. Majestät des Kaisers,, des hnehsinmgen und starkgeisngen Förderers aller idealen Bestrebungen, geschenkt, und sie hat weiter eine«» lang gehegten,Wunsche der Schule nach Anschaffung eines Harmoniums -entsprochen. Möge — das ist der Wunsch, der die israelitische Gemeinde an dem Jubeltage ihrer Schule beseelt — möge diese Schule weiter ihres hohen Bernfes walten; möge sie, wie sie im ersten Jahrhundert ihres Bestehens reichsten Segen auf..die Vaterstadt und das Vaterland ergossen, auch im zweiten Jahrhundertfruchtbringend 'wirken, und mögen ihre Lehren* weiter zeitigen eine Fülle von Bekundungen wahrhafter Keligiosität, echten Bürgersinnes, reinster Vaterlandsliebe und edelsten ■Menschentums! Das walte-Gott! .Die Glückwünsche der Direktoren der höheren Lehranstalten .Frankfurts überbrachte sodann der dainalig*e Leirer des Goethe-Gyinnasiiuns, Herr Geh. ,Reg'iprun g,\sr a t Dr. Reinhardt: Den Angehörigen dieser Schule, die heutegefeiert wird, insbesondere dem Lehrerkollegium und-den beiden hier anwesenden Leitern der Anstalt, bringe ich im Namen der Direktoren aller höheren Lehranstalten dieser Stadt die herzlichsten Glück- und Segenswünsche dar. Als diese Schule, die jetzt, einen starken, mächtigen Organismus bildet, ein kleines Kind, noch in der Wiege lag. standen uni diese Wiege mit vielon der edelsten Männer dieser Stadt auch die einzigen Direktoren der Schulen, die damals als höhere Schulen bereits in Frankfurt bestanden, der .Musterschule und des alten städtischen Gymnasiums. Der Musterschule ist heute schon verschiedentlich gedacht worden. Der erste Direktor dieser Anstalt hat viel dazu -.beigetragen, dass dieses Werk gedeihen konnte. Aber es ist für denjenigen, .der der Direktor des einzigen Gymnasiums dieser Stadt bis zum Jahre gewesen ist, erfreulich zu sehen« dass die Direktoren der alten schon 1520' gegründeten * Lateinschule ebenfalls an dieser Wiege gestanden haben. Mosche und sein'Nachfolger Matthiao haben der Anstalt mit Rat, und Tatgeholfen, sind mit tätig gewesen bei der Auswahl-der Lehrkräfte,- haben freundliche