Programm
- Journal
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- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 60)
- Language
- German
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der d'Mitsehen Dichter und ■Donkor bildet sich ihre Ideenwelt, hildot sich dor deutsche Idealismus, dor zu dorn gleichen herrlichen Ziele führt wie unsere Religion, dass das eigentliche Glück, dor wahre Wert des Daseins nicht in dor Außenwelt, sondern allein im inneren Lehen liegt. Derselbe Oberlehrer Hess, der in der ersten von ihm verfassten Schulschrift die Erziehungzum Weltbürgertum «als vernehmlichste . Aufgabe jeder wahren Erziehungsanstalt fordert, ist schon wenige Jahre später — 18M — zu der Überzeugung* gelangt, dass diese Aufgabe in der Heranbildung tugendhafter und wahrhaft religiöser Bürger des Vaterlandes liegt, und in unentwegter Treue hat er in diesem nationalen Geist das Philanthropin bis in sein hohes Alter geleitet. Diesen nationalen Geist zu pflegen, das nationale Gefühl kraftvoll in der Jugend, die hier erzogen wurde, pulsieren zu lassen, war das gleicheifrigo Bemühen aller seiner Nachfolger. In der trüben Zeit der Reaktion, als die Betätigung deutscher Gesinnung als Hochverrat gebrandmarkt wurde, bar dor Nachfolger von Hess, Sigismund Stern, ein hervorragendes Mitglied der Gotha, er Partei und des National Vereins," für dio Herstellung einer festen Einigung unter den deutschen Stämmen durch seine Schritten wie namentlich durch sein lebendiges Wort auf den Versammlungen des allgemeinen deutschen Lehrervoreinsr bei der Enthüllung des .Frankfurter Schillerdenkmals gewirkt und jede Gelegenheit in Unterricht wie bei den Schulfeiern (so beim 100 jährjgeu Geburtstag Schillers, beim Dahinscheiden' Ulilands) benutzt, um die Zöglinge für das Vaterland zu entflammen. Dem Vatorlandc zu dienen, das war allezeit auch der Stolz meines hochverehrten Herrn Amtsvorgängers, den Gottes Gnade diesem Feste beiwohnen lässt. Diesem Dienst widmete er seine Lernjahre durch eifrige Forschungen in der Geschichte des deutschen Mittelalters, für diesen Dienst erzog er in'mehr als 30 jähriger Tätigkeit Generationen von Schülorn und Schülerinnen und kettetesie durch seine Unterweisung unauflöslich an die Heimat, selbst wenn, sie später ihr Geschick auf lange Jahre in weite Fernen entführte. Dieso Treue, diese Liebe zum deutsehe« Vaterlande oder, wie wir heut mit gehobenem Gefühl sagen können, zu Kaiser und Reich ist. gl eich massig fest und innig geblieben, welche Wirkung auch immer die wechselnden politischen Verhältnisse nach den Freiheitskriegen bis zur Gegenwart auf-"'"" Schule und. Lehrer übten. Wio jubelten gleich den übrigen Bürgern der Stadt Vorsteher und Lehrer des Philanthropins bei der Kunde, dass der alten Kaiserstadt ihre Freiheit wiedergegeben sei! Und ihre wahrhafte Herzensfreude blieb bestehen und wich selbst dann nicht der Sehnsucht nach der Dalbergischon Zeit, als mit dem froistädtischen Regiment, die engherzigen und kleinlichen Beschränkungen der jüdischen Bewohner einzogen, als von den nunmehrigen Machthabern dem Pintanthropin — im Gegensatz zu .den reichon Mitteln, die den anderen Anstalten gewährt wurden — jede Unterstützung verweigert und der von Dalberg bewilligte Zuschuss entzogen wurde. Niemals haben auch dio feindlichen Gewalten, die wiederholt die auf dem gemeinsamen Boden des deutschen Vaterlandes zusammengeschweißten Teile der deutschen Nation zu zer'roissen trachteten, unsere Liebe zum Vaterland und unser Bewusstsein der Zusammengehörigkeit mit den übrigen Staatsbürgern lockern können. Zusammengehalten, brüderlich zusammengehalten haben in guten und bösen Tagen alle Glieder des Philanthropins mit den andoren Bürgern des Vatorlaudes. In schwerer Zeit haben sie mit ihnen gebangt und gesorgt, willig und gern sich mit ihnen zu blutiger Wehr um des Vaterlandes Ehre dem Feinde ontgogengostellt, in der Zeit des Friedens haben sie dem Rate dieser Stadt, ihren zahlreichen .patriotischen und humanitären Vereinigungen bereitwilligst ihre Kräfte gewidmet und nicht minder in den stillen Kammern, „wo der wahrhaft tiefste Rat für Menschomvohl gepflegt wird, da nämlich, wo der Geist arbeitet, in der Form der Wissenschaft* sich zu jeder Zeit und auf allen Teilgebieten der Wissenschaft eifrig betätigt. Hier, hat, um nur einige Dahingeschiedene zu erwähnen, unser Lazarus Geiger den sprachwissenschaftlichen Forschungen noue Bahnen gewiesen, haben unsere Dobrinor, Wer th ei m und Str auss die Mathematik, unser Binm die Naturwissenschaften gefördert, hier beseelt noch heut, getreu der am Philanthropin bestehenden Tradition, Lehrer und Schüler deutsche- Wissenschaft nach deutscher Art, für deutsche Ehre! Durch dieses Gefühl der innigen Zusammengehörigkeit, durch diese stille, rastlose Geistesarbeit hat sich das Philanthropin die Gleichwertigkeit und Ebenbürtigkeit mitden übrigen Schulen