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Programm · 1904-01-01 · 1904 · p. Seite 125

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Journal
Programm
Volume
1904
Date
1904-01-01
Page
Seite 125 (sequence 131)
Language
German
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I>er Untevriä?t im Deutzen. 125 Genüge, bie Schüler burd) Cefen unb Derftehen muftergültiger Stücke 3U einem geläufigen unb korrekten Ausdrucke 3U er3iehen, fonbern baß fte gewöhnt werben müßten, fi<h immer bewußt bes richtigen Ausbrucks 3U bebienen. Da3U erfchien als bas befte TTItttel eine etngehenbe Kenntnis ber (Sefe^e ber Sprache, ber (örammatik. Über bie ITTethobe ber grammatifdpenUntermeifung herrfd)te ein fd?ein* barer Streit. JIJ 0 ft T^ieXt es für ben richtigen TDeg, ben beutfehen Schulunterricht an bas Cefen unb an 3ufammenhdngenbe (öebanken an3uknüpfen unb bie Jäenntnts eiserner regelmäßig wieberkehrenber ober auch außerorbentticher Sdrmen immer gelegentlich burch3unehmen. Jnbes feine Cehrbücher vom beutfehen Stil wiefen boch eine 3ufammenhängenbe unb tief einbringenbe Behandlung ber (Grammatik von ber TDort* unb Sa%ie\)xe bis 3U ben Hebefiguren auf; nur ging er vom Sa^e aus. Diefe anafytifche TiTethobe l^ielt (Seiger in feiner geiftpoßen Abl)anbtung im Programm pon 1870 für ungeeignet/ TTTan beginne nicht mit bem Satje, fonbern mit ben Hebeteilen, ihren Sormen, Sterionen, alfo ber Sormenlehre; in ber Srmtar muß bie Unterfcheibung ber Saigteile, bie Cehre pom Gebrauch ber Cafus vorangehen____Die Grammatik ift bie Cheorie, bas Beifpiel (Experiment... €in grammatifches Softem erft anatptifch entwickeln 3U wollen ift ein ilnbing." Diefe TITeinung (Seigers behielt an ber Schule bie (Öberl)anb. — Den &öhepunkt erreichte ber grammaüfehe Unterricht burch bie (Einfuhrung ber ^urckefehen Cehrbücher. Der gefamte Stoff ber (Srammatik pon ber Sormenlehre bis 3um Periobenbau würbe nunmehr an ber &anb ber „Hauptpunkte" unb ber „(Srammatik" gelehrt. Jn ber. Sa^lehre mürbe eine Art anali?tifch4i?ntl)ettfcher TTTethobe anq,ewenbet: man ging Pom Saige aus, 3erlegte unb erläuterte ihn grammattfeh nach ber TDort* unb Cafusle1)re unb fe^te ihn wieber 3ufammen.. 3m. Jahre 1870 trat eine Perminberung ber beutfehen Unterrichtsftunben ein; fortab erhielt jebe klaffe wöchentlich 5 Stunben, welche (was bisher fettfamerweife nicht ber Satt war);immer in bev feanb eines fehrers pereinigt ftftb; nur ber Unterricht in ber Citeraturgefchichte bleibt pon ben übrigen feilen getrennt. Die Tüethobe dnberite fich nur in unwefentlichen Punkten, ber grammatifche Unter* rieht behauptete feine porherrf^enbe Stellung. Aud) beim Unterricht im Cefen trat ber formale (öefichtspunkt in ben Porbergrunb. Cautrichtiges, bialektfreies, fließenbes unb an Sie Sa^eichen fich anfchlteßenbes Cefen bilbete befonbers in ben unteren illaffen bas erftrebte Siel. (Es. foöte beslpalb möglichst piel gelefen werben, wenn möglich, m °en unteren klaffen bas gan3e Cefebuch unb in oberen auch größere Dichtungen ber Jftlaffiker. Auf bie (Slieberung bes gelefenen Stückes würbe nur feiten Hückftcht genommen, bie (Erläuterungen befchränkten fich auf bas 1t)efentlichfte. Bei folgen Anschauungen kann es nicht wunber nehmen, wenn bie Auffa^e fetten an bie Cektüre anknüpften. Hur in ben unteren Jftlaffen würbe ein porgetefenes Stück wiebergegeben, auch wohl ein (öebicht in Profa perwanbett unb etne; Befchretbung nach gehöriger Behanblung in ber Schule ge-- geliefert, in ben beiben oberen Jftlaffen würben faft ausfchlteßlich Ausarbeitungen allgemeinen Inhalts ben Schülern als Aufgabe geftellt. Daß man babei über bas Siel hinausfehöß unb bie Sdhigkeiten ber Schüler überfchd^te, beweifen 3. B.

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