Programm
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- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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Physik. Nach vorzüglich abgelegter Staatsprüfung absolvierte er Michaelis 1881—1882 an der Eriedrich-Werderschen Oberrealschule zu Berlin sein Probejähr und blieb an dieser Anstalt als wissenschaftlicher Hilfslehrer, bis er Ostern 1883 einem Euf an unsere Schule folgte. Hier wurde ihm anfangs der mathematische und Rechenunterricht in den mittleren und unteren Klassen übertragen; nach Prof. Wertheims Beurlaubung übernahm er den gesamten mathematischen Unterrieht'in der Real schule. 1892 führte er den Handfertigkeitsunterricht an unserer Schule ein und leitete ihn bis zu seinem Tode in niustergiltiger Weise. Die trefflichen Eigenschaften, die ihn auszeichneten, verschafften ihm bald eine hervorragende Stellung innerhalb des Lehrkörpers der Anstalt; durch seine echte Lehrerpersönlichkeit, die Kraft seines reichen Geistes, die Fülle seines tiefen Gemütes und die Festigkeit seines Willens übte er einen seltenen Zauber auf die jugendliche Schar aus und beeinflusste sie in wohltätiger Weise, In seinem Unterricht bewies er eine grosse Lehrgeschicklichkeit, die ihn befähigte, den Kindern selbst die schwierigsten Teile seines Unterrichtsgebietes zum klaren Verständnis zu bringen, ein bei aller Bestimmtheit liebevolles Wesen, eine lebendige warme Hingabe an den schönen Beruf der Jugenderziehung und eine aussergewöhnliche Pflichttreue, die ihn selbst bei körperlichem Unbehagen nicht von der Erfüllung seiner Obliegenheiten abhielt, die ihn so beherrschte, dass er durch mehr als 18 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit nicht eine einzige Stunde infolge Unwohlseins versäumte. Mit gleichem Erfolge wie als Lehrer war er auf wissenschaftlichem Gebiet tätig; eine Reihe trefflicher Arbeiten zeigte ihn als scharfsinnigen Forscher auf dem Gebiete der Flächentheorie und verschaffte ihm in wissenschaftlichen Kreisen reiche Anerkennung.*) Neben dieser umfangreichen Wirksamkeit widmete er sich mit grossem Eifer den Bestrebungen, junge Leute, namentlich Waisenkinder, erziehlich zu fördern; seinen Genossen und Freunden stand er gern, so oft man seiner bedurfte, mit seinein Rat oder seiner Tatkraft zur Verfügung. Besondere Anhänglichkeit bewies er der Stätte seines Berufes, unserer Schule; bereitwilligst übernahm er im October 1897 die Aufgabe, dem Leiter <te Anstalt, dem Alter und schwankende Gesundheit eine Erleichterung in seinen Dienstgeschäften notwendig erscheinen Hessen, zur Seite zu stehen; mit Geschick und Kraft führte er durch mehr als ein. Halbjahr (September 1899 bis April 1900) unter besonders schwierigen Verhältnissen bis zum Amtsantritt des gegenwärtigen Direktors die Leitung der Anstalt. In der letzten Zeit beschäftigten ihn lebhaft die Vorbereitungen für die bevorstehende Hundertjahrfeier der Schule; auf seine Anregung und nach seiner Anleitung wurden Listen ehemaliger *) Die Flächen mit einem System sphärisch er Krümmungslinien. 1883. Die Flächen constanter Krümmung mit einem System sphärischer Krümmungslinien. Marburg. 18,86. Die Minimalflächen mit einem System sphärischer Krümmungslinien. Stockholm 1887. Über die vollständige Figur des Pasealsehen Sechsecks. Frankfurt a. M. 1887. Über das räumliche Achteck, welches die Schnittpunkte dreier Oberflächen H. Ordnung bilden. Stockholm 1889. Irrationale Streekenv^rhältnisse und die zugehörigen Kettenbruchentwicklungen. Frankfurt a. M. 1890. Bemerkungen zu der Abhandlung des Herrn M. Rethy über „Endlich gleiche Flächen." Leipzig 1892. Der Satz „Congruentes von Congruentem -gräbt Gleiches* in seiner- Anwendung auf ebene Flächen, ibid. 1892. Das einfache Pasealsche Sechseck. Frankfurt a. M. 1896. Flächenvergleichung und Ähnliehkeitslehre im Schulunterricht. 1897. Leitfaden der Geometrie für höhere Schulen. Leipzig 1898.