Programm
- Journal
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- Volume
- 1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 20)
- Language
- German
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Von dieser Grundlage vollzieht sieh die Entwicklung, indem die Verzweigung des Handels und die Spezialisierung in der Anordnung der -Waren immer weitere Fortschritte macht. Die Notwendigkeit, bei einem gegebenen Betriebskapitale ein Warenlager sich zu beschaffen, welches in Bezug auf Neuheit und reiche Auswahl den Wünschen besser situirter Abnehmer gerecht wird, führt dazu, dass nur einzelne Artikel und zwar immer weniger Kategorien von Waren in den einzelnen Geschäften zusammengefasst werden. Wie sehr dieses Prinzip der Spezialisierung auch in der neuesten Zeit sich geltend gemacht hat, das zeigt ein Vergleich der Ergebnisse der letzten 2 Berafszählungeu. Es hat sich von 1882 bis 1895 die Zahl der Bezeichnungen in der Berufsabteilung „Handel und Verkehr11 von 1215 auf 2266, demnach um 1051 vermehrt; wenn auch dieses Wachstum der Ziffern zum Teil auf grössere Genauigkeit der statistischen Aufnahme zurückzuführen ist, so kommt doch ein Teil der Differenz auf Rechnung der zunehmenden Arbeitsteilung im Handelsgewerbe.1) Dieser Tendenz nach Spezialisierung wirkt aber eine zweite entgegen: Waren verschiedener Kategorien in einem Geschäfte zu kombinieren. Die Zusammenfassung erfolgt aber nicht nach dem Grundsatze des gleichen Rohstoffs sondern nach dem Gebrauchszwecke der Waren. An die Stelle des früheren Branchengeschäftes tritt das Bedarfsartikelgeschäft. Aus dem Eisenwarengeschäfte erwuchs auf dem Gebiete des Detailhandels das „Haus- und Küchen Warengeschäft" und dieses führt zum Zwecke der Ausstattung der Haushaltung Artikel aus allen möglichen Stoffen. Um aus der bunten Fülle einige Warengattungen hervorzuheben seien nur erwähnt: Spielwaren, Lampen, Beleuchtungsartikel, Glas-, Thon-, Porzellanwaren u. s. w.2) Aus dem Bestreben, immer mehr Warengattungen zu kombinieren sind im weiteren Verlaufe die Bazare als ein neuer Geschäftstypus entstanden. Diese können sich nun mit Luxusartikeln an den Bedarf der Vornehmen wenden, und dann entsteht die für die französischen Weltstädte charakteristische Erscheinung der Grossmagazine, oder aber es wendet sich der Bazar an die Massen der unteren Bevölkerungsschichte, und dann entsteht das Massenartikelgeschäft oder Warenhaus. Der Kreis der Abnehmer, welche für das Warenhaus in Betracht kommen, mächt dieses zu einem gefährlichen Konkurrenten des Kleinhandels alten Stils, dem der Absatz an die grosse Masse entzogen zu werden droht: Der geringe durchschnittliche EinkaufsbetragT der für ein Warenhaus auf 1—2 M. geschätzt wird3), macht nun gewisse neue Geschäftsgrundsätze notwendig, die sich denn auch regelmässig beobachten lassen. Vor allem, muss das Warenhaus eine grosse Menge regelmässiger Käufer, heranziehen. Das geschieht nun hauptsächlich durch eine zielbewusste Auswahl der feilgebotenen Waren. Das Wareuhaus führt vornehmlich Bad arfs-Artikel, die mehr oder weniger ein jeder Hausstand für den Alltagsbedarf braucht und führt diese Artikel, soweit es angeht, vollzählig, um den an sich geringen Bedarf seiner Kunden ausnahmslos zu decken; Luxusgegenstände überlässt es dagegen den Spezialgeschäften. Dabei braucht das Warenhaus im Verhältnis zur Grösse seines Urnsatzes* kein grosses Lager; denn einerseits werden die J) Bücher a. a. 0., S. 380. 2) Borgiiis a. a. 0, S. 67. . 8) Sbmbart a. a. 0., S. 247,