Programm
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- Volume
- 1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 21)
- Language
- German
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- 22 . —• eingekauften Waren in Raten bezogen und. anderseits sind die Bedürfnisse der minderbemittelten Haushaltungen im ganzen gleichartig und somit der Kreis der verlangten Waren ein verhältnismässig enger; jedenfalls genügt es, eine Qualität oder nur wenige von den einzelnen Warenkategorien zu führen. Hat das Warenhaus durch sorgsame Warengruppierung sich den Verhältnissen einer bestimmten Klasse angepasst, so ist es ihm gewöhnlich leicht, eine grosse Kundschaft heranzuziehen und dauernd festzuhalten; denn es vermag zu * billigeren Preisen zu' verkaufen als der kleingewerbliche Detailhandel. . Der Warenhausunternehmer kauft vermöge seines Kapitals direkt beim Fabrikanten zu billigeren Preisen als der Kleinhändler, umsomehr als er auf Kredit in der Regel keinen Anspruch erhebt. Im Durchschnitte kann man rechnen, dass das Warenhaus um 20—25% billiger einkauft, als die konkurrierenden Detailhändler und deshalb kann es mit Profit noch zu Preisen verkanten, die kaum deu Selbstkostenpreis jener erreichen.1) Als weitere Vorteile des Warenhausbetriebes kommen die Vorzüge des Grossbetriebes in Betracht, wie die relativ geringeren Geschäftskosten, die rationelle Ausnutzung der Arbeitskräfte und der Geschäftsräume und das konsequent durchgeführte Princip der Barzahlung. Fragen wir'nun, in welcher Weise vermag der kleingewerbliche Detailhandel seinem mächtigen Konkurrenten am wirksamsten zu begegnen. Es ist selbstverständlich, dass auch der Warenhausbetrieb seine Grenzen hat. Die Aufgabe des Detailhandels, dem Konsumenten die Einkaufsgelegenheit so nahe zu bringen wie möglich, macht den kleingewerblichen Detailhandel zu einer Notwendigkeit;. aber dieser muss sich, um seiner Aufgabe völlig gerecht zu werden, doch soweit reformieren, dass der Abstand zwischen dem grosskapitalistischen, streng nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführten Waren hause und dem kleingewerblichen Detailhandel ein geringerer wird, als er gegenwärtig meist noch ist. Durch Zusammenschluss zu Genossenschaften vermögen die Kleinhändler die Vorteile des Grosseinkaufes sich zuzuwenden und dadurch ihren Konkurrenten die mächtigste Waffe zu entlehnen; ferner muss auch die fachmännische Intelligenz des Kleinhändlers gehoben werden; er muss für die sein Unternehmen berührenden Vorgänge des Wirtschaftslebens Verständnis erlangen, er niuss sich alle jene Kenntnisse aneignen, die für die gedeihliche Führung eines Handelsunternehmens die unentbehrliche Voraussetzung sind. Auch hier gilt das Wort: „Wissen ist Macht"! -"-o>*e&*o~ *) Borgius a. a. 0., S. 61.