Programm
- Journal
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- Volume
- 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 35)
- Language
- German
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— 36 — S. Neustadt (Delegierter des Gemeinde-Vorstandes), Isaac Leopold Beer (Belegierter des Gern ein de^Ausschusses und Gegenschreiber), Direktor Dr. Baerwald. 3) Die Julius May'sche Stiftung. Herr Julius May, geboren eleu 11. November 1826 zu Rödelheini, gestorben kurz nach seinem Wegzuge aus Frankfurt a. M. am 24. Oktober 1890 zu Ixelles bei Brüssel, hat in seinem Testamente mit einem Kapital von * M'k. 35,000 eine seinen Namen tragende Stiftung gegründet, deren Zinsen nach dem freie»; Ermessen des Schulrats zum Besten der Schule, zur Verbesserung und Erweiterung des Unterrichts, der Lokalitäten, Einrichtungen, Apparate etc. Verwendet werden sollen. (Näheres siehe im Programm unserer Schule vom Jahre 1891 S. 26). Mit den Mitteln dieser Stiftung wurde im Beginn des Wintersemesters 1892/93 der Handfertigkeitsunterricht an unserer Schule eingeführt und wird seitdem als wahlfreier Unterricht, au dem sich jedoch fast alle Schüler der IV beteiligten, regelmässig erteilt. Von den Schülern wird nicht blos keinerlei Zahlung für den Unterricht geleistet, sondern sie erhalten auch das erforderliche Hand- ' Werkzeug und alle Materialien kostenfrei geliefert. Die Ergebnisse dieses Unterrichtszweiges, über welchen oben S. 13 berichtet worden ist, sind sehr befriedigend. 4) Die Jacques Lauterbach genannt Sehoenewaid'sche Stiftung. Es sind eben 89 Jahre, seitdem der Begründer dieser Stiftung, Jacob Moses Schoenewa 1 dy am . 25. Februar 1810 in unsere Schule eintrat. Geboreu zu «Schönwald (Baden) am 10. Januar 1803, wurde er von seinem Onkel Joseph Simon hier im Philanthropin angemeldet und, da' er unbemittelt war, als Freischüler aufgenommen; Isaac Elias Reis wurde ihm als Vor- . nuuid bestellt; er blieb bis 1819 in unserer Schule. Tief wurzelte in seinem Herzen die Dankbarkeit für das, was ihm hier geworden war. Als er 70 Jahre alt geworden, schrieb er am 22. Juni 1873 zu Paris, wo er sich niedergelassen hatte, in sein Testament: „Ich habe in den Jahren 1810 bis 1819 in der „Philanthropin oder Real-und Volksschule44 genannten israelitischen Volksschule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, auf anständige Weise mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs . . . Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben das Schulgeld, die Bücher etc., ferner einfache, aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Beköstigung zu verschaffen, sowohl während der Zeit ihres- Schulbesuches, als auch um ihnen nachher während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, dass sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstand widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Mittel darzubieten . •* ... . Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schönewaid'sehe Stiftung" in die Schule aufgenommen werden; denn es ist mein Wunsch, dass mein Name immer in den Schriften der Sehulverwaltung vorkomme: das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel.11 Am 25. August 18T8 starb der Testator, welcher den Namen Jacques Lauterbach gen. Schönewald angenommen hatte, 9 Jahre später seine Gemahlin, welche schon im Jahre 1879 nach erfolgter landesherrlicher Genehmigung zur Annahme des Legates die Eintragung einer Jahresrente von 2000 Francs in das grosse französische' Staatsschuldenbuch auf'den Namen unserer Schule bewirkt