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Programm · 1899-01-01 · 1899 · p. Seite 35

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Journal
Programm
Volume
1899
Date
1899-01-01
Page
Seite 35 (sequence 34)
Language
German
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Was er damit, that, fasste er als die Erfüllung einer ihm obliegenden Pflicht auf. Hinderlich scheint ihm anfangs der Umstand gewesen zu sein, dass das von ihm bereitgestellte Stiftungskapital für; den beabsichtigten Zweck ihm unzureichend erschien. Da fand er den Mut des Beginnens ~ in einem Worte des Talmud, das er in hebräischer Sprache und der hier folgenden Uebersetzung auf das Titelblatt der Stiftungsnrkunde setzte: JDir liegt nicht ob allein zu vollenden das Werk; wohl aber das Mitwirken zur Vollendung.'1 Darunter schrieb er das Schillersche Distichon: Immer strebe zum Ganzen! und kannst Du selber kein. Ganzes Werden, als dienendes Glied schliess' an ein Ganzes Dich an! Er hoffte also, dass das, was er begonnen, von Gleichgesinnten fortgesetzt und der Vollendung entgegengeführt werden werde! Diese Hoffnung hat sich durch das, was wir oben mitgeteilt, erfüllt. Aber er selbst ahnte wohl kaum die weiterreichende Wirkung des von ihm gegebenen Beispiels. Er that eben nur, was ihm nach seiner angeborenen Neigung und nach seiner Erziehung gemäss war, aber die Wirkung seiner That reichte weit über seinen Familienkreis hinaus auf seine Glaubensgenossen. Er säte auf fruchtbarem Boden. Es ist ein Gebot der jüdischen Religion für den Unterricht armer Kinder zu sorgen, denn von diesen armen Kindern, so heisst es, geht das Licht der Wissenschaft aus. So gab es denn in der alten Frankfurter Gemeinde zahlreiche fromme Stiftungen für das Studium des Torah und des Talmud; die B. HG oldsehmidt'sehe Stiftung aber war in unserer Gemeinde die erste, die den veränderten und gesteigerten modernen allgemeinen und wissenschaftlichen Bildungsbedürfnissen zu dienen bestimmt war. Dieses Beispiel hat . gewirkt. ' In den 42 Jahren,(. die seit der Begründung unserer Stiftung verfloseen sind, ist von hiesigen Gemeinden! itgliedern eine grosse Zahl reich dotierter ähnlicher Stiftungen entstanden, die ihren Urspruug dem von B, H. Goldschmidt gegebenen Beispiele verdanken. An der Neige desi-- Jahrhiindertiä--^tritt:'"uus--in diesem Zusammenhange die segensvolle .- Wirksamkeit dieses edlen Mannes entgegen, dessen Name in der Kulturgeschichte der. Juden des neunzehnten Jahrhunderts mit. Ehren genannt wird, Sein Wahlspruch war: Immer strebe zum»Ganzen! Sein Leben aber ruft uns die Mahnung zu: Leb' im Ganzen! Wenn Du lange dahin bist, es bleibt? \ ....... . " " : ~ . ■ In dem Studienjahre 1898/99 hatte unsere Stiftuug 32 Stipendiaten und zwar 23 Studenten und 9 Zöglinge von Lehrerseminaren. Von den Studierenden waren 6 Mediziner, 5 Philologen, 5 Techniker, - 4 Juristen, 2 Theologen, 1 Mathematiker. Von den Seminaristen besuchten 5 die Lehrer-Bildungsanstalt in Hannover, 4 die zu Cassel. Von \ allein liegen befriedigende Zeugnisse und Studienberichtc vor. Dankbar erwähnen wir hier noch, dass Herr Georg Speyer unserer Stiftung den Betrag von Mk.. .500 zur sofortigen Verwendung übergeben hat, und dass uns „zum Andenken des . sei. Herrn Wolf J; W is 1 o c ha von dessen Kindern Mk. 25 überwiesen worden sind. . ...; Mitglieder der Verwaltung waren im Studienjahre 1898/99 die Herren Georg Speyer (Vorsitzender), Direktor; Dr. Reinhardt (stellvertretender Vorsitzender), Max B. H. G o 1 dschniidt,,Ju lius Angc 1 heim (Delegierter des Schulrats:und Kassierer),

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