Programm
- Journal
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- Volume
- 1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 33)
- Language
- German
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der für unsere Stiftung epochemachend geworden ist. Herr Leopold B. H. Goldschmidt in Paris, der uns schon 1873, nach dem Hinscheiden seines Taters, des Herrn B. H. Goldschmidt, eine sehr ansehnliche Zuwendung gemacht hat, hat jetzt.nach dem Hinscheiden seines Onkels, im Verein mit seiner Gemahlin, Frau Kegine Goldschmidt geb. Bischoffsheim „zu ehrendem Andenken der sei. Herren Benedict Kay um Goldschmidt und Dr. Salomon Havum Goldschmidt*'- unserer Stiftung eine Schenkung von Mk. 1000ÖÖ gemacht. Nachdem mittelst Allerhöchsten Erlasses vom 29. August 1898 die Landesherrliche Genehmigung zur Annahme dieser Zuwendung erfolgt ist, hat Herr Max B. H. Goldschmidt dahier den Betrag schon per 1. Juli 1898 unserer Stiftungskasse überwiesen. Die Verwaltung hat nicht gezögert den edlen Spendern den gebührenden Dank auszusprechen, den wir hier auf das herzlichste wiederholen, lieber die Zinserträgnisse pro 1898 wurde sofort zu Gunsten einiger besonders würdiger und bedürftiger Stipendiaten verfügt Die Mitwirkung bei der Verwaltung von Stiftungen, welche Bildungszwecken und der Pflege der Wissenschaft dienen, gehört zu den erfreulichsten Obliegenheiten und immer von Neuem wendet sich die Erinnerung denen zu, die uns eine solche Thätigkeit ermöglicht haben. . So haben wir innerhalb unserer diesmaligen Berichtepoche, am 23. April 1898 in dankbarer Verehrung den hund ertsten Geburtstag des Begründers unserer. Stiftung gefeiert. — Unsere Lebensanschaunng wird wie von Elternhans und Schule, so vor allem auch durch: die Epochebestimmt, in der wir emporkommen. In dem Wetteifer mit den Berufsgenossen erringen wir unsere 'Lebensstellung. Von der Art der Bcthätigung unserer Eigenart in der Epoche selbständigen Handelns hängt unser Einfluss auf die Zeitgenossen und die kommenden Geschlechter ab. —r Die Jugenderinnerungen B. H. Goldschmidts hafteten an der Schmach der Unfreiheit im Ghetto. Als heranreifender Jüngling stimmte er in den Jubel ein über die von. seinen Glaubensgenossen, zur -Zeit des Grossherzogtums Frankfurts endlich errungene Gleichberechtigung. Mit Trauer erfüllten ihn, bald die erneuten Demüthigungen in der Zeit der Reaktionsepoche nach den Freiheitskriegen. Alle die Männer, die von da an für den Fortschritt in Wissenschaft und Leben, für konstitutionelle Freiheit, für Beseitigung des Polizeistaates und Begründung des Rechtsstaates eintraten, betrachtete er als seine Bundesgenossen, denen er sich verpflichtet erachtete. Als seine eigene Domäne betrachtete er die Förderung der Jugendbildung und die Pflege der Wissenschaft in ihren würdigen Jüngern. Keinen wärmeren Freund hat die Schule der hiesigen isr. Gemeinde jemals gehabt als B. H. Goldschmidt; die Wittwen- und Waisenkasse dieser Schule hat er begründet Mit Vorliebe unterstützte er talentvolle Studierende. Dieser Thätigkeit wollte er durch eine Stipendienstiftung Dauer verleihen.; , Es gab; damals hier. wohl Stipendienstiftungen; sie hatten aber alle einen kon^ fessionellen Charakter: israelitische; Studierende waren von den Benefizien ausgeschlossen.. Eben diese wollte B. H. Goldschmidt gleichsam entschädigen. Es war nicht konfessionelle Engherzigkeit. — diese war ihm .fremd — es war vielmehr ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit, wenn er seine Stiftung - lediglich für israelitische Studierende bestimmte. Er stand'i in 59, Lebensjahr, - als er' im November 1856 seine Stipendienstiftung begründetem