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Programm · 1896-01-01 · 1896 · p. Seite 33

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Programm
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
Seite 33 (sequence 32)
Language
German
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10 Damals wies Rudolf Gottschall (in der Nat-Ztg. v. 29. April 1883) darauf hin, dass „ein vornehmes Ignorieren der Bacon-Theorie seitens der namhaften Shakespeare-Kenner nicht mehr angebracht" sei. Nachdem dann in demselben Jahre E. Engel in einer besonderen Schrift (s. u Anm. 12) die Unhältbarkeit und Thorheit der Pott'schen Promus-Idee mit kräftigen Worten zurück- , gewiesen hatte, musste dennoch 2 Jahre später A. Brandl, der oben genannte Shakespeare-Biograph, (in einem Aufsatze der Augsb. Allg. Ztg. No. 16 u. 18 v. J. 1885) zugestehen, dass die von dem „litterarischen Dilettantismus in die Welt gepflanzte Hypothese in ihrer kühnen Ungeheuerlichkeit nun sogar manchem Hochgebildeten zu imponieren" beginne. Ähnlich lautete der wehmütige Stossseufzer des um die Shakespeare-Forschung hochverdienten Herausgebers des Jahrbuchs der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft (hier stets citiert: Sh. Jahrb.), F.A.Leo, der schon früher geschrieben hatte: „Das ist das Elend, dass man der lautschreienden Thorheit antworten muss, weil sonst viel Verständige glauben könnten, sie habe Recht!" Und doch wies er nun die Mahnung Gottschalls zunächst noch zurück, mit der Begründung, dass dieser „lächerlichen Seeschlangezu viel Ehre erwiesen werde, wenn ernste Männer sie ernst nehmen"; vielmehr gedenke man — also die Shakespeare-Gesellschaft — „ernstlich mit einem weiteren Kämpfen über diese Frage zu warten, bis uns wertvolleres Kampfesmaterial entgegengebracht" werde. (S. „Die Baco-Gesellschaft" Sh. Jahrb. Bd. 20, S. 190—227; bes. S. 217) So durfte man in massgebenden Kreisen vor Vitzthum, Bormann u. Gen. denken. Und heute, nach Verlauf eines weiteren Jahrzehnts wird gewiss jeder, der es ernst meint mit der Wahrheit der Forschung, Kuno Fischer zustimmen, wenn er in seinem „Shakespeare- und die Bacon-Mythen" (S. 11) sagt: „Es ist kein uninteressantes, auch kein der Aufmerksamkeit der Shakespeare-Freunde und -Forscher unwürdiges Thema, den Ursprung, die Art der Entstehung und Fortpflanzung einer so seltsamen, so irrigen und gegenwärtig so verbreiteten Vorstellungsweise näher ins Auge zu fassen und auf ihren Grund, ihre Beweisarten und ihre Resultate zu prüfen." 11 Anzeiger Bd. VII. - S. ä. Anm. 21 dieser Schrift; ferner Sh. Jahrb. Bd. 19. S. 287-298. 12 Eduard Engel: „Hat Francis Bacon die Dramen Shakespeares geschrieben? Ein Beitrag zur Geschichte der geistigen Verirrungen." 2. Aufl. Leipzig 1883. — S. a. Sh. Jahrb. Bd. 20 S. 190 fg. u. 225 fg. 13 J. Schipper: „Zur Kritik der Shakspere-Bacon-Frage." Wien 1889. 14 Die Litteratur der Bacontheorie bezw. der Anti-Shakespeare-Theorien auch nur in ihren Haupt-Vertretern hier vorzufuhren, würde weit-den mir zur Verfügung stehenden Raum überschreiten. Es existiert zudem für den Zeitraum bis gegen die Mitte der achtziger Jahre ein — wenigstens die in Amerika und England bis dahin erschienene Litteratur erschöpfendes — Verzeichnis, das einjünentbehrliches Hilfsmittel für alle einschlägigen Schriften geworden ist: „Bibliography of the Bacon-Shakespeare Controversy with Notes and Extracts." By W. H. Wyman. Cincinnati 1884. Für unsern Zweck genügt es daher, hier die grundlegenden Werke und Aufsätze bis zu Wyman und die wichtigsten seit dem Erscheinen seines Buches anzuführen. I. Schriften der Hauptvertreter der Anti-Shakespeare-Theorien und deren, bedeutendste Gegenschriften bis 1884. 1. Miss D. Bacon: William Shakespeare;and his Plays. An Inquiry cöncerning them. In „Putnam's Monthly" 1856, January (p. 1-19). - Dieselbe: The Phüosophy of the Plays of Sh. unfolded. (With a Preface by Nath. Hawthorne. London arid Boston 1857. — 2. W. H. Smith: Was Lord Bacon the Author of Sh.'s Plays? London 1856. —, Derselbe: Bacon and Shakespeare. An Inquiry touching Players a. s. o. London 1857. — 3. Gegen Smith: Shakespeare not an Impostor. By an English Critic (G. H. Townsend). London 1857. — 4. Nathanael Holmes: The Authorship of Shakespeare. New York 1866. — 5 Gegen Holmes: Thomas D. King: Bacon versus Shakespeare. A Plea for the Defendant. Montreal and Rouse's Point. 1875. — 6. G. S. Caldwell:- Is Sir Walter Raleigh the Author of Shakespeares Plays and Sonnets? Melbourne 1877. — 7. Appleton Morgan: The Shakespearean Myth. William Shakespeare and Circumstantial Evidence. Cincinnati 5

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