Programm
- Journal
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- Volume
- 1896
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 27)
- Language
- German
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nen Eideshelfern begegnen. Sie bekräftigen in unzweifelhafter Weise, dass der in dem Landstädtchen Stratford-upon-Avon, dem damals zweitgrössten Orte der Grafschaft Warwick, geborene älteste Sohri des angesehenen, wenn auch zeitweise in beschränkten Verhältnissen lebenden John Shakespeare, getauft am 23. April 1564, der Verfasser der in der Folio vom Jahre 1623 gedruckten 36 Dramen ist, sowie der unter seinem Namen bekannten Sonette und epischen Gedichte. Sie zeigen ferner, dass im ganzen 1 T.Jahrhundert, der Zeit, in der die Persönlichkeit Shakespeares bei den ihm nahe getretenen Zeitgenossen, und deren nächsten Nachkommen noch in lebendiger Erinnerung stand, auch nicht der leiseste Zweifel an seiner Verfasserschaft zu entdecken ist, dass er vielmehr stets in engster Verbindung mit: den bedeutenden Dichtern seiner Zeit genannt wird. Und wer dann noch zweifelt, der möge sich den Mann vorstellen, der als frühreifes Kind seine Jugend in freier Ungebundenheit inmitten einer reichen Natur wie unter lebhaften Eindrücken bes. auch der dramatischen Kunst verbrachte, die beide mächtig auf seine Phantasie wirkten, der dann als Jüngling, erfüllt von Bildungs- und Schaffensdrang, mitten in das grossartige, reiche Getriebe der Weltstadt geriet zur Zeit eines regen Aufschwunges auf allen Lebensgebieten.76 Man sehe dann weiter zu, wie er dort, in den bildungsfähigsten Jahren, seinen Genius auf wunderbare Weise entfaltete, in jedem Augenblicke neue Eindrücke von überallher in sich aufnehmend und verarbeitend, um daraus Gebilde zu schaffen, die — sicherlieh weit über die Erwartung ihres Schöpfers hinaus — ferne Jahrhunderte zu überdauern bestimmt waren. Zu alledem vergegenwärtige man sich noch die Thatsache, dass der Schauspieler William Shakespeare mitten, inne stand in dem Zweige menschlicher Thätigkeit, der ihm die Mittel verlieh und die Befähigung erhöhte, diese Gebilde so zu gestalten, dass siesich dem Gedächtnisse der Mitlebenden unauslöschlich einprägen mussten. Fassen wir diese Erwägungen. zusammen, so erkennen wir klar alle Bedingungen für das Erstehen und die Entwicklung eines Dichtergenius gegeben, auf den man treffend Göthes Wort angewendet hat: ." . „Einen Blick ins Buch hinein und zwei ins Leben, Das muss die rechte Form dem Geiste geben/' 3. Die Einheit der dichterischen Persönlichkeit Shakespeares und die wissenschaftliche Kritik. Einen Punkt aber dürfen wir bei der Betrachtung der Schöpfungen dieses umfassenden Geistes nicht aus den Augen lassen, der so oft bei den Versuchen, ihn zu begreifen, übersehen wird. Ob wir uns nun mit den bekannten Thatsachen begnügen oder, von dem unermüdlichen Eifer der Shakespeare - Forscher noch weitere Aufschlüsse über seine Persönlichkeit erwarten — fest steht für jeden, der sich nicht den Blick durch Vorurteile - trüben lässt, dass aus den von dem gewaltigsten Genius der dramatischen Kunst geschaffenen Werken uns eine