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Programm · 1896-01-01 · 1896 · p. Seite 26

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Journal
Programm
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
Seite 26 (sequence 25)
Language
German
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der vorstehenden Ausführungen, insofern er nachweist, dass die mehrfach unternommene Gegenüberstellung von Bildern Bacons mit denjenigen Shakespeares einen: grösseren Unterschied zwischen diesen beiden Autoren erkennen lässt, als zwischen Bacon und anderen Schriftstellern. „Die wirklichen Parallelstellen weisen also nichts anderes nach, als dass Bacon und Shakespeare eine Anzahl von Bildern denselben Gebieten menschlichen Treibens und Denkens und der Natur entnommen haben. Das kann aber gar nicht anders sein, da die Gebiete, auf weiche sich die Bilder beziehen, beschränkt sind und gewisse Bilder bei allen. Schriftstellern, die überhaupt solche verwenden, sich wiederholen." (a. a. Ö. S. 6). Er hat im Verlaufe seiner Darlegungen den Gegenbeweis gegen die Ausführungen der Baconianer geliefert, indem er mehrere zeitgenössische Schriftsteller herangezogen hat, von denen eine kleine Anzahl schon genügt, um zu zeigen, „dass die meiste n der aus Bacon und Shak. vorgeführten Bilder sich auch bei andern Schriftstellern finden." — Diese zutreffenden Darlegungen über die völlige Verschiedenheit des Stiles der beiden Autoren finden eine weitere Bekräftigung durch eine Betrachtung über Shakespeares Verhältnis zur Philosophie in einer Abhandlung W. Königs „Shakespeare und Giordano Bruno." 78 Zu dem Versuche, Shakespeare und Baco völlig zu identificieren, bemerkt der Verfasser dieser Schrift: „Es finden sich unter den vielen Parallelstellen, die man aus Shakespeare und Bacons Essays zusammengestellt hat, nur äusserst wenige, die auch nur eine Aehnlichkeit, viel weniger eine Benutzung verraten." Er gelängt sodann zu dem Ergebnisse: „Von den zeitgenössischen Philosophen ist es also nicht Baco, der berühmteste derselben, gewesen, äa welchen sich Shakespeare anlehnt/' Es kann somit nicht einmal von einer Anlehnung Shakespeares an Bacon in seinen philosophischen Anschauungen die Rede sein; es ist ferner der mehrfach von der Gegenseite unternommene Versuch, äusserliche selbstverständliche Uebereinstimmungen in Wort oder Bild zum Nachweis der Idendität beider Schriftsteller. zu verwerten, als völlig missglückt zu bezeichnen; es ist endlich unzweifelhaft festgestellt, dass der Stil Bacons zwar der eines schwungvollen Rhetors, aber nimmermehr der eines gottbegnadeten Dichters ist. Also ist Bacon, der glänzende und bilderreiche Redner, nicht der Verfasser der Shakespeares Namen tragenden Dich tungeh gewesen. Das Gesamt-Ergebnis unserer bisherigen Betrachtung über Charakter und Stil Bacons mit Rücksicht auf die Frage nach der Verfasserschaft. der Shakespeareschen Werke lässt sich am klarsten mit den Worten ten Brinks wiedergeben: „Der gründliche Kenner Shakespeares braucht sich nur ein klein wenig mit Bacons Schriften bekannt zu machen, um die Überzeugung zu gewinnen, dass dort ein anderer Geist, ein anderes Herz, ein anderer Charakter rede als hier. Und der Kenner Bacons braucht nur eine Seite in Shakespeare zu lesen, um sich darüber klar zu werden, dass der Staatsmann-Philosoph — und wenn es seinen Kopf gegolten hätte — diese Seite nicht fertiggebracht hätte." (a. a. O. S. 6.)

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