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Programm · 1896-01-01 · 1896 · p. Seite 25

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Journal
Programm
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
Seite 25 (sequence 24)
Language
German
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— 25 — ' w a h r e Shakespeare nicht Bacon geheissen habe", zunächst als „Aufgabe litterarhistorischer und biographischer Erwägungen'* bezeichnet hat, weist er das Recht und die Aufgabe, das entscheidende Wort, das a}le weiteren Untersuchungen abschneidet, in dieser Sache zu sprechen, der Psych ölogie zu. „Wer jene Frage überhaupt aufwirft, setzt nämlich voraus, dass Bacon im eminenten Sinne Poet gewesen sei! Das müss sich aber, wiebei Göthe, wie bei allen Dichtern, i n d er ganzen D enkart zeigen- Kann dagegen der Beweis geleistet werden, dass Bacon nicht nur nicht poetisch, sondern im Gegenteil im eminenten Sinne prosaisch gedacht und empfunden hat, so ist er auch nicht Shakespeare gewesen. ——— Der Hauptbeweis ist in K. Fischers Kapitel über die Baconsche Philosophie in ihrem Verhältniss zur Poesie (Kap. 6 der Anm. 1. genannten Schrift) implicite bereits enthalten." Späterhin heisst es: „Wenn dieser Demokrat und Pedant der Methode, dieser astronomische Verächter der Erde, dieser alles Wunderbare samt den Zwecken aus der Wissenschaft eliminierend e> die Phantasmagorie der Sinnenwelt entzaubernde, die Erscheinungen secierende, die äussere Gestaltung der Natur geringschätzende Geist nicht Prosa zu nennen ist, dann herrschen von der Poesie recht sonderbare Vorstellungen. — — — Bacon ist kalt gegenüber der Natur, kalt gegenüber den Menschen, kalt in sich selbst.--- — Er ist nicht nur objektiv betrachtet, nicht nur nach seinen Ansichten Prosa; er ist es bis in die seichten Ankergründe seiner Seele hinein. Wenn Lucrez und Schiller das Allerprosaischste mit wunderbarer Poesie vergoldet haben, in. der Oede dieser Streberseele jenen erquickenden Thau des Himmels finden wollen, heisst auch die Lebenden bei den Toten suchen. Aber freilich! Sobald es sich um die ihm von der Weltgeschichte übertragene Mission handelt, ist er Feuer und Flamme, und die subjektive Ausstattung zu dieser Mission ist seine unvergleichliche Rednergabe.---Diese Art geistiger Begabung bedingt um kein Haar weniger, als die andere (die des Dichters) das ganze Wesen des also Begabten. Bacon ist ein Redner ersten Ranges gewesen, einer der grössten, die sein Land hervorgebracht hat.72 —--Schwung und Einbildungskraft hat er in höchstem Masse besessenj und es ist namentlich die letztere, die soviele Kritiker irre geführt hat. —--Dass er aber kein Dichter gewesen ist, kann man gerade aus seinen Bildern so deutlich wie möglich sehen." Heusslers Ausführungen gipfeln in Folgendem: „Es ist selbstverständlich, dass auch bei Bacon einzelne poetische Bilder vorkommen; aber nicht dies steht in Frage, sondern ob er in hervorragendem Masse Poet gewesen. Es ist ebenso selbstverständlich, dass bei allen grossen Dichtern Bilder vorkommen, die, aus dem Zusammenhange losgelöst, nichts specifisch Poetisches an sich haben; Bei Bacon aber sind gerade die originellsten Bilder nicht nur nicht specifisch poetisch, sondern vielmehr exquisit prosaisch. Es sind die Bilder eines Polytechnikers. Das entspricht auch durchaus der Denkart eines Mannes, der das Poetischste was es giebt, die antike Mythologie, in Prosa transponiert hat — — Man hat die Begeisterung d es Redners für das h eilige Feuer der Dichtung gehalten." — Der oben angeführten Schrift von Räder verdanken wir eine Ergänzung ' . 4

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