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Programm · 1896-01-01 · 1896 · p. Seite 11

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Journal
Programm
Volume
1896
Date
1896-01-01
Page
Seite 11 (sequence 10)
Language
German
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war, welcher sowohl die Bacon'schen als die Shakespeareschen Werke schrieb." 28 Nach solchen Expektorationen erscheinen Ansichten, wie die eines gewissen Scott Surtees, der Sir Anthony Sherley (?) als „the Aiithor of Shakespeare's Plays" 29 der Welt verkündet, gar nicht mehr als ein schlechter Scherz.80 Und mit dumpfer "Resignation lassen wir nunmehr auch die verblüffendste Entdeckung der allerneuesten Zeit über uns ergehen, der zufolge das verloren gegangene Genie, dem wir die Shakespeareschen Dramen verdanken, sich als ein „sehr bescheidener, obwohl sehr reicher Londoner Seifensieder" entpuppt!3,1 Dr. L. Strohl, Bibliothekar, nennt sich der glückliche Finder, der uns seine geniale Idee auf Grund von ,,vielfach" Bacon zugeschriebenen Bruchstücken ganz sonnenklar beweisen will. Wenden wir uns nunmehr, nach den bisherigen Proben auf alles mögliche vorbereitet, der Betrachtung der von den Baconianern striktester Observanz veröffentlichten Schriften zu, so müsseh wir diesen wenigstens das eine Zugeständnis machen, dass die Mehrzahl derselben methodisch zu Werke zu gehen sucht. Darin eben liegt das Geheimnis ihrer Erfolge gegenüber dem Laienpublikum, und damit ist zugleich der Punkt angegeben, an dem die Bacon-Theorie bekämpft werden muss, -weil von dort die grösste Gefahr droht, an dem sie aber auch mit Erfolg bekämpft werden kann, weil in ihrer Stärke ihre Schwäche liegt. Der Gedanke, dass die Shakespeareschen Dramen auf Bacon als den alleinigen Verfasser zurückzuführen seien, wurde in England anfänglich nur mit Widerspruch aufgenommen und auch in Amerika erst nach der Mitte der sechziger Jähre, also fast ein Jahrzehnt nach seinem ersten Auftauchen, weiter ausgeführt. Dann aber, im Jahre 1866, trat sofort derjenige Wortführer auf den Plan, in dem die Baconianer den „Apostel der neuen Lehre" verehren. Der New- Yorker Richter Nathanael Holmes geht in seinem umfangreichen zweibändigen Buche (s. o. Anm. 14) schon einen bedeutenden Schritt weiter als seine Vorarbeiter. Im Widerspruch mit den zahlreichen zeitgenössischen Aussprüchen zu Shakespeares Gunsten sucht er zunächst zu beweisen, man habe schon zu Lebzeiten beider Männer um ihre litterarischen Beziehungen gewusst, aber durch den gewaltigen Einfluss Bacons sei das Geheimnis von sämtlichen Mitwissern — u. a. dem Freunde Shakespeares, Ben Jonson — aufs strengste gewahrt worden. Im übrigen ist er redlich bemüht, das von Delia Bacon und Smith zusammengetragene Material gründlich und mit grösserem Geschick als seine Vorgänger zu Bacons Gunsten zu verwerten und durch Beibringung von Parallelstellen, sowie durch die Angabe der —nach seiner Ansicht geordneten — Aufeinanderfolge der Werke beider Verfasser die Theorie wissenschaftlich zu begründen. Die nächste Folge seines Auftretens war eine Flut von Schriften für und wider die Theorie,32 von denen auf Seiten der Baconianer, ihrer Merkwürdigkeit halber, zunächst Erwähnung verdienen: sieben Broschüren des Australiers William Thompson,88 die hintereinander in den Jahren 1878—83 erschienen. Nachdem sodann Holmes bereits 1876 die zweite Auflage seines Buches, durch neue scheinbare Entdeckungen34 vermehrt, hatte veranstalten können, wandte er sieh alsbald nach Morgan's Auftreten in einer besonderen Schrift (s. Anm 14) gegen

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