Mannheim
Compact Memory

Programm · 1894-01-01 · 1894 · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Programm
Volume
1894
Date
1894-01-01
Page
Seite 24 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3089693-3089752--0378-3091284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— u — Bestrebungen des jetzigen Direktors, der früheren Lehrer und des jetzigen Lehrerkollegiums und des Schulrats und fuhr dann fort: „Der Schulrat ist eine dieser Anstalt eigentümliche Institution; sich stets selbst ergänzend, hat er seit der Gründung der Schule ununterbrochen gewirkt; ihm liegt der Betrieb und die ökonomische Verwaltung der Schule ob; zumeist aus früheren Schülern dieser Anstalt sich rekrutirend, haben seine Mitglieder das wärmste Interesse für das Wohl der Schule, der sie die Grundlagen ihrer eigenen Bildung verdanken, und da sie im praktischen Leben gereift sind, auch Verständuis für die Bedürfnisse der Anstalt. "Wenn dieses Laienkollegium in allen pädagogischen Fragen sich willig dem fachmännischen Urteil des Direktors unterordnete, so hat der-Direktor in praktischen und Verwaltungsangelegenheiten gerne das Gute angenommen, das ihm von Seiten des Schulrats entgegengebracht wurde. So hat sich zwischen diesem Gremium und dem Direktor ein dauernd freundschaftliches Verhältnis herausgebildet; Kompetenzkonflikte kennen wir nicht, denn den Schulrat und den Direktor leitet nur ein Gedanke: Das "Wohl der Schule zu fördern." Es wurde sodann auf die mannigfache Förderung, welche die Schule in den letzten 25 Jahren erfahren, hingewiesen, und der Redner schloß mit herzlichen Wünschen für den Direktor und das Gedeihen der Schule. Schon vor Beginn der Feier hatten der Schulrat, der Vorstand und Ausschuß der isr. Gemeinde dem Jubilar eine kostbare Ehrengabe (Tafelsilber) übersandt, jetzt überreichte der Redner eine von diesen Behörden an den Jubilar gerichtete, künstlerisch hergestellte Adresse. Darauf ergriff Herr Dr. med. Emanuel Marcus „im Auftrage des Vorstandes und Ausschusses und zugleich im Namen der großen, blühenden Gemeinde, deren Repräsentanten diese Behörden sind", das Wort. Er sprach von den Schulen als Pflanzstätten der Humanität, und fuhr dann fort: „Wenn es wahr ist, daß die höchste Potenz der Ethik die Humanität, die edle Menschlichkeit ist, dann darf sich unsere Schule rühmen, zu den besten und vollkommensten Humanitäts-Anstalten zu gehören. Werden auch die Opfer für ihren Unterhalt von unseren isr. Gemeindeangehörigen erbracht, so dient sie doch der Allgemeinheit, der Stadt, und dementsprechend kennt sie keine Ausschließlichkeit, keine Trennung des sittlichen Begriffs nach Stand und Glaube. Sie lehrt das reine, wahre Menschentum, sie legt den Schülern als oberstes Gebot der Sittenlehre ans Herz: „Fürchte Gott, liebe deinen Nächsten, wie dich selbst; ehre in jedem Mensehen den Menschen!" Sie verbannt Unduldsamkeit und Gegensätze, wie sie dem göttlichen und menschlichen Gesetz zum Trotz leider heutzutage vielfach erzeugt und genährt werden; ihre Pforten sind jedem geöffnet, der brav und rechtschaffen ist. Sie besteht nicht, wie man vor einiger Zeit falschlich zu sagen wagte, um zu scheiden, sondern um zueinigen, und an ihrem Eingang könnte man mit voller Berechtigung das- Sophokleische Wort schreiben; „Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da!" „Die deutschen Schulen haben aber noch eine andere hohe, verantwortungsvolle Aufgabe, sie haben das Nationalbewußtsein, den nationalen Gedanken zu pflegen und zu stärken. Und auch in dieser Hinsicht geschieht in unserer Schule das Beste. Sie ist ein Mittelpunkt deutscher Bildung: Vaterlandsliebe, Treue zu Kaiser und Reich, Erfüllung aller bürgerlichen Pflichten wird hier den Zöglingen gewissenhaft anerzogen." /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.