Programm
- Journal
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- Volume
- 1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
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— 20 — Entfernung aller zufälligen und äußerlichen Hindernisse, mit der ihm einmal mitgeteilten Anfangsgeschwindigkeit unablässig und gleichförmig sich fortzubewegen. Simpl- So muß es sein, scheint mir. Salv. Und vollzieht der Stein, der sich ans der Spitze des Mastes befindet, nicht gleichfalls, vom Schiffe getragen, eine Bewegung um den Mittelpunkt längs einer Kreisperipherie, also eine Bewegung, die in ihm abgesehen von den äußeren Hindernissen unvertilgbar fortbesteht? Und ist diese Bewegung nicht ebenso geschwind wie die des Schiffes? Simpl. So weit ist alles in Ordnung. Was nun weiter? Salv. Zieht daraus rechtzeitig selber den letzten Schluß, wo Ihr doch selber alle Prämissen gekannt habt. Simpl. Ihr versteht unter dem letzten Schlüsse, daß sener Stein, da ihm seine Bewegung unvertilgbar eingeprägt ist, diese nicht aufgeben, sondern dem Schiffe folgen und schließlich an demselben Orte niederfallen wird wie beim ruhenden Schiffe. Auch ich meine, daß das geschehen würde, wenn nicht äußere Hindernisse einträten, welche die Bewegung des Steines nach dem Loslassen stören. Solcher Hindernisse sind aber zweie vorhanden: das eine besteht darin, daß der Körper außer staude ist, die Lust bloß durch seinen Impuls zu durchschneiden, da auf ihn die bewegende Kraft der Ruder nicht mehr wirkt, wie sie es that, während er als Teil des Schiffes auf dem Mäste sich befand; das andere ist die neu hinzutretende Bewegung des Abwärtsfallens, die notwendig der anderen fortschreitenden ebenfalls hinderlich sein muß. Salv. Was das Hemmnis der Luft anlangt, so stelle ich es nicht in Abrede: und wäre der fallende Körper von leichtem Stoff, etwa eine Feder oder eine Wollflocke, so würde die Verzögerung recht groß sein, bei einem schweren Steine hingegen ist sie außerordentlich gering. Ihr selbst habt noch eben gesagt, daß die Kraft des stürmischsten Windes nicht genügt, um einen dicken Stein von der Stelle zu bringen; erwägt darnach, was die ruhende Luft gegen den Stein auszurichten vermag, wo dieser sich nicht geschwinder als das Fahrzeug gegen sie bewegt. Gleichwohl gebe ich Euch, wie gesagt, den kleinen Einfluß zu, welchen dieses Hindernis übt. Ebenso werdet Ihr mir zugeben, davon bin ich überzeugt, daß wenn die Luft sich mit derselben Schnelligkeit wie das Schiff und der Stein bewegte, der Einfluß dieses Hindernisses völlig schwinden würde. Was das andere, die hinzutretende Abwärtsbewegung, betrifft, so ist erstlich klar, daß die beiden Bewegungen, nämlich die kreissörmige um den Mittelpunkt und die geradlinige nach dem Mittelpunkte nicht entgegengesetzt sind, noch sich gegenseitig ausheben, noch mit einander unverträglich sind. Denn was den bewegten Körper anlangt, so hat er keinerlei Widerstreben gegen besagte Bewegung; Ihr selbst habt ja gesagt, die Abneigung sei gegen die vom Centrnm sich abwendende Bewegung gerichtet, Neigung hingegen zeige er für die zum Centrum hinführende Bewegung. Hieraus folgt mit Notwendigkeit, daß der Körper für diejenige Bewegung, die keine Annäherung und keine Entfernung vom Mittelpunkte erzeugt, weder Abneigung noch Zuneigung hat, und demnach kein Grund zur Verminderung des ihm eingeprägten Impulses vorliegt. Da nun nicht bloß eine bewegende Ursache vorhanden ist, welche infolge der neuen Einwirkung ermatten müßte, sondern zwei von einander verschiedene, deren eine, die Schwere, sich bloß damit beschäftigt den Körper nach dem Centrum hinzuziehen, während, die andere, die eingeprägte Bewegung, ihn um den Mittelpuukt zu führen bestrebt ist, so bleibt kein Anlaß zu einer Hemmung übrig. Simpl. Euere Beweisführung ist wirklich dem Anscheine nach recht plausibel, in Wahrheit aber ist doch ein Haken dabei, von dem sie schwer zu befreien ist. Ihr habt durchweg bei Euerem Schlußversahren eine Voraussetzung gemacht, die Euch von der peripatetischen Schule nicht leicht zugegeben werden wird,