Programm
- Journal
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- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 57)
- Language
- German
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— 24 — „Diese Schenkung soll dazu verwendet werden, um für zwei oder mehrere arme israelitische Knaben — auf Grund einer Beratung und eines Beschlusses der Verwaltung der erwähnten Schule — das Schulgeld, die Bücher :c., ferner einfache aber gute Kleidung und, wenn erforderlich, auch Verköstigung zu beschaffen, sowohl während der Zeit ihres Schulbesuches als auch, um ihnen nachher während ihrer ganzen Lehrzeit, sei es, daß sie sich einem Handwerk, einer Kunst oder dem Kaufmannsstande widmen, die für ihre Verpflegung und sonstigen Bedürfnisse unumgänglich erforderlichen Bedürfnisse darzubieten. Die Verwaltung der Schule hat nach ihrem besten Ermessen vollkommen freie Verfügung. In erster Reihe sollen — sofern die betreffenden Eltern es beantragen — die Descendenten der beiden hier genannten Familien berücksichtigt werden, die Descendenten nämlich der Frau Wwe. Henriette Fürth geb. Rindskovf^) und des verstorbenen Jacob Salomon Katz^). Wenn von diesen mehr Bewerber angemeldet werden, als ausgenommen werden können, so soll das Los entscheiden. Wenn in diesen beiden Familien Knaben, für welche ein Anspruch auf dieses Vermächtnis erhoben wird, nicht vorhanden sind, so können, vorkommenden Falls, Mädchen aus diesen Familien aufgenommen werden. Die Zöglinge sollen immer unter der Bezeichnung „Zöglinge der Jacques Lauterbach genannt Schoenewald'schen Stiftung" in die Schule aufgenommen werden; denn es ist mein Wunsch, daß mein Name immer in den Schriften der Schulverwaltung vorkomme; das dient vielleicht auch sonst zum guten Beispiel." Am Schluß des Testaments findet sich noch folgender „Nachtrag" : „Die auf Kosten meines der israelitischen Schule zu Frankfurt vermachten Legates zu erziehenden jungen Leute sollen israelitischen Religionsunterricht erhalten". I. Lauterbach. Nachdem der Schulrat im Einverständnis mit dem Gemeinde-Vorstande sich zur Annahme des Legats bereit erklärt hatte, und die nachgesuchte landesherrliche Genehmigung hiezu durch Allerhöchste Cabinets- Ordre d. d. Bad Ems, 23. Juni 1879 erfolgt war, bewirkte die Witwe des Testators, indem sie zugleich bereitwillig alle dadurch entstandenen Kosten bestritt, die Eintragung der Zahresrente von 2000 Francs in das große französische Staatsschuldenbuch auf den Namen der Real- und Volksschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main als Stiftung des Jacques Lauterb ach gen. Schoenewald. Der Schulrat hat, sobald die erste Rate der Rente von ihm erhoben werden konnte, ein den Bestimmungen des Testamentes entsprechendes Regulativ für die Verwaltung der Stiftung festgestellt. Nach demselben unterliegt die Aufnahme eines Zöglinges und dessen Entlassung ausschließlich dem Beschlüsse des Schulrats; die Verwaltung der Stiftung im einzelnen ist einer aus drei Mitgliedern bestehenden Kommission des Schulrats übertragen; sie besteht gegenwärtig aus dem Mitglied des Schulrats, Herrn Victor Ullmann, dem Aktuar des Schulrats, Herrn Rechtsanwalt vi-. Riesser und dem Direktor der Schule. Diese Kommission, zu welcher immer dasjenige Schulratsmitglied gehört, welches Kassier des Schulrats ist, hat die jeweils erforderlichen Vorschläge behufs Aufnahme eines Zöglings dem Schulrat zu unterbreiten; sie hat die Bestimmung über die Art und den Umfang der den einzelnen Zöglingen zu gewährenden Unterstützungen, wacht über deren ordnungsmäßige Verwendung und führt die Auf-!) Frau Wwe. Henriette Fürth war die Tochter jenes Joseph Simon Rindskopf, des Onkels des Stifters, welcher für seinen armen Neffen Jacob Schoenewald bei der Anmeldung für das Philanthropin die Garantie übernommen hatte. 2) Die Mutter des Stifters Jacob (Jacques) Schoenewald und die Mutter von Jacob Salomon Kay waren Schwestern. Jacob Salomon Katz war mit der Hebamme Schwarzschild verheiratet.