Programm
- Journal
- Programm
- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 56)
- Language
- German
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— 23 — Für den geographischen Unterricht: Bamberg, Wandkarten der östlichen und westlichen Halbkugel. An Geschenken sind außerdem eingegangen: Von N. N.: Bildnis des um unsere Schule hochverdienten langjährigen Schulrats Herrn Adolph S. Maas. Dasselbe hat im Konferenz-Zimmer einen angemessenen Platz gefunden. — Herr Adolph Teblee bereicherte die Sammlung für die Geschichte der Schule durch ein kostbares Album mit den Photographien einer großen Zahl der früheren Lehrer unserer Schule. Für alle diese Gaben sagen wir namens der Schule verbindlichsten Dank. VI. Atistungen und Unterstützungen von ZchMern. 1. Die Jacques Kauterbach genannt Schseneumld'sche Stiftung, über diese Stiftung ist bereits in dem Programm unserer Schule vom Jahre 1879 S. 33 und 34 eine vorläufige Mitteilung gemacht worden. Die Wirksamkeit der Stiftung hat in diesem Schuljahre begonnen. Indem über dieselbe an dieser Stelle zum ersten Male vorschriftsmäßig berichtet wird, ist es erforderlich, das früher Mitgeteilte der Hauptsache nach zu wiederholen und zu ergänzen. Der ehemals in Paris wohnhafte Kaufmann Jacques Lauterbach genannt Schoenewald, geboren zu Schoenewald (Großherzogtum Baden) am 10. Januar 1803, gestorben zu Paris am 25. August 1878, hat in seinem am 22. Juni 1876 in Paris errichteten Testamente unserer Schule eine Jahresrente von 2000 Francs vermacht, von welcher jedoch seine Witwe die lebenslängliche Nutznießung haben sollte^). Nachdem nun Frau La utero ach-Schoenewald, Elisa geborene Otterburger im vorigen Jahre zu Paris gestorben ist, ist die Jahresrente rechtskräftig dem Schulrat unserer Schule zur stiftungsmäßigen Verfügung anheimgefallen, und hat die Wirksamkeit der Stiftung begonnen. Über den Anlaß und die Bestimmung seiner unserer Schule gemachten Schenkung drückt sich der Stifter in dem obenerwähnten, eigenhändig von ihm in französischer Sprache niedergeschriebenen Testamente folgendermaßen aus: „Ich habe in den Jahren 1812 2) bis 1819 in der „Philanthropin oder Real- und Volksschule" genannten israelitischen Schule zu Frankfurt a. M. unentgeltlichen Unterricht empfangen. Dadurch bin ich in den Stand gesetzt worden, auf anständige Weise mein Brot zu verdienen und durch meine Arbeit unter Gottes Beistand das kleine Vermögen zu erwerben, welches ich heute besitze. Deshalb bestimme und vermache ich dieser Schule eine Jahresrente von 2000 Francs, zu nutzungslosem Eigentum (6Q nu6 xi-oxiMe), deren Genuß jedoch meiner Frau lebenslänglich verbleiben soll." ') Die betreffenden Stellen des Testamentes sind in dem Programm unserer Schule von 1879 im Urterr mitgeteilt. 2) Hier irrt der Testator: er wurde nicht 1812, sondern bereits am 25. Februar 1810 in das Philanthropin aufgenommen. Dieses ergiebt sich aus dem Protokoübuch der Vorsteher des Philanthropin No. 163, Seite 162 vom 25. Januar 1810. Es waren damals sieben, im Protokoll namentlich ausgeführte auswärtige arme Kinder für das Philanthropin angemeldet. Da aber nur zwei Zöglinge aufgenommen werden konnten, so mußte gemäß dem § 4 des „Prospektus zum Philanthropin für arme Kinder jüdischer Nation" (S. meine Geschichte der Schule im Programm von 1869, S. 29) das Los entscheiden. Es wurde in der Sitzung der Vorsteher vom ^'5. Februar 1810 gezogen und entschied für zwei arme Knaben, deren einer Jacob Moses Schoenewald war, für welchen sein Onkel (der Bruder seiner Mutter) Joseph Simon Rindskopf die Garantie übernommen halte. Jacob Moses Schoenewald findet sich denn auch in dem ältesten, von dem Stifter der Schule eigenhändig geschriebenen Schttlerverzeichnis des Philanthropin, als am 25. Februar 1810 eingetreten.