Programm
- Journal
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- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 53)
- Language
- German
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— 20 - Gustav Weinberg, vom 1. October 1887 an der Kandidat des höheren Schulamts Bernhard Dannenberg. Das Lehrerkollegium besteht gegenwärtig außer dem Direktor — nach der Anciennität — aus den Herren: Louis Müller, Blum, Kunkel, Stix, vi'. Epstein, Wertheim, Herz. Vi- Brüll, vi-. Steinhard, Heinemann, vi-. Mannheimer, Frank, Schulz, vi-.Ferwer, Scherer, Bornstein, Georg Müller, vi'. Kracauer, vi-. Tachau, vi'. Schwarz, vi'. Kuttner, Strauß, vi-. Dobrin er, vi-. Michel, vi-. Cohn, vi-. Löhren, den Schulamtskandidaten: vi-. Gustav Weinberg und Bernhard Dannenberg und den Lehrerinnen: Stern, Schierholz, I. Meier, Fischer, E. Meier und Sophie Goldberg. Als Hilfslehrer waren beschäftigt die Herren Oberlehrer Professor Schlimbach, vi-. Veit Valentin, vi'. Boullenot und Fräulein Frances Cahn. Unser Kollege Herr Blum mußte zu unserem großen Bedauern vom 1. Januar cr. an wegen eines Halsleidens beurlaubt werden; der von ihm bis dahin in der Realschule erteilte Unterricht wurde Herrn vi-. Zaen nicke übertragen, seinen Unterricht in der Mädchenschule übernahm Herr vi'. Epstein. An dieser Stelle erwähnen wir des am 31. October 1887 infolge eines Herzschlages plötzlich erfolgten Heimganges unseres ehemaligen Kollegen vi-. Jakob Auerbach. Er wurde am 3. November unter Teilnahme des Schulrats, des Lehrerkollegiums und der Schüler der obersten Klassen zur ewigen Ruhe geleitet. Wir haben in den voranstehenden Blättern seinen Lebensgang zu vergegenwärtigen gesucht; möge hier der ihm an der Bahre von uns gewidmete Nachruf eine Stelle finden: „Ich lege einen Kranz auf diese Bahre, ein Zeichen dankbarer Verehrung, dargebracht von der Schule unserer Gemeinde. Als Religionslehrer und Lehrer des Deutschen stand der Heimgegangene im Mittelpunkte der ethischen Aufgabe der Schule, und er hat diese Aufgabe von dem erhabensten Gesichtspunkte aus ausgefaßt und in unablässiger Arbeit an sich und seinen Schülern erfüllt. Von frühester Jugend an wurde er nach der Väter Weise in Thora und Talmud unterrichtet. Erst nachdem er so zu der ihn später auszeichnenden rabbinischen Gelehrsamkeit den Gruud gelegt hatte, erhob er sich durch seine Gymnasial- und Universitätsstudien zu der Höhe der Bildung seiner Zeit. Die sür seine geistige Entwicklung entscheidende Lebensepoche fällt in die Zeit, in welcher in Folge der durch die Julirevolution hervorgerufenen Bewegung in dem religiösen, politischen und literarischen Leben der deutschen Nation der Liberalismus mächtige Impulse erhielt, Impulse, von denen die jüdische Theologie, der sich Auerbach gewidmet hatte, mit Nichten unberührt blieb. Für die Richtung, die Auerbach einschlug, ist zweierlei bezeichnend. Zuerst die Thatsache, daß er sich damals in eifriger Vorarbeit mit einer Biographie Lessings beschäftigte, Studien, die später in sehr bemerkenswerten, bleibend wertvollen Abhandlungen über Lessing und Mendelssohn hervortraten —; sodann aber das enge, damals für das ganze Leben geschlossene Freundschaftsbündnis mit zwei hervorragenden Männern, von denen der eine, aus der jüdischen Theologie herauswachsend, als einer der populärsten deutschen Dichter und Schriftsteller ein beredter Verkündiger des Humanitätsgedankens wurde, der andere als Rabbiner eine Epoche machende reformatorische und wisienschaftliche Thätigkeit entfaltete. Jacob Auerbach, beiden geistesverwandt, beiden zwar an kühner, schöpferischer Kraft, keineswegs aber an Adel der Gesinnung, hoher Begabung