Programm
- Journal
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- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 52)
- Language
- German
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— 19 — Am 5. November 1887 starb nach kurzem Krankenlager an der Diphtheritis die Schülerin der 7ten Klasse Minna Schild, im zehnten Lebensjahre. Sie war eine unserer besten Schülerinnen und die einzige Hoffnung ihres Vaters. Wir haben der Trauer der Schule um diesen schmerzlichen Verlust an der Bahre Ausdruck gegeben. Am 18. November 1887 überbrachten der Direktor und eine Deputation des Lehrerkollegiums dem Kollegen Herrn Georg Müller zur Feier seiner Silberhochzeit Glückwünsche und eine Ehrengabe. Am 13. December 1887 begrüßten eine Deputation des Schulrats und des Lehrerkollegiums den emeritierten Kollegen Herrn vi-. Hermann Zirndorfer zu seinem 70. Geburtstage. Der Direktor überreichte namens des Lehrerkollegiums eine überaus kunstvoll gearbeitete Votivtafel — ein Werk unseres Kollegen Louis Müller — mit einer von dem Jubilar herzlich erwiderten Ansprache. Mit dem Schluß des Schuljahres trat nach vierzigjähriger verdienstvoller Lehrtätigkeit unser Kollege Herr Adolph Teblse in den auf sein Ansuchen ihm ehrenvoll gewährten Ruhestand. Von Sr. Majestät unserm Kaiser und König wurde ihm bei diesem Anlaß der Kronen-Orden vierter Klasse Allergnädigst verliehen. Überdies kam bei dieser Gelegenheit die Anerkennung des Schulrats, die Freundschaft der Kollegen, die Verehrung und Liebe der jetzigen und früheren Schüler in einer Reihe wohlthuender Kundgebungen zu herzlichem Ausdruck. Möge es dem verehrten Kollegen vergönnt sein, bis in die spätesten Tage sich des Gedeihens der Schule zu erfreuen, mit welcher sein Name für die Dauer ehrenvoll verbunden bleibt! Frl. Bloch, welche im Schuljahre 1886/87 als Hilfslehrerin an unserer Schule beschäftigt war, schied aus Anlaß ihrer Verheiratung aus dem Lehrerkollegium; an ihre Stelle ist Frl. Franc es Cahn getreten. Herr vr. Alfred Löhren. welcher im Schuljahre 1886/87 das vorschriftsmäßige Probejahr ableistete, ist als wissenschaftlicher Hilfslehrer, Herr vi-. Ferdinand Michel ist als ordentlicher Lehrer angestellt worden. Ferdinand Michel wurde am 2. September 1853 dahier geboren und besuchte von Ostern 1865 bis 1873 das hiesige Gymnasium, das er Ostern 1873 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um in Heidelberg und Straßburg Deutsch und neuere Sprachen zu studieren. Im Juli 1877 wurde er in Straßburg auf Grund seiner Dissertation „Heinrich von Morungen und die Troubadours" (Bd. XXXV11I der „Quellen und Forschungen zur deutschen Sprach- und Kulturgeschichte". Straßburg, Trübner 1880) promoviert und bestand nach einem längeren Aufenthalte in Frankreich das Examen xro inoulwts clooeiM im November 1880 zu Marburg. Nachdem er schon früher an der Garnier'schen Unterrichtsanstalt in Friedrichsdorf, sowie nach abgelegtem Staatsexamen an der Talmud-Tora-Schule in Hamburg thätig gewesen war, wurde er im Herbste 1882 zur Aushilfe an die Realschule der israelitischen Gemeinde dahier berufen. Hier leistete er im darauf folgenden Schuljähre sein vorschriftsmäßiges Probejahr ab und blieb sodann ein weiteres Jahr als wissenschaftlicher Hilfslehrer an dieser Schule in Thätigkeit, worauf er sich auf einige Zeit nach England begab. Zu Ostern 1886 wurde ihm die bis dahin von Herrn Di'. E. Philippson bekleidete Lehrerstelle, zunächst provisorisch und im folgenden Jahre definitiv übertragen. Zur Ableistung des vorschriftsmäßigen Probejahres wurden von dem Königlichen Provinzial-Schul- Kollegium der Schule überwiesen: vom 1. April 1887 an der Kandidat des höheren Schulamts Dr.