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Programm · 1888-01-01 · 1888 · p. Seite XXIV

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Journal
Programm
Volume
1888
Date
1888-01-01
Page
Seite XXIV (sequence 23)
Language
German
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XXIV Lesestücken an geeigneten Sätzen desselben vorzunehmen und darauf zu achten, daß in der passivischen Neubildung dasselbe Tempus genommen wird, wie es in dem im Buche vorliegenden Falle im Aktiv stand. — Bei dieser Gelegenheit sind auch Fälle heranzuziehen, in denen die aktivische Konstruktion, um Mißverständnissen vorzubeugen, besser vermieden und durch die passivische ersetzt wird, z. B. das Kind spielte eine Stunde, dann rief es die Mutter, dafür deutlicher: dann wurde es von der Mutter gerufen, und dergl. — Auch nachlässige Wendungen der Umgangssprache wie: er hat es erklärt bekommen oder gar gekriegt (für: es ist ihm erklärt worden), sind hier zu rügen und zu verbessern. In wieweit auch das umgekehrte schwierigere Verfahren der Umsetzung passivischer Konstruktionen in aktivische auf dieser Stufe eingeschlagen werden kann, bleibt dem Ermessen des Lehrers vorbehalten, ganz vernachlässigen sollte man es nicht. — o) Konjunktiv. Der Konjunktiv bleibt von dem Pensum der Sexta ausgeschlossen und ist auch nicht dem fremdsprachlichen Lehrgange zu Liebe zu üben. Denn im Lateinischen tritt dem Sextaner der Konjunktiv doch wesentlich nur als Konj. des Wunsches, oder in Absichts- und Bedingungssätzen entgegen, und hier bedient man sich in der deutschen Übersetzung dann am besten der Umschreibung mit mögen und sollen, bezw. würde. Der eigentliche Konj. des Deutschen aber ist der Konjunktiv der indirekten Rede, die für den Sextaner viel zu große Schwierigkeiten bietet, und die ihm auch im Lateinischen nur selten oder gar nicht begegnet. — Und was das Französische angeht, so wäre es geradezu fehlerhaft, wenn man nach den Konjunktionen aüu. c^us, xoui- Hus, Huvens, Wenaus, oder bei <iue nach Ausdrücken des Wollens, Wünschens u. dgl. allemal in der deutschen Übersetzung den Konjunktiv anwenden lassen wollte. „II a talm, ^uoiqu'il alt äöM äHeune" heißt: obgleich er schon gefrühstückt hat, nicht habe. Ich halte es daher auch für gänzlich verkehrt, bei der Einübung des französischen Subjonctiss z. B. von eti-s lernen zu lassen: qus je 8013 daß ich sei, cM6 je Iu336 daß ich wäre u. s. w. Denn da liegt die Gefahr sehr nahe, daß der Schüler sich einredet, einerseits daß nach jedem — daß der Subjonctif erforderlich sei, andererseits daß er den in der indirekten Rede im Deutschen sich findenden Konjunktiv auch einfach im Französischen setzen zu müssen glaubt. An Stelle dieser bloßen Paradigmata kommen wohl auch schon längst im Unterrichte Satzgefüge zur Verwendung, wie z. B: 11 ässli-s (zus je 80I3 ti-an^uHls, 11 ä63ii'6 <zus tu 3013 tran^ultls u. f. w., und in der deutschen Übersetzung hat hier der Jndicativ zu stehen. Für die Einübung des Konjunktivs sind also die fremden Sprachen wenig nutzbar zu machen. Es läßt sich nicht leugnen, daß die Konjugation des Konjunktivs eine der schwierigsten Aufgaben des Pensums der Quinta ist. Was die methodische Behandlung derselben anlangt, so möchte ich für uns Frankfurter vorschlagen, dabei von einem hierorts sehr üblichen Fehler auszugehen, der darin besteht, daß der Konjunktiv des Imperfekts umgangen wird durch die Umschreibung mit thäte. „Er sagte, er thäte es nicht sehen", für: er sähe es nicht. Das wird von unseren Schülern in der täglichen Umgangssprache so häufig angewandt, daß auch Quintaner sich noch oft genug in der Schule z. B. beim Wiedererzählen von etwas Gelesenem auf diesem Fehler werden ertappen lassen. Haben sie sich aber schon so weit in der Gewalt, daß das böse „thäte" nicht mehr herauskommt, so werden sie es in unzähligen Fällen durch ein fälschliches würde ersetzen. „Er sagte, er würde es nicht sehen." Solch einen Fehler, den man nach Rudolf Hildebrands') Vorschlage auch in der Pause einmal im Schulhofe auffangen mag, verwerte man im Unterricht, indem man den Schülern sagt, daß beides, thäte und würde, in diesem Falle ») Rud. Hildebrand, vom deutschen Sprachunterricht. (Leipzig, Klinkhard), S. 5^.

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