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Programm · 1888-01-01 · 1888 · p. Seite XXIII

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Journal
Programm
Volume
1888
Date
1888-01-01
Page
Seite XXIII (sequence 22)
Language
German
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xxm Subjekt beschränkt bleibt. Nimmt man sie aber an, so sollte man die weitere Untereinteilung in transitive und intransitive bei Seite lassen. Denn saßt man mit Heyseals intransitiv alle subjektiven und diejenigen objektiven, die mit Genitiv-, Dativ- und präpositionalem Objekt stehen, so hat man gar nichts gewonnen, sondern bürdet den Schülern ja nur noch das Erlernen zweier weiteren Bezeichnungen aus und spart daher besser die Einteilung in objektive und subjektive. Sollen aber als intransitive nur die subjektiven gelten, so kommt man zu folgender schiefen Einteilung: 1) intransitive — subjektive (d. h. ohne jedes Objekt); 2) transitive — objektive mit Accusativ-Objekt; 3)? — objektive mit Genitiv- und Dativ-Objekt. Für diese hätte man dann keinen besonderen Namen. — Es ist daher eine Einteilung in subjektive und objektive ohne weitere Untereinteilung als das Einfachste uud Natürlichste zu empfehlen ^). — Sicherheit im Erkennen und Unterscheiden der Verbklassen wird man beim Schüler nur erreichen durch ausgiebige Übung, durch fortgesetztes Erfragenlassen, ob etwa ein Objekt und welche Art von Objekt nicht bloß zu dem Verbum getreten ist, sondern überhaupt zu ihm treten kann. Denn was Bauer K 50 Anm. lehrt: „Auch transitive Zeitwörter können intransitiv gebraucht werden, wenn der Gegenstand der Thätigkeit verschwiegen wird, z. B. er ißt (irgend eine Speise, gleichviel welche) — er ist ein Essender", — ist ganz unrichtig. Die transitiven Verben sind hier ohne Objekt gebraucht, nicht aber, wie Bauer will, intransitiv, denn dies ist nach der von ihm im § 50 gegebenen Definition durchaus nicht gleichbedeutend mit objektslos. d) Aktiv und Passiv. An die Einteilung der Verben schließt sich die Konjugation des Passivs. Die in vielen Grammatiken sich noch findende Erklärung: „das Passiv drückt ein Leiden ans", sollte man den Kindern nicht aufzwingen, denn sie ist ganz falsch, und begreiflich machen kann man sie gewiß nicht. Allerdings mit Sätzen wie: Karl wird geschlagen, von einem Hund gebissen, bestraft und dergl. geht das, aber wenn Sätze kommen wie: der Schüler wird von dem Lehrer gefördert, gelobt, geliebt; die Waren werden gekauft; wir wurden reich beschenkt, belohnt, gefeiert, gestreichelt und dergl., — wo ist in diesen auch nur eine Spur von „Leiden" zu entdecken? — Um dem Schüler die Bedeutung deZ Passivs klar zu machen, muß man einen aktivischen und einen passivischen Satz, beide mit demselben Subjekte, sich gegenüberstellen. Beispiel: Karl ladete seine Freunde ein, — Karl wurde von meinen Eltern eingeladen. Hieraus ergiebt sich, daß in dem ersten Falle das Subjekt des Satzes eine Thätigkeit ausübt, während im zweiten — das Subjekt nichts „leidet", denn offenbar wird sich doch Karl über die Einladung freuen, sondern die Thätigkeit von andern an dem Subjekt ausgeübt wird. Da nun auch sür Aktivum die Übersetzung Thätigkeitsform gerade so wenig paßt, wie für Verbum die Bezeichnung Thätigkeitswort (vergl. S. XXII), so wird man sich für Aktivum und Passivum nur auf die Fremdwörter beschränken, deutsche Bezeichnungen und Definitionen aber ganz vermeiden. Fleißig geübt werden muß die Verwandlung aktivischer Formen in die entsprechenden des Passivs; es empfiehlt sich, dies im Anfange in kleinen Sätzen vornehmen zu lassen, und die Schüler anzuhalten, sich in jedem Falle darüber klar zu werden, daß das Accusativ-Objekt des Aktivs in der passivischen Konstruktion Subjekt geworden ist. Diese Umwandlung ist auch bei grammatischer Besprechung von Nicht ganz klar ist mir Wilmanns' Einteilung geworden (in seiner „Schulgrammatik" I, § 134). Er nennt Verben mit Acc.-Obj. transitive; Verben, die kein Objekt zu sich nehmen können, intransitive. — Und welchen Namen haben dann die Verben mit Genitiv- und Dativ-Objekt? Daß Wilmanns sie zu den intransitiven rechnet, scheint mir mit Sicherheit aus II, § 116 hervorzugehen, wo „es wurde deiner gedacht, dir wird geholfen" als Beispiele sür Passiva intransitiver Verben gegeben sind.

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