Programm
- Journal
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- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite XXII (sequence 21)
- Language
- German
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XXII der deutschen Benennungen nur noch mehr belastet. Und doch wird man aus pädagogischen Gründen gerade auf der unteren Stufe nicht wohl auf diese letzteren verzichten können. Nur sollte man dabei als Grundsatz festhalten, nicht aus einer in diesem Falle ganz übel angebrachten Hochachtung für das aus alter Zeit Überlieferte geradezu falsche Bezeichnungen lernen zu lassen. Das geschieht aber schon bei der für Substantiv üblichen Benennung Dingwort. Denn wer wird mit Engelien (Leitfaden I, § 12) den Kindern zumuten wollen zu glauben, daß man „die lebenden Wesen und Sachen mit dem Worte „Dinge" bezeichne? Und nun gar Abstrakta, wie Fleiß, Tüchtigkeit — sollen das Dinge sein? Man läßt erklären: „Substantive sind Namen für Personen, Tiere und Sachen"; daraus ergiebt sich die Bezeichnung Nennwörter. Hauptwort mag auch hingehen, obwohl streng genommen nicht das Substantiv, sondern das Verb das hauptsächlichste Wort des Satzes ist. — Für Verb um wäre am richtigsten, da man vom Satze auszugehen hat, Aussage wort zu sagen. Zeitwort ist auch zu dulden; Thä'tigkeitswort aber nicht, sonst müßte man auch noch hinzufügen: Zustandswort, denn die Verben bezeichnen nicht bloß Thätigkeiten, sondern auch Zustände. — Die üblichen deutschen Benennungen für die übrigen Wortklassen bieten zu keiner Bemerkung Anlaß. 2. Das Verb um. Im allgemeinen sind die in die Sexta versetzten, bezw. neu aufgenommenen Schüler im Stande, ein Verbum im Indikativ des Aktivs (auch Imperativ) zu konjugieren. Neu hinzukommen bald die beiden Infinitive und Participien. Einen- Infinitiv des Futurum giebt es im Deutschen nicht; Bauer, der sogar den Jnfin. Fut. des Passivs („werden getragen werden") aufführt, sollte ihn daher streichen. Der lateinisch lernende Schüler ist bei passender Gelegenheit auf dies Fehlen ausdrücklich aufmerksam zu machen. a) Einteilung der Verben. Die Verben werden eingeteilt in transitive, intransitive, reflexive und unpersönliche. Man mache die Schüler zunächst nur mit den beiden ersten bekannt; die reflexiven werden besser erst im Anschluß an die Deklination des persönlichen Pronomens durchgenommen, (dabei ist dann jedesmal festzustellen, wann sich Dativ, und wann es Accusativ ist) und daran mag sich die Besprechung der unpersönlichen Verben schließen. — Wünschenswert muß eine Einigung darüber sein, was transitiv und intransitiv eigentlich bezeichnet. Am weitesten verbreitet ist wohl die Definition: transitive Verben sind solche, die ein Objekt im Accusativ zu sich nehmen können; intransitive solche, die ein Objekt im Genitiv, Dativ (bezw. ein Präpositionales) oder gar kein Objekt bei sich haben. Schon die deutschen Bezeichnungen „bezügliche" und „unbezügliche", „zielende" und „nicht zielende" Zeitwörter zeigen aber, daß es rein willkürlich ist, die Bezeichnung transitiv nur auf Verben mit Accusativ-Objekt zu beschränken. Warum soll denn helfen, dessen Thätigkeit doch auch sehr wohl aus ein Objekt übergehen, zielen, sich beziehen kann, „unbezüglich" (intransitiv) sein? — Überhaupt ist es mißlich, einerseits Verben mit Genitiv- und Dativobjekt zusammen mit den ganz objektslosen unter einen Hut zu bringen (— intransitiv), und andererseits aus den Verben, die ein Objekt regieren, eine Gattung (die mit Accus.-Obj.) besonders zu stellen und zu bezeichnen (— transitive). Man könnte dem Schüler für diese Auffälligkeit höchstens sagen, die letztgenannten Verben seien, weil sie allein ein persönliches Passiv bilden, ganz besonders wichtig, ohne daß dadurch aber die Bezeichnung irgendwie gerechtfertigt wäre. — Auf jeden Fall bleibt also die übliche Lehre von transitiven und intransitiven Verben gekünstelt und wenig durchsichtig. Wesentlich ungezwungener und klarer ist ohne Zweifel die Einteilung in objektive und subjektive Verben; objekive — solche, die ein Objekt zu sich nehmen können; subjektive — solche, deren Thätigkeit auf daZ