Programm
- Journal
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- Volume
- 1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite XX (sequence 19)
- Language
- German
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XX Attribut kennt, wird es ganz geläufig sein, daß z. B. 1) ein Thor von Eisen ebenso ein Attribut enthält, wie 2) ein eisernes Thor. Wenn er auch sieht, daß dort zur Bildung des Attributs ein Substantiv mit einer Präposition, hier aber ein Adjektiv verwandt ist, so wird er die beiden Fälle nicht als ganz verschiedene Arten des Attributs betrachten, während er es gewiß thun wird, wenn ihm als weiteres Beispiel für ein Attribut genannt wird: 3) das Thor von dem G-arten oder 4) das Thor des Gartens, Hier ist zwar in Fall 3 das Attribut auch durch ein Substantiv mit Präposition ausgedrückt, aber es nennt nicht eine Eigenschaft, wie in Fall 1, sondern vielmehr den Gegenstand, dem etwas zukommt, gehört, — kurz den Besitzer. Dies Attribut muß ihm also trotz der gleichen Wortart, durch die es gebildet wird, als eine ganz andere Art erscheinen. — Noch deutlicher zeigt sich dies bei den Pronomina. Man kann hier gar nicht alle Klassen der als Attribut auftretenden Pronomina auf dieselbe Stufe stellen. Denn das Possessivpronomen ist doch offenbar eine wesentlich andere Art, als z. B. das unbestimmte Pronomen. Sage ich: jeder Hut, so ist das eine sehr allgemein gehaltene Beifügung; sein Hut aber giebt gerade so gut und bestimmt den Besitzer an, wie der Hut des Mannes. Will ich also dem Schüler die Art des Attributs erklären, so wird mir hier die Scheidung nach Wortarten, die Bezeichnung „pronominales Attribut", nichts helfen, sondern ich habe aus den Pronomina das Possessivum herauszugreifen und es mit dem Substantiv im Genitiv auf eine Stufe zu stellen. — Ein anderes Beispiel: die neueste Zeitung enthält eine scharf bestimmte Bezeichnung der Zeitung, nicht minder aber: die Zeitung von heute, die zweite Zeitung, diese, jene Zeitung, die Zeitung hier, dort. Hier sind verschiedene Wortarten, aber im Grunde genommen zeigen sie nur ein und dieselbe Art von Attribut. Die sogen, adverbialen Attribute lassen sich immer aus adjektivische zurückführen, wie auch die Subst. mit Präpos. mit Unrecht eine besondere Art bilden, sie fallen teils mit den Subst. im Gen., teils mit den Adjektiven als Attr. zusammen.^) So komme ich zu folgender Einteilung: Die Attribute zerfallen in: I. Attribute im engeren Sinne. 1) Attribute, die dem Substantiv eine Eigenschaft beilegen. Beispiele: das neue Haus; der blühende Baum; das Thor von Eisen; Liebe ohne Treue; Abendunterhaltung mit Musik; ein Himmel ohne Wolken u. s. w. 2) Attribute, die den Besitzer angeben. Beispiele: Das Haus des Vaters; sein Haus; die Sterne am Himmel; das Rad an dem Wagen; das Buch desselben; ein Buch von mir — mein Buch; ein Teil davon u. s. w. 3) Apposition. Beispiele: Karl der Große; das Pferd als Kläger u. s. w. 4) Attribute, die dem Substantiv sonstige genau bezeichnete Bestimmungen beilegen. Beispiele: diese, jene Zeitung; die Zeitung hier, dort, von gestern, von heute; die Kinder von drüben; das Leben auf dem Lande; der Friede im Hause; u. s. w. II. Attribute im weiteren Sinne. 5) Attribute, die eine allgemein gehaltene Bestimmung enthalten. Beispiele: jeder Mensch, welcher Stock, zwei Wege, der Mann, eine Frau u. s. w.!) Die Particivien aber wird man gewiß von den Adjektiven in der Lehre vom Attribut gar nicht trennen; im Gegenteil man sollte sich freuen, hier Gelegenheit zu haben, den Begriff Particivium — Mittelwort recht klar zu machen.